Karlskrona – Welterbe im Schärengarten

"Das" Schwedenmotiv: Brändaholm in Karlskrona. Foto: Giåm (Guillaume Baviere) /flickr.com (CC BY 2.0)

"Das" Schwedenmotiv: Brändaholm in Karlskrona. Foto: Giåm (Guillaume Baviere) /flickr.com (CC BY 2.0)

 

Im südschwedischen Karlskrona, etwas außerhalb des Stadtzentrums, das vielleicht schwedischste aller Postkarten- und Fotomotive – Brändaholm. Eine kleine Siedlung mit ihren schwedenroten Häuschen, keins ohne blaugelbe Flagge, idyllisches Grün direkt am Wasser, Blick auf das historische Karlskrona. Brändaholm ist Teil der Insel Dragsö. Eine von etwa dreißig Inseln und Inselchen in Schwedens südlichstem Schärengarten auf denen Karlskrona – als Marinestadt – gegründet wurde.

Als Ernst Moritz Arndt an einem Augustwochenende 1804 in Karlskrona weilte, gab es Brändaholm noch nicht. Doch der Schriftsteller befand – neben anderen Eindrücken, die Frank in „Ein Wochenende in Karlskrona“ schildert –  auch so, in einer der „nettesten Städte in Schweden“ zu sein. Wohlgemerkt einer Stadt, deren Gründung dem Kriegshandwerk beziehungsweise der Verteidigung Schwedens beruhte und die erst wenige Jahre zuvor, 1790, fast vollständig niederbrannte. Nicht das letzte verheerende Feuer.

Welterbe „Marinestadt Karlskrona“

Dennoch blieb die Anlage der „Marinestadt Karlskrona“ erhalten, wurden Teile des Stadtgebietes mit historischer Bebauung – auf der Hauptinsel Trossö und auf Björkholmen, der Marinehafen und -werft, Festungsanlagen, die Produktions- und Versorgungsinsel Stumholmen – auf der sich auch das Marinemuseum befindet, das Landhaus des Werftleiters Fredric Henric af Chapman sowie die königliche Mühle Lyckeby 1998 von der UNESCO zum Welterbe erklärt:

“Karlskrona ist ein außerordentlich gut erhaltenes Beispiel für eine europäisch geplante Marinestadt, stark beeinflusst durch ähnliche Anlagen in anderen Ländern. Karlskrona wiederum diente als Vorbild für andere Anlagen mit vergleichbaren Aufgaben. Marinestützpunkte spielten in den Jahrhunderten eine wichtige Rolle, in denen die Flottengröße eines Landes der entscheidende Faktor in der europäischen Realpolitik war. Und Karlskrona ist die am besten erhaltene und vollständigste aller Marinestädte aus dieser Zeit.”

Karlskrona im Flug (Teil 1)

Das Erbe einer über 300-jährigen Geschichte der Stadt an beziehungsweise in der Ostsee und der Marine Schwedens. Zugleich die Geschichte von Aufstieg und Niedergang einer Großmacht.

Schwedens einzige Barockstadt

Die strategisch günstige Lage im Schutz des Schärengartens veranlasste König Karl XI. 1679 die Grundsteinlegung eines neuen Flottenstützpunktes, „seiner“ Stadt in der 1658 im Frieden von Roskilde an Schweden gefallenen Provinz Blekinge. Ein Jahr später erhielt Karlskrona Stadtrecht, wurde zu Lasten von Ronneby neue Residenzstadt der Landschaft. Doch sollten nicht ausschließlich militärische Erwägungen das Stadtbild – der als künftige Hauptstadt der Großmacht Schweden geplanten Stadt – bestimmen. Für die Stadt Karls charakteristisch sind breite Straßen, monumentale Bauwerke, der üppig dimensionierte Stortorget, einer der größten Plätze Nordeuropas, gesäumt von Rathaus, Dreifaltigkeitskirche (auch als Deutsche Kirche bekannt), Friedrichskirche und Vattenborgen. Ein Wasserspeicher im Stile einer Burg.

Einerseits die opulenten Formen des Barock – Karlskrona gilt als Schwedens einzige Barockstadt. Andererseits zeigt das Gitter der rechteckig angelegten Straßen und Plätze das klassische Vorbild, inspiriert vom antiken Rom.

Rund drei Jahrzehnte nach dem ersten Spatenstich war Trossö nahezu komplett bebaut. Karlskrona wuchs schnell – zur drittgrößten Stadt des Reiches. Im 18. Jahrhundert, die Großmachtträume waren ausgeträumt, erlag das Wachstum Karlskronas. Bis Eisenbahn und Industrialisierung das Land erfassten.

Karlskrona im Flug (Teil 2)

Das heutige Karlskrona ist eine beschauliche rund 35.000 Einwohner zählende Stadt, die auf Telekommunikation, Umwelt- und Schwerindustrie – und Marine –  setzt. Nach wie vor wichtigste Basis der Svenska marinen ist Karlskrona eine Stadt, die mit ihrer Historie und der Lage im sonnigen Südschweden, dem Welterbe im 1.600 Inseln und Inselchen zählenden Schärengarten keine Langeweile aufkommen lässt – die Postkarten- und Fotomotive sind zahlreich.

Einige werden demnächst auf dem Blog der Schwedenstube vorgestellt. Wem die Zeit zu lang wird, findet auf der ansprechenden Tourismusseite http://www.visitkarlskrona.se/ Informationen rund um einen Besuch in Karlskrona und unter http://www.orlogsstadenkarlskrona.se/ Detailliertes zu Stadt und Welterbe im Schärengarten.

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