Kullaberg – der Natur auf der Spur

Ein Blick von Kullaberg aufs Kattegatt, im Hintergund rechts oben: Kullens Fyr. (Foto: privat)

Zwei Fußpfade und eine Straße führen zum Kullens Fyr. Besser gesagt, treffen sie hier, an der Nordwestspitze der Kullen-Halbinsel, knapp unter Schwedens mit 78,5 m höchstgelegenem Leuchtfeuer, zusammen. Spektakulärer und vielleicht noch lohnender als dieses Ziel sind aber die Wege, auf denen sich das Naturreservat Kullaberg zwischen Arild, Mölle und dem Leuchtturm erkunden lässt. Etwa indem man der roten Spur nach Westen folgt und der blauen Spur zurück…

Einer der größten Vorzüge des Kullaberg-Gebietes ist zweifellos seine natürliche Vielfalt. Schon ab der Mitte des 19. Jh. hat sie Touristen angezogen, und in der zweiten Hälfte des 20. Jh. erlangte die Gegend den Status eines Naturreservats. Heute finden sich hier ausgedehnte Laubwälder, Täler und Hohlwege neben Heide- und Weidelandschaften, aber auch dramatisch steile, bis zu 70 m hohe Klippen sowie immer wieder Grotten, zu denen der Besucher sich an einigen Stellen (am besten mit entsprechender Ausrüstung) abseilen kann. Aber die rund 15 km lange und stellenweise 1,5 km breite Landzunge verfügt mit einigen Golfplätzen, Restaurants und Cafés, Angel-, Tauch- und Badeplätzen auch über eine ausgesprochene Freizeitinfrastruktur – wohl auch deshalb zählt das Reservat heute zu den meistbesuchten in ganz Schweden.

Nicht zu verfehlen: eine Markierung auf dem 'röd strövstig'. (Foto: privat)

Als Ausgangspunkt einer Wanderung bietet sich der ehemals berühmte Badeort Mölle an, von wo aus der rot markierte südliche Hauptweg (‚röd strövstig’) die Gegend erschließt. Wendet man sich an der ‚Vaktstugan’ oberhalb des Ortes nach links, eröffnen sich im Gehen immer wieder überraschende und faszinierende Ausblicke auf das Kattegatt. Und auch der Weg selbst ist abwechslungsreich und führt über hügeliges Gelände, durch Wälder, über Weiden, auf denen Hochlandrinder und Schafe grasen, vorbei an Felsformationen bis hin zum über 100 Jahre alten Kullens Fyr und dem angeschlossenen ‚Naturum’, das in einer Ausstellung über Flora, Fauna und die Kulturgeschichte der Region informiert. Von hier führt der nördliche, nun blau markierte, Hauptweg (‚blå strövstig’) nach Osten, auf einer Route, die weniger aussichtsreich, dafür aber technisch anspruchsvoller ist – gutes Schuhwerk ist auf dem oft schmalen, unebenen Weg hilfreich. Hier an der nördlichen Steilküste befindet sich auch ein ausgedehntes – und für Besucher zeitweise gesperrtes – Vogelschutzgebiet. Etwa 275 Arten sollen rund um die Halbinsel beobachtet worden sein; vogelkundliche Führungen werden angeboten.

Die schönsten Rundumblicke über die das gesamte Gelände bieten der Ljungås mit 175 m und der ein Stück östlicher gelegene Håkull, mit 187 m der höchste Punkt der Landzunge. Noch weiter in Richtung Landesinneres lädt mit dem Himmelstorpsgården ein gut erhaltenes Gehöft zu einem kulinarischen Stop ein; von hier aus lassen sich auch – auf ziemlich verwunschenen Pfaden – Schwedens wohl umstrittenste Kunstwerke der jüngeren Zeit besuchen: die von Lars Vilks seit 1980 errichteten Holz- und Steinskulpturen Nimis und Arx.

Vieles ist also möglich im Reservat Kullaberg, und entsprechend sollte man für einen Besuch genügend Zeit einplanen. Einen weiteren Vorzug stellt hier allerdings das Netz der Wanderwege dar: Abkürzungen und Rückwege müssen nie lange gesucht werden, da Querverbindungen häufig und wiederum bestens markiert sind – man beschreite zur Abwechslung doch einmal einen ‚gul tvärstig’, folge also hier der gelben Spur…

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