Land und Leute

Wie ein Vogel fliegen und schwimmen wie ein Fisch – als Voyeur durch das Vattenriket Kristianstad

Ein Adler im Vattenriket Kristianstad

"Photo: www.imagebank.sweden.se (c) Staffan Widstrand photographer/copywright

 

Mit Hilfe des Opterix, dem Höhepunkt der neuen Ausstellung im Naturum Vattenriket, ist das möglich. In einer Kapsel wird ein Film abgespielt, der den Besucher in die Welt des Wasserschutzgebietes entführt. Das tier- und pflanzenreiche Leben über, am und im Fluss Helge Å wird dem Zuschauer beinahe zum Anfassen nahe gebracht. Der Film und die gleichzeitige Vibration in der Kapsel geben einem das Gefühl, wie ein Helikopter abzuheben, durch die Luft über das Wasserreich zu fliegen, nur um nach einer Weile rasend schnell abzusteigen, in das Wasser einzutauchen und die Unterwasserwelt zu erkundigen.

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Die schwedische Nationalhymne

Richard Dybeck (1811-1877) dichtete die ersten beiden Strophen der heutigen Nationalhymne Schwedens, deren Veröffentlichung am 13.11.1844 anläßlich einer Abendunterhaltung mit skandinavischer Volksmusik ihren Ursprung fand.

Die Erweiterung der Hymne um Strophe drei und vier wurde durch Louis Ahlén erst 1910 geprägt. Im Ausland werden nur die ersten beiden Strophen – bei sportlichen Events sogar nur die erste Strophe gesungen:

schwedischer Originaltext

Du gamal, Du fria, Du fjällhöga nord, Du tysta, Du glädjerika sköna! Jag hälsar Dig, vänaste land uppå jord. /: Din sol, Din himlen, Dina ängder gröna:/

Du tronar på minnen från fornstora dar, då ärat Ditt namn flög över jorden. Jag vet att Du är och Du blir vad Du var. /: Jag vill leva, jag vill dö i Norden :/

Jag städs vill dig tjäna mitt älskade land, din trohet till döden vill jag svära. Ditt rätt skall jag värna, med håg och med hand. /: Din fana, högt den bragderika bära. :/

Med Gud skall jag kämpa, för hem och för härd, för Sverige, den kära fosterjorden. Jag byter Dig ej, mot allt i en värld. /: Nej, jag vill leva, jag vill dö i Norden :/

Deutsche Übersetzung:

Du alter, du freier, du gebirgiger Norden, Du stiller, du freudenreicher Schöner! ich grüße dich, lieblichstes Land der Erde. /: Deine Sonne, deinen Himmel, deine grünen Wiesen :/

Du thronst auf Erinnerungen großer, vergangener Tage, da dein Name geehrt durch die Welt flog. Ich weiß, dass du bist und du bleibst, was du warst. /: Ja, ich will leben, ich will sterben im Norden /:

Ich will dir stets dienen, mein geliebtes Land, Dir will ich Treue bis zum Tode schwören. Dein Recht will ich schützen, mit Herz und mit Hand. /: Deine Fahne, deine heldenreiche hoch halten:/

Mit Gott werd´ ich kämpfen für Haus und für Hof, für Schweden die geliebte Heimaterde. Ich tausche dich nicht gegen alles in der Welt. /: Nein, ich will leben, ich will sterben im Norden :/

Silvia Hinz

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Fårö – die kleine Schwester von Gotland

Nach kurzer 5minütiger, kostenloser Überfahrt durch den Fårösund erreicht man mit der Autofähre die kleine nordöstlich von Gotland gelegene Insel Fårö.

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„Bäst i Väst“: Handel und Wandel in Göteborg

Foto: Svenska Mässan

Göteborg sieht sich gern als die Handelshauptstadt Schwedens. „In Göteborg schreibt man keine Gedichte. In Göteborg schreibt man Rechnungen“, sagte schon 1903 der norwegische Literatur-Nobelpreisträger Bjørnstjerna Bjørnson. Nicht umsonst hat sich die Stadt zu einem bedeutenden Messeplatz entwickelt. Jährlich besuchen rund eine Million Menschen die Veranstaltungen der „Svenska Mässan“, die in den stattlichen Gothia Towers, gleich gegenüber Lisebergs, residiert.

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Von Osterfedern und Maiblumen

Puschelfedern am Osterreisig, Foto: Katja

Es ist ja, wie so oft: Manchmal benehmen sich Einwanderer wie die besseren Schweden… In meinem zweiten Jahr als schwedischer Neubürger weiß ich so in etwa, wie das hier mit den Feiertagen läuft. Habe mir die Sitten und Gebräuche abgeguckt und ahme ganz unverblümt nach. Wie jetzt zu den bevorstehenden Feiertagen! Zwei Dinge, die in Schweden zum Frühling gehören wie Lucia zu Weihnachten sind: Osterfedern und Maiblumen.

Die bunt eingefärbten Federn sind der standardmäßige Osterschmuck am sogenannten Oster-Reisig – und schlagen selbst die allgegenwärtigen Ostereier um Längen in der Beliebtheit. Da die Reisige, meistens Birkenzweige, sehr kahl in den Handel kommen und kaum vor Ende des Osterfestes zu sprießen beginnen, werden sie mit weichen Federn behängt. Man wickelt die bunten Puschel mit Draht um das Ende des Zweigs und bildet so gleichsam einen Osterstrauß mit künstlichen „Blättern“.

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„Bäst i Väst“: Der Göteborger Sport-Sommer

Eröffnungsfeier zum Gothia Cup. Foto: © BildbyråŒn - COP 69 - Peter Magnusson

Endlich spielen sie wieder. Nach dem langen, strengen Winter ist die schwedische Fußball-Liga „Allsvenskan“ in vollem Gange. Die Saison läuft, anders als etwa in Deutschland, den ganzen Sommer über – genauer von 3.April  bis 23. Oktober 2011. Drei Göteborger Clubs sind mit dabei und kämpfen mit 13 weiteren Mannschaften um Tabellenpunkte und den begehrten Titel „schwedischer Meister“.

Das heißt für Göteborg: Der Sommer ist auch sportlich gesehen Hoch-Saison. Die Stadt ist mit einer Reihe von erstklassischen Sportanlagen dafür auch bestens ausgerüstet. Nur als Neuling verliert man manchmal den Überblick….

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Dschungel schwedisches Gesundheitssystem Teil 2: Bis die Sjuksköterska kommt

quakt, watschelt- Ente (Foto: Tina)

Neulich kam mir ein privater, aber deshalb nicht weniger interessanter Gedanke: wenn man schreibt, verändert sich der Blickwinkel auf unangenehme Erlebnisse auf seltsame Weise. Egal, was einem Blödes passiert, man kann darüber schreiben. Man kann sogar sagen, je schlimmer das Erlebnis, desto besser die Geschichte. Wer denkt das wäre zynisch, ein Beispiel: Junge und Mädchen begegnen sich, niemand hat was dagegen, die beiden heiraten, leben glücklich, sterben…. Langweilig! Last uns Romeo und Julia lesen!

Vor einigen Wochen erwachte ich mit Bauchschmerzen. Ich starrte an die Decke, und dachte: „Mein Bauch tut weh. Ich sollte mal was über das schwedische Krankensystem schreiben. Ist bestimmt interessant. Aber ziemlich umfangreich. Ich könnte eine Serie daraus machen.“ Da meldete sich mein Magen mit einem besonders heftigen Krampf und der dringenden Nachricht „Ähm, kannst du dich vielleicht erst mal um mich kümmern?!?“

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Dschungel Schwedisches Gesundheitssystem Teil 1: Försäkringskassan

Der Umschlag des Verderbens Foto: Tina

Egal ob man als Austauschstudent ein Semester in Uppsala verbringt, man drei Wochen Urlaub in Lappland macht oder man seine Zelte in Deutschland endgültig abbricht und auswandert, alle wollen wissen: wenn ich nachts wach werde, und mich vor Schmerzen krümme, wird mir dann geholfen? Dieses Thema ist für mich unangenehm, bringt Erinnerungen an vergangene Qualen, Schmerzen und Leiden. Also bringen wir den grausamsten Teil gleich hinter uns, und verschieben die leichteren Themen wie akute Notfallversorgung oder Operationen auf später. Die schwedische Gretchenfrage: sag wie hältst du´s mit der Krankenkasse?

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Nostalgicum – Reise in die 50er und 60er

Seit fast zwei Jahren bereichert ein Museum der besonderen Art Göteborgs Kulturlandschaft. In der Altstadt der Westküstenmetropole lädt das kulturhistorische Museum Nostalgicum zur Zeitreise in die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein. Doch nicht nur thematisch nimmt das kleine Museum eine besondere Rolle ein.

Getragen von einem gemeinnützigen Verein erzählt das Nostalgicum in einer Dauerausstellung ein Stück schwedischer Alltagsgeschichte der 50er und 60er Jahre. Was aber keineswegs heißt, dass Nichtschweden der Generation 50 plus nicht auch einen Teil ihres Lebens wiederfinden. Petticoat, Lockenwickler, Elvis Presley und Joan Baez, das Design der Zeit sind in ganz Europa und darüber hinaus im Gedächtnis verankert. Für die Jüngeren bietet sich ein Einblick in die Kindheit, Jugend ihrer Eltern oder Großeltern. Zudem werden die großen Themen jener Epoche, Ost-West, Vietnam nicht ausgespart. Mit einem Spagat zwischen privat und der großen Welt, versucht die Ausstellung den Zeitgeist zu vermitteln. Immer unter Berücksichtigung schwedischer Eigenheiten.

Dabei baut das Nostalgicum auch auf kleinere, zusätzliche Ausstellungen. So gab es im vergangenen Jahr eine Ausstellung zur „schwedischen Sünde“, welche die Zeit von den zugeknöpften 50ern bis zur sexuellen „Befreiung“ der 60er Jahre dokumentierte.

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