Lichtgestalt Lucia

Lucia erwärmt die Herzen. Bild: wikimedia.commons, Claudia Gründer, CC-BY-SA 3.0

In Schweden gibt es keinen Nikolaus. Der 6. Dezember ist also ein Tag wie jeder andere. Dafür aber warten alle Kinder und Erwachsenen sehnlich auf Lucia. Das wichtigste Fest in der schwedischen Vorweihnachtszeit findet immer am 13. Dezember statt – und vornehmlich am frühen Morgen.  Dann erscheint Lucia in der Dunkelheit des Winters mit einer Krone aus Licht und schenkt den Menschen – statt Süßigkeiten – Hoffnung und Zuversicht. Nicht umsonst kommt der Name Lucia vom lateinischen „lux“: Licht.

Werden zur Luciafeier gern gereicht: Pfefferkuchenmänner. Bild: Gaetan Lee, wikimedia.commons

Doch die Lucia kommt nicht allein, sondern mit einem Gefolge aus weißgekleideten Zofen („tärnor“), Knappen („stjärngossar“), manchmal auch mit kostümierten „Pfefferkuchenmännchen“ und einem Weihnachtsmann („Tomte“). Dieser prächtige Festumzug erfreut ab morgen wieder alle Kindergärten, Schulen, Altenheime und viele Arbeitsstätten in Schweden. Faszinierend, zumal für Touristen und Zugereiste, ist die Lichterkrone, die früher aus echten Kerzen in einem Gestell aus Holz bestand. Heute werden zunehmend batteriebetriebene Glühlampen verwendet, die in einem größenverstellbaren Plastikkranz auf dem Kopf der Lucia sitzen.

Viele Städte und Gemeinden haben einen Lucia-Chor und wählen mitunter im Vorwege „ihre“ Lucia aus einer Anzahl Kandidatinnen – ähnlich wie bei einer Miss-Wahl. Wichtig dabei ist nicht nur, dass Lucia schön anzusehen ist, sondern auch, dass sie und ihr Gefolge singen kann. Denn das Lied von „Santa Lucia“ steht im Mittelpunkt des Auftritts und soll die vom Winter unterkühlten Herzen erwärmen.

Die Lucia-Tradition hat verschlungene Wurzeln und ist eine Mischung aus ganz unterschiedlichen Bräuchen. Die Heilige Lucia selbst kommt aus Sizilien, wo sie als Märtyrerin im Jahr 304 starb. Die Lichtkrone trat erstmals in Westschweden des 18. Jahrhundert auf, bevor Ende des 19. Jahrhunderts die Lucia-Feierlichkeiten Einzug hielten.

Die in Schweden wohl bekanntesten „lyrics“ zum Lucia-Lied sind von Arvid Rosén geschrieben und lauten wie folgt:

Natten går tunga fjät runt gård och stuva.
Kring jord som sol förlät, skuggorna ruva.
Då i vårt mörka hus, stiger med tända ljus,
Sankta Lucia, Sankta Lucia.

Natten var stor och stum. Nu hör, det svingar,
i alla tysta rum, sus som av vingar.
Se på vår tröskel står vitklädd, med ljus i hår,
Sankta Lucia, Sankta Lucia.

„Mörkret skall flykta snart ur jordens dalar.“
Så hon ett underbart ord till oss talar.
Dagen skall åter gry, stiga ur rosig sky,
Sankta Lucia, Sankta Lucia
.

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  1. elke stork sagt:

    Gestern durfte ich wieder den Lucia – Einzug beim schwedischen Weihnachtskonzert vom a capella – Chor von swenskton erleben. Großartig. Immer wieder beeindruckend und gehört bei mir zum festen Vorweihnachtsprogramm in Deutschland.

  2. Elmar Jung sagt:

    swensk ton in der Gedächtniskirche Bad Homburg-Kirdorf am 4.12.2011
    Ich war begeistert von den vielsprachigen Gesängen des Chores und natürlich dem sanften gleichmäߟigen Einzug von Lucia und ihren Begleiterinnen.

  3. Pingback: God jul: Die feurige Lucia | Nach Schweden

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