Tjörn Runt – Segeln gegen den Uhrzeigersinn

Segelregatta Tjörn 2003

Tjörn Runt: Wettkampf zu Wasser rund um die Insel Tjörn, 2003. Foto: Katharyna / commons.wikimedia.org/

Die Tjörn Runt ist Schwedens größte Segelregatta und einer der größten Küstensegelwettbewerbe weltweit. Alljährlich versammeln sich Hunderte Hobby- und Profisegler, kleine Jollen bis hin zu großen Mehrrumpfbooten, am dritten Augustwochenende an der schwedischen Westküste zum Wettsegeln rund um die Insel Tjörn.

Nur eine Woche nach dem Womans Match in Lysekil, dem weltweit größten Segelwettbewerb für Frauen, findet mit der Tjörn Runt die nächste Großveranstaltung an der Küste von Bohuslän statt. Am 16. August 2014 fällt zum 51. Mal der Startschuss für die Segelregatta rund um die sechstgrößte Insel des Landes.

Tjörn Runt 1963 auf Krebsfest geboren

Zum runden Jubiläum der Tjörn Runt traten 2013 rund 500 Segelboote unterschiedlicher Klassen an, die rund 25 beziehungsweise 34 Seemeilen mit teils sehr engen Passagen rund um Tjörn zu absolvieren.

Die Idee zu dem Segelwettbewerb kam 50 Jahre zuvor – während eines Krebsfestes – auf. Flugs segelten die „Seebären“ der umliegenden Wassersportklubs um die Wette. Die erste offizielle Tjörn Runt fand ein Jahr später statt. Doch gilt 1963 als Geburtsstunde der Regatta.

Es sollte einer der größten Wettbewerbe seiner Art werden. In den 80er und 90er Jahren tummelten sich um die 1.000 Segelboote im Schärengaren nördlich von Göteborg. Die Zuschauerzahlen, zu Land und zu Wasser, erreichen mittlerweile fast die 30.000. Eine Herausforderung für das rund 200-köpfige Organisationsteam.

Tjörn Runt „falsch herum“

Ursprünglich wurde die Tjörn Runt im Askeröfjord, nördlich der Tjörnbron, gestartet. Nach der Umsegelung der Insel im Uhrzeigersinn lag bei der Skåpesundsbron, die Tjörn und Orust verbindet, der Zieleinlauf. Im 50. Jahr der Segelregatta wurde im Stigfjord  gestartet und in die „falsche“ Richtung zum Ziel im Askeröfjord gesegelt.

Laut einer Umfrage unter den Teilnehmern fanden nicht nur die unterschiedlich langen Kurse des Jubiläumsjahres mehrheitliche Zustimmung, sondern auch das Segeln gegen den Uhrzeigersinn. So führt auch 2014 der Wettbewerb in der „falschen“ Richtung ausgetragen. Zudem kommt in diesem Jahr noch ein dritter Kurs hinzu. Der neue 43 Seemeilen lange Kurs sieht eine Extrarunde im Hakefjord vor und bietet gerade Mehrrumpfbooten mehr Entfaltungsspielraum.

Zu Land und zu Wasser dabei

Die Beliebtheit der Tjörn Runt bei den Zuschauern liegt auch darin begründet, dass sich das Geschehen nicht nur vom Boot aus, sondern auch bequem von Land aus beobachten lässt. Zu den beliebtesten Zuschauerplätzen zählen die Tjörnbron, die Klippen von Björholmen, Kyrkestad und Klädesholmen im Westen beziehungsweise Nordwesten von Tjörn oder Rönnäng im Süden.

Eindrücke von der Tjörn Runt (2011):

2014 wieder Jubiläum bei der Tjörn Runt

Feierte vergangenes Jahr die Segelregatta in den westschwedischen Schären runden Geburtstag, ist es 2014 der Jachtclub von Stenungsund, Stenungsunds Segelsällskap (StSS), der Veranstalter der Tjörn Runt, der 50 wird.

Etwas jünger ist die Lilla Tjörn Runt. In diesem Jahr findet der Nachwuchswettbewerb der Regatta um Tjörn zum 30. Mal statt. Gestartet wird am Tag vor der großen Tjörn Runt.

Homepage der Regatta (auf schwedisch): http://www8.idrottonline.se/StenungsundsSS-Segling/TjornRunt/

 

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Schweden - ein Paradies für Landschaftsfotografen

Annette Weber

 

Im Norden Europas verändert sich das Spektrum der Sonnenstrahlen, bedingt durch den veränderten Lichteinfall. Das blaue Spektrum nimmt zu. Dieser veränderte Lichteinfall führt dazu, dass die Schatten länger werden und sich die Konturen der Motive dunkler und deutlicher abzeichnen. Eine perfekte Session für einen Landschaftsfotografen, denn die Landschaftsfotografie lebt vom Licht.  Da es in der Natur nicht künstlich erzeugt werden kann, muss man genau dieses Licht effektvoll einsetzen, das die Natur gerade bietet. Die Aufgabe des Fotografen besteht darin, den richtigen Moment zu erkennen,  in dem das Licht die Besonderheit der Landschaft hervorhebt.  Dann muss man nur noch abdrücken und das perfekte Landschaftsfoto ist im Kasten.

In Schweden treffen zwei gute Voraussetzungen für tolle Fotos aufeinander: Der Lichteinfall und das Landschaftsmotiv.

Schweden hat großartige, karge Landschaften, felsige Küsten, lange Sandstände, dunkle Wälder, tiefe Seen und weite weiße Schneelandschaften. Nicht immer scheint die Sonne, aber nach einem Regenschauer sind die Farben satter, und der Wolkenhimmel bietet oft interessante Konturen.

Großartige Motive entstehen auch durch Wasserspiegelungen. Das veränderte Farbspektrum des Lichteinfalls sorgt dafür, dass die kristallklaren Seen die Motive besonders scharf und deutlich reflektieren. Auf die Weise ist es möglich, Fotomotive zu finden,  die sich fast eins zu eins in einem See spiegeln. Fantastische Motive werden einem auf diese Art und Weise geboten.

Auch das Wetter bietet einem Naturfotografen unglaublich viele Möglichkeiten.  Unbelebte Gegenstände  bieten ganz neue Motive, die unter den Auswirkungen des Wetters in einer anderen Dramatik auf den Betrachter wirken. So kann man  eine Küstenlandschaft regenverhangen grau in grau in diffusem Licht wiedergeben,  es kann aber auch ein minimaler Nebelschleier die Szene in eine mystische Landschaft verwandeln.  Auch bizarre Wolkenbilder über einem Landschaftsmotiv sind ein Hingucker. Um die Faszination zu erhöhen, sollte man den Horizont niedrig wählen.

So passt in Schweden alles zusammen, was das Herz eines begeisterten Landschaftsfotografen höher schlagen lässt: ein abwechslungsreiches Farbenspiel durch den Wetterwechsel, ein besonderes Farbspektrum durch die nördliche Lage, eine fantastische und bizarre Landschaft und tolle Reflektionen durch die zahlreichen Gewässer.

 

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