Nobel-Bankett: Tradition und feierliche Rituale
11. Dezember 2010 von Katja Singer
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Schauplatz des Nobel-Banketts im Stockholmer Stadshus. Bild: wikimedia.commons, Fabian Seitz, CC-BY-SA-3.0
Der glanzvolle Abschluss der jährlichen Nobelpreis-Verleihungen ist der “Nobelkväll” in Stockholm, das sprichwörtlich “noble” Diner mit den Preisträgern und der königlichen Familie. Das rauschende Fest findet immer am 10. Dezember statt – und wird zumindest teilweise live im schwedischen Fernsehen übertragen. Ein Fest auch für die Regenbogen-Presse, die in den kommenden Tagen ausführlich berichten wird. Und schon heute morgen am Frühstückstisch erfahren die Schweden aus Zeitung oder Radio, wer neben wem an der Tafel gesessen hat und welche Dame mit ihrer Robe modische Trends gesetzt hat.
Der 10. Dezember als “Nobeldag” ist nach dem Todestag von Alfred Nobel gewählt, aus dessen Vermächtnis 1895 die Nobelstiftung und damit der berühmte Wissenschaftspreis hervorgegangen ist. Seit 1901 werden herausragende wissenschaftliche und kulturelle Fortschritte mit dem Nobelpreis gewürdigt: In Physik, Chemie, Medizin und Literatur sowie für Friedensbemühungen mit globaler Bedeutung.
Nach den feierlichen Verleihungen findet die Zeremonie ihren Abschluss im “Nobel-Abend”, der traditionell im festlich geschmückten Stadshus in Stockholm stattfindet. Hier wiederholen sich alle Jahre wieder die Rituale, die wohl jeder Schwede kennt: So hat die Königin immer den Vorsitzenden des Nobel-Komités als Tischherren, und man trägt entweder große Abend-Robe oder Volkstracht. Zum Bankett ist traditionell stets eine Anzahl Schüler und Studenten eingeladen, und nach dem dreigängigen Menü wird (ohne Presse) im “gyllenen sal” – der goldenen Halle – getanzt. Außerdem werden mindestens zwei Trinksprüche, Toasts oder “Skåls” an jenem Abend ausgebracht: einen zu Ehren des Königs und einen in Alfred Nobels Gedenken.
Am selben Tag, jedoch wie immer in Oslo, wird auch der Friedensnobelpreis verliehen und mit einem eigenen Festabend im Grand Hôtel gefeiert. Dieses Jahr blieb der Stuhl des Preisträgers jedoch leer: Liu Xiaobo konnte nicht anwesend sein, weil er für seine freie Meinungsäußerung zur Politik in China inhaftiert worden ist.
Die diesjährigen Preisträger:
Liu Xiaobo – Friedensnobelpreis
Robert Edwards – Medizin
Andre Geim und Kontantin Novoselov – Physik
Richard Heck, Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki – Chemie
Mario Vargas Llosa – Literatur
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