Historisches

25 Jahre Mord an Olof Palme: Teil I – Protokoll der Tat

Es ist eines der großen ungeklärten Rätsel unserer Zeit. Nun jährt sich das Attentat auf Olof Palme zum 25. Mal.

Olof Palme war von 1969–1976 und 1982–1986 schwedischer Ministerpräsident. Foto: wikipedia-user oiving

Die zwei Schüsse, die am Abend des 28. Februar auf dem Sveavägen in Stockholm fielen, markieren eine Zeitenwende in der neueren schwedischen Geschichte. Denn getroffen wurde damals nicht nur der amtierende Ministerpräsident, sondern auch die schwedische Seele. Bis heute hat sich Schweden nicht von diesem Trauma befreit. Wie auch, wenn weiterhin die zentrale Frage offen bleibt: Wer war der Mörder?

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Haga – Göteborgs erste Vorstadt

Historisches aus Göteborg. Bild: Katja Singer

In Göteborg braucht man nicht bei Adam und Eva anzufangen – die eigentliche Stadthistorie ist kurz: Erst im Jahre 1621 von Gustav II. Adolf gegründet, ist die Kernstadt Göteborgs sprichwörtlich Neuland. Sinn und Zweck der Stadtgründung war vor allem die Verteidigung – gegen die damaligen „Großmächte“ – Dänemark und Norwegen. Da diese sich vehement und ständig gerade um dieses Stück von Schweden zankten, war es nie wirklich als ständiger Wohnsitz attraktiv. Und nur deshalb baute man Göteborg wie ein Bollwerk auf – mit ausgezackten Wallgräben, hohen Mauern und einer aufstrebenden Bebauung im Kern. Die Festungsstadt Gustaf Adolfs gab der Bevölkerung leidlich Schutz vor den immer wiederkehrenden, ermüdenden und blutigen Angriffen. Erst nach dem Frieden von Roskilde 1653 fand die neue Stadt ein wenig mehr Ruhe, um sich weiter zu entwickeln. Mit Hilfe holländischer Baumeister, die sich aufs Trockenlegen verstanden und die zudem hübsche Fassaden schufen.

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Carl von Linné – „Mister Flowerpower“

Carl von Linné um 1739.

Was den Franzosen ein Jean-Jacques Rousseau oder ein Denis Diderot, ist den Schweden „ihr“ Carl von Linné. Die Zeit der Aufklärung hat eben auch im Norden besondere Entdeckungen und moderne Sichtweisen mit sich gebracht. Linné war Naturforscher und Professor der Universität Uppsala, und er baute im frühen 18. Jahrhundert fleißig mit am Fundament der modernen Naturwissenschaften. Somit ragte der Adelsmann aus Småland weit heraus aus einer Gesellschaft, die vieles noch als „gottgegeben“ ansah.

Carl von Linné war zum Beispiel der Erste, der Pflanzen und Tiere systemisch in Kategorien einteilte. Seine „binominale Nomenklatur“ aus dem frühen 18. Jahrhundert gilt in weiten Teilen bis heute für lateinische, wissenschaftliche Namen. Wenn man also von der „Anemone nemorosa“ spricht, meint man damit die Pflanzenart der Buschwindröschen aus der Gattung der Anemonen.

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Lichtgestalt Lucia

Lucia erwärmt die Herzen. Bild: wikimedia.commons, Claudia Gründer, CC-BY-SA 3.0

In Schweden gibt es keinen Nikolaus. Der 6. Dezember ist also ein Tag wie jeder andere. Dafür aber warten alle Kinder und Erwachsenen sehnlich auf Lucia. Das wichtigste Fest in der schwedischen Vorweihnachtszeit findet immer am 13. Dezember statt – und vornehmlich am frühen Morgen.  Dann erscheint Lucia in der Dunkelheit des Winters mit einer Krone aus Licht und schenkt den Menschen – statt Süßigkeiten – Hoffnung und Zuversicht. Nicht umsonst kommt der Name Lucia vom lateinischen „lux“: Licht.

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Nobel-Bankett: Tradition und feierliche Rituale

Schauplatz des Nobel-Banketts im Stockholmer Stadshus. Bild: wikimedia.commons, Fabian Seitz, CC-BY-SA-3.0

Der glanzvolle Abschluss der jährlichen Nobelpreis-Verleihungen ist der „Nobelkväll“ in Stockholm, das sprichwörtlich „noble“ Diner mit den Preisträgern und der königlichen Familie. Das rauschende Fest findet immer am 10. Dezember statt – und wird zumindest teilweise live im schwedischen Fernsehen übertragen. Ein Fest auch für die Regenbogen-Presse, die in den kommenden Tagen ausführlich berichten wird. Und schon heute morgen am Frühstückstisch erfahren die Schweden aus Zeitung oder Radio, wer neben wem an der Tafel gesessen hat und welche Dame mit ihrer Robe modische Trends gesetzt hat.

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Im Wald, da lebt der Skvader…!

So leibhaftig wie der Yeti: der schwedische Skvader

Von wegen Elch…! In einigen Teilen Schwedens regiert der „Skvader“ die Wälder. Das inoffizielle Wappentier der Provinz Medelpad hat sein Hauptverbreitungsgebiet in der geografischen Mitte Schwedens. Rund um Sundsvall am bottnischen Meerbusen, dem Eintrittstor zu den waldreichen Gebieten des unteren Norrlands, kennt jeder das geheimnisvolle Tier. Es tritt auf in Erzählungen, auf Straßenschildern und Firmenlogos. Auf die Frage, ob der Skvader schon einmal gesehen wurde, lächeln die Sundsvaller nur wissend. Der ungewöhnliche Waldbewohner ist so leibhaftig wie Nessi in Schottland, der Yeti im Himalaya oder der Wolpertinger in den Alpen.

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Vinga – die Pyramide vor Göteborg

Wahrzeichen zur See. Bild: wikimedia.commons, Tor Svensson, CC-BY-SA 3.0

Wer den Schärgarten an Schwedens Westküste liebt, der weiß, dass auch kleine Inseln sehr viel zu erzählen haben. Eines dieser beredsamen Eilande ist Vinga – der westlichste Fleck des Göteborger Stadtgebiets, rund zehn Seemeilen vom Zentrum entfernt. Mit seinem Leuchtturm und der pyramidenförmigen Seemarke ist Vinga weit sichtbares Signal für Seereisende – zugleich Abschied und Willkommen, das erste und letzte Wahrzeichen von Göteborg.

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Ein König geht an Land

Helsingborg, die Pforte Schwedens zum Kontinent

Im Helsingborger Hafen wird am 20. Oktober einmal nicht der reguläre Fährverkehr die Hauptrolle spielen. Vielmehr feiert man einen großen Tag für die schwedische Monarchie: Denn in Helsingborg, der Pforte zum europäischen Kontinent, betrat vor 200 Jahren Jean-Baptiste Bernadotte erstmals schwedischen Boden. Der Franzose begründete nach 1810 das bis heute regierende Königsgeschlecht. Somit wird das Bernadotte-Jubiläum auch ganz gebührend mit gekrönten Häuptern begangen: König Carl XVI Gustav, Königin Silvia, Kronprinzessin Victoria, Prinz Daniel och Prinz Carl Philip werden bei der festlichen Zeremonie am Helsingörkajen anwesend sein. Auch Dänemarks Monarchin Margrethe II. hat sich angekündigt. Ein Volksfest am Sundstorget mit Musik und Schauspiel folgt dem offiziellen Teil am Hafen.

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„Ich, Birger Jarl!“

Ein persönliches Treffen nach 800 Jahren - mit Birger Jarl

In einer archaischen Zeit, die von kleinlichen Machtfehden zwischen Königsgeschlecht und anderen „Großmännern“ geprägt war, trat Birger Jarl auf den Plan der Geschichte. Als er wieder abgeht, hinterlässt er ein katholisches Königreich von großer Bedeutung für das mittelalterliche Europa. Und noch im Jahr 2010 erinnert man sich an den Mann, der vor 800 Jahren in Bjälbo, Östergötland, geboren wurde: Birger Magnusson – der letzte Jarl Schwedens und Begründer Stockholms. In einer Ausstellung im Stockholmer Medeltidsmuseum kann man ihm sogar ins Angesicht schauen. Birger Jarl wurde nämlich nach neuesten kriminaltechnsichen Methoden rekonstruiert, sein Schädel vermessen, seine strengen Züge modelliert. Noch bis 10. Januar 2011 läuft die Sonderausstellung über den für Schwedens Geschichte so wichtigen Staatsmann. Ihr Titel: „Jag, Birger Jarl“.

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