Kloster Nydala – Das „Neue Tal“

Klosterkirche Nydala

Die Überreste der Klosterkirche Nydala. Im Hintergrund die erhaltene „Bauernkirche“. Foto: Bengt A Lundberg /https://commons.wikimedia.org/ Quelle: http://kmb.raa.se/cocoon/bild/show-image.html?id=16001000001938

Ein paar Kilometer nordöstlich von Värnamo liegt Nydala. Eine kleine Gemeinde am Nordufer des Sees Rusken. Lange Zeit ein fast vergessener Ort und doch verbindet sich mit dem Namen eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Smålands: das Zisterzienserkloster Nydala.

Es ist eine von Schwedens ältesten Klosteranlagen. Von den Gründern Sancta Maria de Nova Valle oder Nova Vallis – „Neues Tal“ – genannt, im Schwedischen schließlich Nydala, wurde die Abtei im ehemals småländischen Niemandsland, weitab jeglicher Besiedlung, begründet. Zwar sind nur noch Bruchteile des einst blühenden Klosters erhalten, dennoch ist Nydala einzigartig.

Nydala folgte französischem Musterplan

Nydala wurde 1134 zeitgleich mit dem Kloster Alvastra gegründet. Beides waren Gründungen des Zisterzienserklosters Clairvaux. Wahrscheinlich ist, dass der Name Nova Vallis die Verbindung zum französischen Mutterkloster herausstellen sollte: Clairvaux leitet sich vom lateinischen Clara Vallis, „Klares“ oder „Helles Tal“, ab.

Anders als Alvastra wurde Nydala streng nach den Richtlinien des Zisterzienserordens und dem Musterplan des Mutterklosters entwickelt. Und das trotz der großen geografischen Entfernung und Lage in der damaligen schwedischen Einöde.

Charakteristische Elemente der Architektur wie Rundbögen oder runde Fenster sind erhalten geblieben. Sie schmücken zum Beispiel die heutige Pfarrkirche, die auf den Überresten der Klosterkirche aufbaut. Erhalten blieb, neben den Ruinen der Klostergebäude, eine kleine Kapelle, einst die „Bauernkirche“. Es ist Schwedens einzige erhaltene Kapelle aus der Entstehungszeit eines Zisterzienserklosters.

Größter Landeigentümer Smålands

Nach einigen Startschwierigkeiten wuchs Nydala in seiner Blütezeit zum größten Landeigentümer in Småland und zum größten Zisterzienserkloster Schwedens. Rund 250 Güter gehörten zu der Abtei. Übertroffen wurde das lediglich – mit rund 1.000 Bauernhöfen allerdings auch sehr deutlich – vom Kloster Vadstena.

Blutbad von Nydala

Im Jahr 1521 machten dänische Truppen auf dem Rückweg nach dem Stockholmer Blutbad halt in Nydala. König Christian II. ließ seine Armee vom Kloster verköstigen, am nächsten Tag schließlich Plündern und teilweise zerstören. Obendrein hieß er, den Abt und mehrere Mönche im See zu ertränken.

Inwieweit sich die Geschichte genau so zugetragen hat, ist nach wie vor mit einem Fragezeichen zu versehen. Allerdings erhoben sich in der Folge die småländischen Bauern und entledigten sich der dänischen Herrschaft.

Zwar konnte sich das Kloster nach der dänischen Plünderung wieder erholen, doch setzte die Durchsetzung der Reformation unter Gustav Vasa dem geistigen, kulturellen und wirtschaftlichem Zentrum nach fast 400 Jahren ein Ende.

Den endgültigen Garaus erfuhr das Kloster im Nordischen Siebenjährigen Krieg. 1568 waren es abermals dänische Truppen, die plündertend und brantschatzend einfielen.

Nydalas Renaissance

Nur eine kurze Episode war die Rückkehr der Zisterzienser nach Nydala 2008. Doch erfährt das ehemalige Kloster seit einigen Jahren eine gewisse Wiederbelebung. Zum einen ist das auf die neu entflammte Pilgerbewegung zurückzuführen. Bereits im Mittelalter eine wichtige Station zwischen Santiago de Compostela und Nidaros (Trondheim) wird heute an diese Tradition angeknüpft.

Zum anderen untersucht das Projekt „Klostergarten Nydala“ den mittelalterlichen Gartenbau und ließ den Klostergarten wieder aufleben. Mehr zu diesem Thema unter

http://www.nydalaklostertradgard.se/

 

 

 

 

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Iron-Maiden-Bier: Verkaufsstart in Schweden

Trooper-Etikett für Schweden

Für den schwedischen Markt wurde das Etikett mit Maskottchen Eddie entschärft (Foto: www.ironmaidenbeer.com).

Von Ende Juni an soll das neue Iron-Maiden-Bier „Trooper“ endlich auch in Schweden erhältlich sein. Dort wird es – wie alle anderen alkoholischen Getränke auch – über die staatlichen Verkaufsstellen „Systembolaget“ verkauft. Außerdem soll es in Restaurants und Kneipen ausgeschenkt werden. Exklusiv für Schweden aber mit entschärftem Etikett.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Design ist dort nur das Gesicht des Band-Maskottchens Eddie zu sehen. Auf die zerrissene Union-Jack-Flagge und den Säbel des toten Soldaten wurde verzichtet. Der Grund: Die skandinavischen Behörden hatten dem Verkauf einen Riegel vorgeschoben, da ihnen die Abbildung zu kriegerisch und waffenlastig war. Die schwedischen Gesetze verbieten nämlich solche Elemente im Zusammenhang mit der Werbung für alkoholische Produkte.

„Trooper“ ist ein traditionelles Ale, benannt nach der gleichnamigen Iron-Maiden-Single von 1983. Für die Herstellung hat sich die Heavy-Metall-Legende mit der britischen Familienbrauerei „Robinsons“ zusammengetan. „Ich bin schon mein Leben lang Fan von traditionellem, englischem Ale. Deshalb dachte ich, ich wäre gestorben und im Himmel gelandet, als sie uns baten, unser eigenes Bier zu kreieren“, freut sich Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson.

Das Bier ist seit Mai 2013 auf dem Markt und online über die offizielle Homepage www.ironmaidenbeer.com erhältlich.

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