Sprache

Gnällbälte: Wo Jammern zum guten Ton gehört

Notorischer Nörgler – eine nicht gerade charmante Anrede… Und doch sind die Leute aus dem „Gnällbältet“ („Jammergürtel“) es gewohnt, dass man sie so bezeichnet. Selbst, wenn sie fröhlich und gutgelaunt sind: den Stempel „Jammerlappen“ haben nun mal sie weg. Und es liegt allein an ihrem Dialekt, der dem Rest von Schweden so „weinerlich“ in den Ohren klingt. „Gnällig“ eben…

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In Skåne reicht Schulschwedisch nicht aus

Jaja, so kann es gehen: Da denkt man, man wäre mit seinem Volkshochschul-Schwedisch schon ganz gut im Hörverstehen. Und dann kommt man, etwa im Urlaub, nach Skåne – und scheitert an der erstbesten Gesprächssituation. Jemand spricht dich an, und du guckst nur wie ein Fragezeichen: „Vad sa du??“ Schlimmer wird’s, wenn dein Gegenüber das Gesagte noch wortreich umschreiben will. Alles, was du dann noch über die Lippen bringst, ist ein verzweifeltes „Tyvärr, jag förstår inte!“ Skånisch ist eben nicht wirklich schwedisch…

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Siezt Du noch oder duzt Du schon? Zur „IKEAisierung“ unserer Gesellschaft

IKEA in Hamburg-Schnelsen. Foto: Sven

Neulich bei IKEA: Ich bin auf der Suche nach einem bestimmten Möbelstück und wende mich an eine der Mitarbeiterinnen. Freundlich gibt sie mir Auskunft und redet mich dabei wie selbstverständlich mit „Du“ an. Innerlich zucke ich zusammen, bin versucht, sie zu fragen, warum Sie sich das Recht herausnimmt, mich zu duzen. Das legere „Du“ ist allerdings längst schon Programm beim schwedischen Möbelriesen. Aus der Werbung kenne ich das bereits. Nur im persönlichen Kontakt fühlt es sich etwas fremd an. Noch. Denn was erstmal nur eine clevere Imagekampagne eines Möbelhauses ist, trägt stark zu einem Phänomen bei, das man die „IKEAisierung“ unserer Gesellschaft nennen könnte.

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Bitte weitersagen: Märchen und Musik in Ljungby

Gerade in Deutschland kennen Viele es vom „Hörensagen“. Einige haben es sogar schon mit eigenen Augen gesehen: Das Märchenmuseum im „Sagenland“ von Ljungby, Alvesta und Älmhult. Denn im Herzen von Småland, wo alte Volkserzählungen noch lebendig sind, haben sich einst berühmte Erzähler niedergelassen und die mündliche Tradition sorgfältig niedergeschrieben. Und bis heute gibt es zahlreiche Märchenfreunde, die diese Geschichten weitererzählen.

Nun macht das „Sagobygden“ sogar international von sich reden – durch das Erzählerfestival in Ljungby. Vergangenes Wochenende versammelten sich wieder rund 50 Mitwirkende, die ihre Gäste erzählend oder musikalisch in die Vergangenheit entführten. Bereits seit über 20 Jahren beweist das „Berättarfestival“ mit seinem Programm: Viele der alten Weisen und Weisheiten sind bis heute hochaktuell.

Kindererzählung

Märchen, von Mund zu Ohr weiter erzählt. Foto: Sagomuseet Ljungby

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„Bluesmannens“ Musik für lange Strecken

"A long way from home..." Foto: Anders Johansson, Image Bank of Sweden

„Oh boy!“ Eine CD von Peps Persson ist für mich der Garant für gute Stimmung auf langen Fahrten – nicht nur durch Schweden! Die Mischung aus Reggae, Rhythm’n’Blues und Folk, meist versehen mit schwedischen Texten und vorgetragen in Peps‘ unverwechselbar breiten skånischen Akzent: Das ist so überraschend, mitunter lustig und abwechslungsreich, dass man die endlose Strecke glatt vergisst. Derart getragen von guter Musik wird die Autobahn dein Freund, und der Weg zum Ziel.

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Die schwedische Sprache

Wer schon einmal einem Schweden beim Reden zugehört hat, der bekommt schnell den Eindruck, als würde der Mann aus dem hohen Norden singen. Das liegt an der etwas seltsamen Betonung auf den Silben. Schwedisch wie auch norwegisch gehören zu den nordgermanischen Sprachen und wenn sich ein Schwede und ein Norweger unterhalten, dann können sie das in ihrer jeweiligen Landessprache tun und es wird keine Missverständnisse geben. Auch wenn ein Deutscher die schwedische Sprache in gedruckten Buchstaben vor sich sieht, dann wird er große Teile lesen und auch verstehen können, denn die deutsche und die schwedische Sprache ähneln sich. Das schwedische Hus, ist das deutsche Haus und wenn man das Schwimmen, in die schwedische Sprache übersetzen will, dann heißt das simma.

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Keine Angst – Ein Tauchgang in Schwedische Mentalitätsuntiefen

Entschuldigt man sich in Schweden für etwas, so antwortet der Schwede in aller Regel mit einem inbrünstig ausgerufenen „ingen fara“, egal, ob man jemandem aus Versehen auf den Fuß getreten ist oder die vor einem Monat geliehenen 10.000 Kronen (etwa 1.000 Euro) leider immer noch nicht zurückgeben kann und auch in absehbarer Zukunft dazu nicht in der Lage sein wird. Wahrscheinlich würde es selbst die schwedische Mutter dem jungen Mann entgegnen, der ihr mit schuldgekrümmten Schultern und angstgeweiteten Augen, die Baseballkappe nervös in den Händen drehend, erzählt, dass er soeben, leider und natürlich völlig unabsichtlich! ihr Kind über den Haufen gefahren hat.

Jeder, der einmal eine Fremdsprache gelernt hat, weiß, man darf Ausdrücke nicht wörtlich übersetzen. Sinngemäß bedeutet das schwedische „ingen fara“ etwa „kein Problem“. In diesem Fall aber ist die wörtliche Übersetzung „keine Gefahr“ einen Blick wert, denn sie gibt uns einen tiefen Einblick in die schwedische Mentalität. Einen sehr tiefen.

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Schwedisch lernen an der VHS

erschienen im Groa-Verlag

Es gibt viele Gründe, Schwedisch jeweils an seiner lokalen Volkshochschule zu lernen. Die Kurse sind günstig, man lernt tolle Leute kennen und im Idealfall hat man eine Menge Spaß.
Ich habe das Ganze letztes Jahr einmal getestet.

Etwas schüchtern betrat ich damals den Raum und schaute unsicher in die Augen der anderen schon Anwesenden. Meine Ängste, es würden hauptsächlich Cliquen und kleine Grüppchen teilnehmen, waren unbegründet. Es fällt auch nicht schwer, gleich ins Gespräch zu kommen, denn immerhin hat man ja von nun an gemeinsame Interessen.

Wir waren schon eine tolle Truppe! Ein älteres und zwei jüngere Pärchen hatten konkrete Auswanderungspläne, zwei Handwerker im mittleren Alter hofften auf Jobchancen in Schweden, diverse Studenten waren entweder Schwedenfans oder überehrgeizig, eine Dame wurde vom Arbeitsamt geschickt und eine junge Arzthelferin, mit der ich noch heute gut befreundet bin, hatte eine lange Urlaubsreise geplant und wollte sprachlich entsprechend ausgerüstet sein.

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