Schwedische Sprache vs. Google – ein kurioser Sprachstreit

Quelle: lostinstockholm.com
Wer schon mal in Schweden war oder sich mit der schwedischen Sprache auseinandergesetzt hat (oder auch nur bei IKEA war), der weiß, dass es so einige komische Wörter in der schwedischen Sprache gibt, die im Deutschen etwas umständlicher erklärt werden müssen. Und eben eines dieser bizarren Wörter hat jetzt einen ganz besonderen Sprachstreit ausgelöst.

Worte wie „fika“, was so viel bedeutet, wie gemütlich Kaffeetrinken und zusammensitzen und auch was Kleines naschen, die gibt es häufig in der schwedischen Sprache und die entstehen auch immer wieder neu. Um da einen Überblick zu behalten, gibt es den schwedischen Sprachrat. Und der veröffentlicht jedes Jahr eine Liste von Idiomen, die sich herausgebildet haben und offiziell in die schwedische Sprache aufgenommen werden sollen.
In diesem Jahr gehörte zu diesen Wörtern zum Beispiel auch das Wort „zlatanera“. Angelehnt an den schwedischen Profi-Fußballer Zlatan Ibrahimovic und es soll bedeuten, dass jemand selbstbewusst, aber auch patzig auftritt. Aber das Wort, um das es im Verlauf des Sprachenstreits ging, war das Wort „ogooglebar“. Das soll heißen, dass etwas in einer Suchmaschine nicht zu finden ist. Dagegen hat die Firma Google Einspruch eingelegt, weil mit dem Wort nicht Suchmaschinen im Allgemeinen angesprochen werden, sondern nur Google und so könne durch das Wort „ungooglebar“ ein Defizit bei Google vermutet werden.
Google wollte also gegen den Sprachrat Schwedens klagen. Aber darauf ließ der sich gar nicht ein und nahm das Wort schon schnell wieder von der Liste, aber nicht weil der Rat klein beigeben wollte, sondern weil man einem Prozess aus dem Weg gehen wollte. Argumentiert wird folgendermaßen: „Wir haben weder Zeit noch Lust darauf, den Prozess auszutragen, den Google versucht in Gang zu bringen.“ Der Rat ist sich nämlich sicher: Es ist nicht möglich, eine Sprache juristisch einzuschränken und ein Wort, wie „ogooglebar“ wird sich durchsetzen, egal, ob es nun offiziell in den Sprachgebrauch aufgenommen wird oder nicht.
Der schwedische Sprachrat sparte also so eine Menge Zeit und Energie für etwas, was sich so oder so durchsetzen wird. Wie viele andere Wörter in der schwedischen Sprache auch.

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  1. Angelika Schulze sagt:

    Bisher kannte ich nur das Wort „googeln“. „Ogoogelbar“ werde ich aber sofort in meinen Sprachschatz aufnehmen. Ob das Google nun passt oder nicht.

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