Schloss Gripsholm – Schloss und Roman

Schloss Gripsholm. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Håkan Svensson

Schloss Gripsholm.
Bild aus Wikipedia. Fotograph: Håkan Svensson

Schweden hat ein paar interessante Schlösser zu bieten. Genau genommen gibt es 9 offizielle Königsschlösser. Neben dem Stockholmer Schloss, Schloss Drottningholm und Solliden – wohl die bekanntesten – gehört auch Schloss Gripsholm zu den für Besucher interessanten Sehenswürdigkeiten.

Nicht weit von Stockholm entfernt liegt Schloss Gripsholm auf einer kleinen Insel im Mälaren, bei Mariefred in der Provinz Södermanland, etwa eine Autostunde von der Hauptstadt entfernt. Es wurde 1537 von Gustav Wasa erbaut.

Zunächst stand auf dieser kleinen Insel eine Burg, die bereits 1383 von einem reichen Großgrundbesitzer, Bo Jonsson Grip (daher der Name) gebaut worden war. Es waren Grips Nachfahren, die die Burg später an die dänische Königin verkauften. Der Bau wechselte dann mehrfach den Besitzer, bis Gustav I Wasa nach Gripsholm zog und die Burg zu einem Schloss mit massiven Türmen ausbauen ließ. Auch nach seinem Tod wurde an dem Schloss weitergebaut. Zeitweise diente Gripsholm auch als Gefängnis. Restaurierungen und Umbauten zogen sich bis etwa 1890 hin. Von den alten Mauern ist heute nicht mehr viel übrig.

1937 wurde das 400-jährige Jubiläum des Schlosses gefeiert.

Heute gehört das Schloss dem schwedischen Staat und dient als Museum. Es beherbergt eine staatliche Sammlung von mehr als 2000 Portraitgemälden.

Tucholsky in Mariefred

Bekanntheit hat das Schloss auch aus einem anderen Grund erlangt, und dies vor allem in Deutschland. Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky hat sich nach seiner Emigration aus Deutschland einige Zeit in Mariefred aufgehalten und dem Schloss einen Roman gewidmet. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die 1931 veröffentlicht wurde mit dem Titel „Schloss Gripsholm – Eine Sommergeschichte“. Tucholsky erzählt dabei von einem Sommerurlaub. Der Erzähler mit Namen Peter und seine Freundin Lydia verbringen einen Urlaub in Schweden und mieten sich für 5 Wochen im Schloss Gripsholm ein, wo sie auch Besuch von Freunden aus Deutschland bekommen. Sie verbringen die Zeit mit Baden, Faulenzen und Gesprächen. Dabei beobachten sie in der Umgebung, dass ein Kind in einem Heim von der Leiterin gequält wird und sorgen dafür, dass das Kind aus dem Heim befreit wird und nach Hause kommt. Der Roman ist gleichzeitig heiter und komisch, zeigt aber auch tragische Züge.

Tucholsky wohnte übrigens später in der Nähe von Göteborg, ist aber auf dem Friedhof von Mariefred, also in der Nähe des Schlosses, begraben.

Der Roman wurde 1963 unter dem Titel „Schloss Gripsholm“ und mit Walter Giller und Nadja Tiller in den Hauptrollen verfilmt.

 

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