Ingmar Bergman – Szenen eines Leinwandlebens

Ingmar Bergman 1957.

Ingmar Bergman 1957.

Was macht einen Schweden zum wohl besten Filmregisseur aller Zeiten? Ingmar Bergman erhielt 1997 bei den Filmfestspielen in Cannes die „Palme der Palmen“ – Auszeichnung für einen Filmemacher, der zum Vorbild für viele erfolgreiche Regisseure wurde. Der Schwede zählt mit seinen Beiträgen zu den wichtigsten Leinwandregisseuren des 20. Jahrhunderts, wobei sein Werk vor allem für das Theater und den Film in Schweden eine beachtliche Bedeutung hat.

Die Kunst des Ingmar Bergman

Neben Woody Allen und Ang Lee bewundert auch der dänische Regisseur Lars von Trier die Arbeit Bergmans. Mag sein, dass einige Kinogänger die schwarz-weißen, zum Teil depressiven und melancholischen Szenen, für die Ingmar Bergman überwiegend bekannt ist, nicht zu ihrem Lieblingsmaterial zählen. Doch der Schwede hat eines verkörpert, wie kein anderer: Film ist Kunst.
Gemeinsam mit seinem langjährigem Kameramann Sven Nykvist schufen sie Filme, deren Ästhetik mitunter von Nykvists Spiel mit dem Licht herrührte. Möglichst wenig künstliches Licht bei emotionalen Szenen sollte als Markenzeichen der beiden gelten. Einfache Nahaufnahmen machten dabei die Filme von Bergman unter anderem so expressiv.

Die Anfänge

Ingmar Bergman wurde 1918 als Sohn eines Pastors in Uppsala geboren. Seine frühe Kindheit war geprägt von strenger, religiöser Erziehung. Das Interesse für Film und Literatur begann zu wachsen, als er sich zunehmend mit Autoren wie August Strindberg auseinandersetzte und ihn seine Großmutter immer wieder ins Kino mitnahm. Nach einem angefangenen Studium der Literaturgeschichte in Stockholm schloss sich Bergman dem Stockholmer Studententheater an. Hier inszenierte er seine ersten Stücke.

Die Aufmerksamkeit, die er dank seiner Theaterinszenierungen erhalten hatte, ebnete ihm schließlich den Weg als Drehbuchautor und Regisseur. In der Folgezeit bildete sich ein Stamm von Schauspielern heraus, denen Bergman über Jahre hinweg wichtige Rollen anvertraute. Nach Filmerfolgen wie Abend der Gaukler oder Das Lächeln einer Sommernacht machten ihn die Filme Das siebente Siegel und Wilde Erdbeeren auch international bekannt.

Der Erfolg als Leinwandregisseur

Ingmar_Bergman_&_Sven_Nykvist

Ingmar Bergman und Sven Nykvist ,1960.

Die Schauspieler Max von Sydow und Liv Ullman zählten dabei zu Bergmans gewohnter Besetzung, so auch in den Filmen Schande, Die Stunde des Wolfs und Passion. Die Norwegerin Liv Ullman verhalf schließlich auch dem Fernsehdrama Szenen einer Ehe zu Erfolg, nachdem die Schauspielerin und der Regisseur zuvor auch privat ein Paar waren.

Seinen offiziellen Leinwandabschied feierte Ingmar Bergmann 1982 mit dem Drama Fanny und Alexander, das neben zahlreichen Auszeichnungen auch vier Oscars unter anderem als „Bester fremdsprachiger Film“ erhielt. Während er weiterhin für das Theater inszenierte, waren wenige TV-Produktionen der Abschluss seiner Karriere als Filmemacher. Sein letzter Fernsehfilm sollte Sarabande, eine Fortsetzung seines Serienerfolgs Szenen einer Ehe, sein.

Das Vermächtnis von Ingmar Bergman

Ingmar Bergman verstarb schließlich am 30. Juli 2007 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus auf der Ostseeinsel Fårö, wo er seit 1965 seinen Hauptwohnsitz hatte. Er war insgesamt fünfmal verheiratet und hat neun Kinder.

Einer der wichtigsten Regisseure in der Geschichte des Films prägte existenzielle Themen wie den Tod, die Suche nach Gott, die Einsamkeit des Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen. Ob Ingmar Bergman schließlich dem Titel als bester Filmemacher aller Zeiten gerecht wird, bleibt offen. Unbestritten bleibt jedoch sein Einfluss auf die Filmwelt. Wer Bergman gesehen hat, darf sich als Filmkenner und Kunstliebhaber fühlen.

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