Schloss Stjernsund – Könige und Rindviecher

Schloss Stjernsund

Schloss Stjernsund: Das Hauptgebäude von Süden aus gesehen. Foto: Artifex /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

Umgeben von Parklandschaft liegt Schloss Stjernsund, oder Schloss Stjärnsund, auf einer Landzunge am Nordzipfel des Vättern. Der klassizistische Prachtbau aus dem frühen 19. Jahrhundert gilt als eines der schönsten Schlösser Schwedens.

Genauer gesagt liegt Schloss Stjernsund am Sund zwischen dem See Alsen, dem nördlichsten Ausläufer von Schwedens zweitgrößtem See und dem eigentlichen Vättern. Im südlichen Närke, am Riksväg 50, wenige Kilometer südlich von Askersund.

Von Olme Sund zu Stjernsund

Wo sich heute Schloss, Parkanlage und Gutsgebäude erstrecken, war einst ein Dorf. Olme Sund. Es gehörte während des Mittelalters zum Kloster Alvastra, wurde später königliches Gehöft.

1637 gelangte das Dorf in den Besitz von Johan Gabrielsson Oxenstierna, aus einem der einflussreichsten Adelsgeschlechter Schwedens. Durch Zusammenlegung mit anderen Besitztümern wurde das Gut – vom Namen Oxenstierna abgeleitet – Stjernsund gebildet. 1664 war das Herrenhaus fertiggestellt. Das erste „Schloss“ Stjernsund.

1785 erwarb der Mühlenbesitzer Olof Buren (1752-1821), zum Ritter geschlagen hieß er Burenstam. Dieser legte den Grundstein für ein neues, das heutige Schloss Stjernsund.

Klassizistischer Neubau

Das neue Schloss entstand nach Plänen des Architekten Carl Fredrik Sundvall (1754-1831), einem der bedeutendsten Vertreter des Klassizismus in Schweden. 10 Jahre dauerte es, bis das neue Stjernsund 1808 vollendet war.

Vom Wasser führt eine Steintreppe über vier Terrassen hinauf zum Hauptgebäude mit zwei Etagen und Souterrain. Mittig an der Hauptseite führt eine Treppe zum Eingang, der von vier Säulen und Stuckornament gesäumt ist. Dem einzigen Schmuck des sonst eher schlicht anmutenden Baus mit den strengen Formen.

Um das Schloss wurde ein Park im englischen Stil angelegt.

Schloss Stjernsund und die Bernadottes

1823 kaufte König Carl XIV. Johan, der erste Bernadotte auf dem schwedischen Thron, das Schloss von Burenstams Tochter. Der König nutzte das Anwesen als Rast- und Ruhequartier während seiner Reisen nach Norwegen. Nach Carls Tod ging das Schloss an seinen Sohn Oscar I., der es wiederum seinem Sohn Prinz Gustav überließ.

Der als „sångarprinsen“ in die Geschichte eingegangene Bernadotte in seiner kurzen Zeit – Gustav wurde nur 25 Jahre alt – auf Schloss Stjernsund umfangreiche Restaurierungs- und Einrichtungsarbeiten durchführen. Gustavs Bruder August setzte die Arbeiten am und im Schloss fort.

Heute kann Stjernsund auf eine der reichsten erhaltenen Inneneinrichtungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verweisen.

August war der letzte königliche Eigentümer des Anwesens. Er veräußerte es 1860 an die Adelsfamilie Cassel.

Rinderzucht auf Stjernsund

Die Cassels führten auf dem Gut Stjernsund eine Rinderzucht ein. Die Geburtsstunde der Hausrinderrasse Schwedisches Rotvieh beziehungsweise Schwedisches Rot-Weißvieh. Knapp ein Jahrhundert blieben Schloss und Gut im Besitz der Cassels. Augusta Cassel war die letzte private Besitzerin.

In ihrem Testament vermachte sie 1951 das Anwesen der Königlich Schwedischen Gelehrsamkeits-, Geschichts- und Antiquitätenakademie zur Bewahrung Stjernsunds als Kulturdenkmal. 1965 wurden Schloss und Park unter Denkmalschutz gestellt.

Besuch auf Schloss Stjernsund

Heute lädt der Park zum Flanieren ein, das Schloss zu einem Rundgang. Von Mitte Mai bis Ende August kann das Schloss besichtigt werden. Bereits ab Mitte April bis Mitte September hat das Schlosscafé geöffnet.

Daneben laden bei einem Besuch auf Schloss Stjernsund das Wagenmuseum und die Meierei ein.

Mehr dazu unter

http://www.vitterhetsakad.se/

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