Zlatan Ibrahimović – Verehrung auf hemmunglosem Niveau

Zlatan Ibrahimović – Foto: Jewgenij Sojkin. Quelle: commons.wikimedia.org.

In Schweden kennt ihn jeder. Die jungen Burschen auf dem Bolzplatz kennen ihn, die Nachbarin nebenan kennt ihn und der Forstwirt aus dem südschwedischen Hochland erst recht – die Rede ist von Zlatan Ibrahimović. Der polarisierende Ausnahmefußballer hat seinen Platz in der schwedischen Volkskultur unverkennbar gefunden und ist als angebetetes Idol nahezu unumstößlich geworden. Das verdeutlicht nicht zuletzt der enorme Erfolg seiner Autobiografie „Jag är Zlatan“ (Ich bin Zlatan).

Dabei wirkt der mittlerweile 34-Jährige Schwede nicht gerade als sympathischer Vorzeigemensch, schon gar nicht im ansonsten so diplomatischen Schweden. Immer wieder macht der Fußballer mit provokanten Aussagen und unkollegialem Verhalten auf sich aufmerksam. Doch bei all der Unverschämtheit, die Zlatan Ibrahimović zuweilen an den Tag legt, ist er in erster Linie der wohl erfolgreichste schwedische Fußballer aller Zeiten. Und hinter der vulgären Gestalt des protzenden Fußballstars verbirgt sich ein Mensch, dessen Streben nach Respekt seine komplette Karriere durchzieht.

Der harte Weg zum Erfolg

Zlatan Ibrahimović wuchs in Rosengård auf, einem Stadtteil von Malmö. Hier zeichnen die großen grauen Wohnblocks ein Bild, das nicht gerade nach glücklicher Kindheit schreit. Seine Eltern Jurka und Sefik, eine Putzfrau und ein Hausmeister, hatten sich getrennt, als Zlatan noch sehr klein war. Er wuchs daher bei seinem Vater auf, die Erziehung war nicht leicht. In der Schule galt Zlatan stets als Problemkind. Dass Fußballspielen begann er bei FBK Balkan Malmö, wo die Spieler überwiegend aus dem ehemaligen Jugoslawien stammten, ehe er in die Jugendmannschaften von Malmö FF wechseln durfte. Mit 17 Jahren gab er sein Debüt bei den Profis und überzeugte derart, dass Ajax Amsterdam ihn im Jahr 2001 unbedingt verpflichten wollte. Mit 7,8 Millionen Euro Ablösesumme machte der Wechsel Zlatan damals schon zum teuersten schwedischen Fußballspieler. Spektakuläre Tore ließen das Interesse weiterer europäischer Topklubs steigen. Hohe Ablösesummen und Stationen in Italien bei Juventus Turin und Inter Mailand ließen ihn zum absoluten Superstar aufsteigen. Der Wechsel zum FC Barcelona sollte der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere sein, doch Probleme mit Trainer Pep Guardiola hingen wie ein Schatten über seiner Zeit in Spanien. Mit der Rückkehr nach Italien zum AC Mailand kehrte auch die Spielfreude wieder, ehe er in Frankreich bei Paris St. Germain seinen Status als Fußballgott zementierte.

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Zlatan_Ibrahimović – Foto: Ilja Chochlow. Quelle: commons.wikipedia.org

Respekt als Lebensziel

Die Autobiografie, die der schwedische Schriftsteller David Lagercrantz zu Papier gebracht hat, hilft beim Verständnis der Person Zlatan und ihrem Erfolg. Hier wird deutlich, welcher Stellenwert seine Familie als Anker hat, welch sportlichen Ehrgeiz er verfolgt und warum seine Körpergröße von 1,96 Meter im Vergleich zu seinem Selbstvertrauen eher mager aussieht. Zlatan Ibrahimović ist ein Mensch, der hart für seinen Erfolg gearbeitet hat – und darüber hinaus hart für den Respekt, der ihm entgegengebracht wird.

Im Schwedischen gibt es mittlerweile das Wort „zlatanera“, was so viel bedeutet wie „stark dominieren“. Zlatan Ibrahimović dominiert, vor allem seine Gegner. Dass er sich selbst als Provokateur in die Rolle des Opportunisten begibt, verdeutlicht eins: Er möchte aus der Rolle fallen und die bestehenden Rollenerwartungen ad absurdum führen. Dadurch bekommt er den Respekt seiner Gegner. Den Respekt seiner Trainer und Mitspieler bekommt er durch Leistung. Eine Leistung, zu der nur wenige Sportler wirklich in der Lage sind. Und gerade weil er von allen Seiten respektiert wird, verehren ihn die Schweden so hemmungslos.

Zlatan Ibrahimović und die schwedische Nationalhymne in einem Werbespot:
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Iron-Maiden-Bier: Verkaufsstart in Schweden

Trooper-Etikett für Schweden

Für den schwedischen Markt wurde das Etikett mit Maskottchen Eddie entschärft (Foto: www.ironmaidenbeer.com).

Von Ende Juni an soll das neue Iron-Maiden-Bier „Trooper“ endlich auch in Schweden erhältlich sein. Dort wird es – wie alle anderen alkoholischen Getränke auch – über die staatlichen Verkaufsstellen „Systembolaget“ verkauft. Außerdem soll es in Restaurants und Kneipen ausgeschenkt werden. Exklusiv für Schweden aber mit entschärftem Etikett.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Design ist dort nur das Gesicht des Band-Maskottchens Eddie zu sehen. Auf die zerrissene Union-Jack-Flagge und den Säbel des toten Soldaten wurde verzichtet. Der Grund: Die skandinavischen Behörden hatten dem Verkauf einen Riegel vorgeschoben, da ihnen die Abbildung zu kriegerisch und waffenlastig war. Die schwedischen Gesetze verbieten nämlich solche Elemente im Zusammenhang mit der Werbung für alkoholische Produkte.

„Trooper“ ist ein traditionelles Ale, benannt nach der gleichnamigen Iron-Maiden-Single von 1983. Für die Herstellung hat sich die Heavy-Metall-Legende mit der britischen Familienbrauerei „Robinsons“ zusammengetan. „Ich bin schon mein Leben lang Fan von traditionellem, englischem Ale. Deshalb dachte ich, ich wäre gestorben und im Himmel gelandet, als sie uns baten, unser eigenes Bier zu kreieren“, freut sich Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson.

Das Bier ist seit Mai 2013 auf dem Markt und online über die offizielle Homepage www.ironmaidenbeer.com erhältlich.

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