Umeå – Kulturhaupt-Stadt der Birken

Das lächelnde Herz

Vorbild für das Logo der Kulturhauptstadt Umeå: Skulptur „Das lächelnde Herz“. Foto: Jopparn /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

 

Die „gott nytt år“-Wünsche liegen schon ein paar Tage zurück. Doch im nordschwedischen Umeå beginnt dieses Jahr erst Ende Januar so richtig – mit dem offiziellen Auftakt von Umeå 2014. Dem Jahr als Europäische Kulturhauptstadt.

Gemeinsam mit der lettischen Hauptstadt Riga präsentiert sich mit Umeå – sechzehn Jahre nach Stockholm – wieder eine schwedische Stadt als kultureller Brennpunkt Europas: „Brennender Schnee“, Licht und Wärme holen Stadt in Nordschweden während des Eröffnungsprogramms Future Flows Through Us vom 31. Januar bis 2. Februar aus dem „Dunkel ins Licht“ und läuten das Kulturjahr ein.

Europas nördlichste Kulturhauptstadt

In der hiesigen Medienlandschaft ist von der „unbekannten Kulturhauptstadt“ zu hören und zu lesen. In der Online-Ausgabe der F.A.Z. gar von der „unbekanntesten Kulturhauptstadt aller Zeiten“.

Nun lässt sich zwar in der Darstellung Schwedens hier und da ein Hang zu Superlativen erkennen, doch gleichmäßig Freude wollte nicht aufkommen, als „ausgerechnet Umeå“ gekürt wurde. 600 km nördlich der schwedischen Hauptstadt und 400 km südlich des Polarkreises liegend, die nördlichste Europäische Kulturhauptstadt. Lund hatte sich ebenfalls beworben. Den Südschweden bleibt die Hoffnung auf 2029. Und wie allen anderen sich zumindest einen Teil des Mottos von Umeå 2014 zueigen zu machen: „Neugier und Leidenschaft“.

Denn wie es in der F.A.Z. weiter heißt, ist es „gewiss nicht die uninteressanteste“ Stadt.

Die Stadt der Birken

Umea Kungsgatan Birken

Ein typischer Anblick in Umeå: Von Birken gesäumte Straßen. Hier die Kungsgatan. Foto: Tage Olsin/ commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 2.0)

Das in den 1620er Jahren an der Mündung des Umeälven gegründete Umeå wird auch „die Stadt der Birken“ genannt. Mehr als 3.000 dieser Bäume prägen das Stadtbild. Jedoch nicht zur bloßen Zier gepflanzt.

1888 zerstörte ein verheerendes Feuer die Residenzstadt von Västerbotten nahezu vollständig. Über 2.000 der damals rund 3.000 Einwohner verloren ihr Obdach. In der Folge wurde die Stadt am Bottnischen Meerbusen ausschließlich in Stein wieder aufgebaut, die Straßen breiter und eben jene Tausende Birken gepflanzt, um einem neuerlichen Flammeninferno vorzubeugen.

Die „Hauptstadt“ Norrlands

Es ist auch diesem Brand geschuldet, dass Umeå ein vergleichsweise junges Stadtbild abgibt. Ein anderer Grund: In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts setzte eine rasante Entwicklung ein. Wuchs der Ort zur Hauptstadt Nordschwedens. Nur darf sich die Stadt nicht so nennen. Den Titel hat sich Sundsvall in Medelpad gesichert.

Es begann mit dem Aufbau einer großen wissenschaftlichen Bibliothek 1951, setzt sich – unter anderem – fort mit der Eröffnung des Flughafens (1962) und der Einweihung der Universität 1965. Investitionen die die Stadt nachhaltig veränder(te)n und weiterentwickel(te)n – von einer Arbeiterstadt zum Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum, zum Wissenschafts- und Technologiestandort. Gegenwärtig ist Umeå die am schnellsten wachsende Gemeinde in Schweden.

Umea Bildmuseet

2012 eingeweiht: Das Bildmuseet auf dem Kunst-Campus der Universität Umeå. Foto: Polly Yassin/ commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Allein in den letzten gut 50 Jahren hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Rund 80.000 Einwohner zählt die Stadt, knapp 118.000 die Kommune Umeå. Davon sind etwa ein Drittel Studenten. So zeigt sich die Kulturhauptstadt im Norden nicht nur architektonisch jung. 38 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Bevölkerung, die sich aus 90 Nationalitäten zusammensetzt.

Einher mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung geht das kulturelle Leben. Seit den 1980er Jahren profiliert sich die Stadt auch als kulturelles Zentrum Nordschwedens. Wobei mittlerweile auch das kulturelle Leben auf die Stadtentwicklung einwirkt. Einwirken soll.

Umeå soll weiter wachsen – auf 200.000 Einwohner bis 2050, Kultur eine treibende Kraft in der Fortentwicklung sein. Eines der Argumente, mit denen sich die nordschwedische Metropole als Kulturhauptstadt 2014 empfahl.

Umeå 2014 wird uns die nächsten Wochen und Monate begleiten, ebenso Ausflüge in die Region und die Frage, warum das Kulturhauptstadtjahr acht Jahreszeiten hat. Zudem soll es den oder anderen Ausflug nach Riga, alte Hanse-, zweite Kulturhauptstadt 2014 und einst zweitgrößte Stadt Schwedens geben.

Informationen zum Reiseziel und Programm der Kulturhauptstadt Umeå:

http://www.visitumea.se/de

http://www.umea2014.se/

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