Land und Leute

Alle Schweden fahren Volvos – Teil I

© Joachim Grote / pixelio.de

Länderklischees sind mal lustig und mal ärgerlich, aber immer äußerst interessant. Sie sind so herrlich pauschalisierend und bieten innerhalb kürzester Zeit einen kleinen Abriss von fremden Kulturen. Und obwohl ein Schema niemals lebendig sein kann und niemals alle Menschen mit einschließt, basiert es trotzdem immer auf ein kleines Fünkchen Wahrheit.

Wir Deutschen laufen nicht alle in Lederhosen oder Dirndl rum, wir trinken nicht zu jeder Tageszeit Bier und Eisbein schmeckt auch den wenigsten. Von wegen Qualität „Made in Germany“, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit: Wer sich einmal im Arbeitsamt umsieht oder bevorzugt Nachmittags-TV schaut, weiß, dass es auch anders geht. Aber trotzdem: Lederhosen und Dirndl gehören nun einmal zu unserer (bayrischen) Kultur, Eisbein ist in vielen Regionen ein Nationalgericht, kein Land hat so viele Brauereien, wie wir, und verglichen mit Simbabwe oder Burundi sind wir natürlich äußerst fortschrittlich und diszipliniert.

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Inger Nilsson: Warum Pippi Langstrumpf ihr so viel Pech bescherte

Quelle: Wikimedia Commons

Was macht Inger Nilsson, die damalige Pippi Langstrumpf Darstellerin, eigentlich heute?
Hat sie in Schweden eine große Karriere als Schauspielerin gestartet oder ruht sie sich noch heute auf den Lorbeeren von damals aus?

Beides ist falsch. Nach den Filmen, die sie im Alter von 9-11 Jahren drehte, wurde es still um das Mädchen mit dem frechen Lächeln. Sie machte ihren Schulabschluss und begann dann eine Ausbildung als Sekretärin.
Ihren frühen Ruhm und den Spaß am Filme drehen hat sie jedoch nie vergessen, weshalb sie kurz darauf wieder zurück zur Schauspielerei kehrte. Leider konnte sie sich jedoch nicht als ernst zunehmende Künstlerin positionieren. Die Rolle als Kinderstar hat ihr Gesicht so berühmt gemacht, dass sie für alle nur immer die Pippi blieb – also spielte sie jahrelang auf den Theaterbühnen rund um Stockholm. Ein brotloser Job, bei dem es häufig Phasen von Arbeitslosigkeit gab. Um über die Runden zu kommen, musste Inger dann eine Stelle als Sekretärin in einer Stockholmer Privatklinik annehmen.

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Vom alten Schweden und den schwedischen Gardinen

© tokamuwi / pixelio.de

„Alter Schwede, hast du das gesehen?“ oder „Bleib bloß sauber, sonst landest du noch hinter schwedischen Gardinen“: Sobald unsere sprachliche Etikette an den Nagel gehängt wird, tauchen plötzlich auch die Schweden in unseren Ausdrücken auf.

Aber wie kommt das eigentlich?
Da wir wissen, dass viele Sprichwörter und auch Begriffe häufig einen historischen Hintergrund haben, haben wir einmal etwas nachgeforscht – und sind tatsächlich auf einige Erklärungsansätze gestoßen.

Im 17. Jahrhundert stand das damalige Pommern, das unter anderem die Hansestadt Stralsund mit einschloss, unter schwedischer Herrschaft. Die Menschen lebten sozusagen in einem Gefängnis; zwar in ihren eigenen Häusern, aber eben hinter schwedischen Gardinen.
Andere glauben, der schwedische Stahl, der immer für seine außerordentliche Qualität bekannt war und dementsprechend zum Vergittern von Gefängniszellen verwendet wurde, für den Ausdruck in unserer Umgangssprache verantwortlich ist.

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Ich und Daniel – Das traf mitten ins Herz: Teil II

© Michaela Schöllhorn / pixelio.de

Etwas Schwedisch sprechen gelernt zu haben, kam Sarah besonders bei Besuchen bei Daniels Familie zugute. Dass Schweden sehr zurückhaltend und zugeknöpft sein können, das hat sie damals noch nicht gewusst. Noch dazu kam, dass Daniels Familie sehr weit im Norden und sehr abgeschieden wohnte. Ganz traditionell gingen die Männer dort auf Elchjagd, während die Frauen Spezialitäten wie tunnbröd selbst herstellten. Viele Menschen dort oben verdienen ihr Geld als Holzfäller und leben sehr zurückgezogen. Das war schon ein Kulturschock, für die Studentin aus der (für die Schweden) Großstadt.
Sie war auch fast etwas enttäuscht, dass niemand herzlich auf sie zukam und fragte: „Hej, wer bist du? Wo kommst du her und was machst du dort?“ Stattdessen erntete sie Blicke, die sie nicht deuten konnte.
Als aber Alkohol floss, legten die Schweden ihre Schüchternheit ab und zeigten Sarah, wie man richtige Partys feiert. Besonders eine Silvesterfeier ist ihr da in bleibender Erinnerung geblieben. Heute fühlt sie sich von allen akzeptiert.

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Ich und Daniel – Das traf mitten ins Herz: Teil I

Ein Herz für Schweden zu haben, bedeutet nicht immer, dass man sich wirklich für das Land begeistert. Manchmal heißt es auch, dass man einfach von Amors Pfeil getroffen wurde.
Ich habe mit Sarah gesprochen, die seit vier Jahren mit einem Schweden liiert ist und erst durch ihn sein Land, seine Kultur und seine Sprache lieben gelernt hat. Doch die beiden mussten einen steinigen Weg für ihre Liebe gehen…

© Moni Sertel / pixelio.de

Sarah ist eine hübsche junge Frau, die davon träumt, Lehrerin zu werden. Derzeit macht sie ihr Referendariat in Freiburg, was eine sehr stressige Zeit für sie bedeutet. Aber Stress und Anstrengungen, das ist sie gewohnt. Seit vier Jahren kämpft sie nicht nur für ihren Berufswunsch, sondern auch für ihre große Liebe.

Den charmanten Schweden Daniel lernte sie in Würzburg bei einer Party im Studentenwohnheim kennen, in welchem sie eine Freundin besuchte. Beide verstanden sich auf Anhieb super, was auch daran lag, dass Sarah, die längere Zeit in Irland gewohnt hatte, fließend Englisch sprechen konnte. Die Chemie stimmte, und so kam es, dass er sie gemeinsam mit ihrer Freundin am nächsten Tag zu sich zum Frühstück einlud. Sarah spürte gleich, dass da etwas zwischen ihr und Daniel war, aber da sie in Freiburg studierte, war klar, dass sich ihre Wege wieder trennen würden. Also setzte sie alles auf eine Karte und bot ihm an, sie besuchen zu kommen – unter dem Deckmantel, als Auslandsstudent müsse man ihre tolle Uni-Stadt einfach einmal gesehen haben.

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Vasaloppet – der Klassiker auf Skiern

"In der Spur der Väter..."

Tausende Menschen mit Skiern an den Füßen, Blaubeergeschmack im Mund und kilometerlange Loipen in feinem Pulverschnee. Das ist der Vasalauf von Sälen nach Mora in Schwedens Herzland, Dalarna. Wer den Winter in Schweden verbringt, sollte sich einmal auf die „Spuren der Väter“ begeben – so lautet das Motto des Vasalaufs, der einer 500 Jahre alten Legende um Gustav Vasa folgt. Immer am ersten Sonntag im März startet das 90 Kilometer lange Ski-Rennen, das frenetisch im Zielort Mora und entlang der Strecke gefeiert wird. Es ist der größte „Cross-Country“-Ski-Wettbewerb der Welt, wird seit 1922 jährlich durchgeführt und hat inzwischen rund 15.000 Teilnehmer. In der dazugehörigen „Winterwoche“ – ab 25. Februar 2011 – finden viele kleinere Ski-Wettbewerbe mit ebenso guter Stimmung statt. 50.000 Aktive und noch einmal so viele Zuschauer werden auch 2011 wieder zwischen Sälen und Mora erwartet.

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Kubb: Wenn Wikinger in die Schlacht ziehen

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Fast immer, wenn ich in diesem Sommer runter an den Strand gegangen bin, sind mir Menschen begegnet, die ein merkwürdig aussehendes Spiel spielten, das im Wesentlichen darin bestand, einen Holzklotz zu werfen und damit einen anderen umzuwerfen. Von außen betrachtet, schien mir diese Beschäftigung reichlich uninteressant, aber die Begeisterung, die in den Gesichtern aller Mitspielenden abzulesen war, sprach eine andere Sprache.

Heute weiß ich, dass dieses Spiel Kubb oder auch Wikingerschach heißt, seit über 100 Jahren in Skandinavien gespielt wird und sich in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

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Goldgrube Elchkot?

© markus platzbecker / pixelio.de

Elche sind die Könige der nordischen Wälder und bei uns Deutschen besonders beliebt. Sie stehen wie kein anderes Tier für den faszinierenden Norden mit seinen tiefen Wäldern, den atemberaubenden Farben der Natur und der endlosen Weite.

Das Potential des Elchs als Merchandise-Objekt ist schon lange erkannt. Es gibt Plüsch-Elche, Elch-Schlüsselanhänger und Comics, T-Shirts und Tassen, Elchsteaks und Nudeln in Elchform. Wahrscheinlich gibt es auch Elch-Bettwäsche und Poster. Das Tier ist einfach ein echter Star; das ist nicht abzustreiten.

Aber ist der Elch wirklich so berühmt und beliebt, dass sogar mit seinen Ausscheidungen etwas anzufangen ist? Ich fürchte ja!

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Ein Mekka für Eisenbahnfreunde

Stahltrosse auf Schienen in Gävle

Für schwedische Eisenbahnfreunde ist die Stadt Gävle in Gästrikland ein Mekka, denn hier befindet sich das „järnvägsmuseum“ mit einer der schönsten eisenbahnhistorischen Sammlungen Europas. Das Eisenbahnmuseum, das auch einen Ableger in Ängelholm an der Westküste hat, wird vom staatlichen „Trafikverket“ betrieben und dokumentiert 150 Jahre schwedischen Schienenverkehrs. Weil man bereits 1906 damit angefangen hatte, ausgemusterte Züge zu sammeln und in Stand zu halten, ist die Ausstellung heute so umfangreich. Auf dem Freigelände des Museums sind Triebwagen und Waggons attraktiv um einen historischen Lokschuppen der ehemaligen „Ostküstenbahn“ herum arrangiert. In den Hallen der ständigen Ausstellung erfahren Eisenbahnfreunde alles über die bewegte Geschichte des Eisenbahnverkehrs in Schweden – etwa als die eisernen Züge um 1860 zur Konkurrenz für Kanal- und Fluss-Schipper wurden.

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