Skispringen mit Jan Boklöv

Salpausselkä-Schanze in Lahti, Finnland. Foto: sdbj - Flickr.

Salpausselkä-Schanze in Lahti, Finnland. Foto: sdbj – Flickr.

„Backhoppare“ Jan Boklöv – der in Lappland aufgewachsene Schwede führte Ende der 80er Jahre den heute renommierten „V“ – Sprungstil ein und trug damit zur Ablösung der alten Parallel-Sprung-Technik bei. Was heute der Normalität entspricht, war damals ein kühnes Wagnis.

Ein gefährliches Unterfangen

Skispringen kann ein sehr gefährlicher Sport sein. Die Stürze von Weltklassespringern wie Thomas Morgenstern oder Simon Amann in den vergangenen Jahren zeigen dies auf dramatische Weise. Einer jedoch hatte einen besonders schweren Weg, seine Sprünge sicher zu landen. Jan Boklöv revolutionierte mit der Verwendung des sogenannten „V-Stils“ den kompletten Skisprungzirkus, wenngleich es für ihn ein harter Weg bis dahin gewesen war. Durch Zufall entdeckte der durchschnittlich erfolgreiche Schwede im Training die neue Art des Springens: Mit nach vorne gelehntem Oberkörper spreizten sich auf einmal die Beine und die langen Skier formten ein erkennbares „V“. Das Erstaunliche: Boklöv sprang beinahe aus Versehen 20 Meter weiter als bisher. Es folgten zahlreiche Stürze und drei Schulterbrüche, ehe er sich sicher fühlte und auch im Wettkampf auf seine Neuentdeckung setzen konnte.

Vom Clown zum Vorbild

Als der immer noch junge Boklöv schließlich statt den ästhetisch anliegenden Beinen plötzlich während eines Weltcupsprungs diese spreizte und ein V formte, trauten viele ihren Augen nicht. Vergleiche zu „Eddie the Eagle“ waren schnell angestellt. Als Clown belächelt, bewies der Schwede dennoch mit hoher Weite den Erfolg der Technik. Starke Abzüge in der Haltungsnote waren jedoch lange die Konsequenz der unorthodoxen Sprunghaltung. Statt 19 oder 19,5 gab es von der Jury für ihn nur 14 oder 15 Punkte. So  dauerte es noch einige Jahre, ehe schließlich alle Springer auf den aerodynamischen V-Stil umstiegen, der mehr Wind-Widerstand lieferte. Der mehrfache Olympiasieger Jens Weißflog aus Deutschland meinte: „Dieser Mann hat eine Revolution zu verantworten. Deshalb ist es schade, dass der V-Stil nicht Boklöv-Stil heißt.“  Im Winter 1988/89 konnte Boklöv seine einzigen fünf Weltcupsiege erringen und damit den Gesamtweltcup vor dem stets dominierenden Finnen Matti Nykänen gewinnen, was jedoch der einzige große Erfolg seiner Karriere bleiben sollte.

Jan Boklöv als Skisprungrevolutionär

Inzwischen weiß man, dass der V-Stil die Aerodynamik im Flug um 25 Prozent verbessert. „Das Skispringen ist durch den V-Stil erheblich sicherer geworden“, sagte Walter Hofer einst, der Renndirektor des Internationalen Skiverbandes. „Früher hatten wir pro Springen 12 bis 15 Stürze, heute liegen sie im Promillebereich.“

Jan Boklöv und die Revolution im Skispringen.

 

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