Hen – das geschlechtsneutrale Pronomen

Hen – Ein kleines Wort mit großer Wirkung. Schon lange wird das geschlechtsneutrale Personalpronomen „Hen“ in Schweden diskutiert. Im April diesen Jahres wird das Wort offiziell aufgenommen ins Schwedische Wörterbuch. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Vor ein paar Jahren habe ich bereits einen schwedischen Zeitungsartikel über die Frage gelesen, ob man Gott nicht als Hen an Stelle von Han (er) bezeichnen sollte. Eine interessante Frage, die eine schwedische Pfarrerin da aufwarf. In Finnland existiert das geschlechtsneutrale Hän bereits seit langem. Und auch in Schweden war die schwedische Version schon in den 60er Jahren im Umlauf. Doch als 2012 das Kinderbuch „Kivi & Monsterhund“ erschien, wurde die Debatte erneut angefacht.

Das Wort Hen soll die beiden Pronomen Han und Hon ersetzen, wenn es beispielsweise darum geht, eine allgemeine Aussage zu treffen, bei der das Geschlecht der betroffenen Personen unbekannt ist oder um Menschen, die sich keinem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen.
In „Kivi & Monsterhund“ wird konsequent das Wort Hen benutzt, so dass die Hauptfigur weder als Mädchen noch als Junge identifiziert werden kann. Mittlerweile sind noch mehr Bücher dieser Art erschienen. Die Frage, ob Kindern ein bestimmtes Geschlecht zugeordnet werden sollte, wird zu einer heißen Debatte in Schweden. Immer mehr Institutionen springen auf diesen Zug mit auf, so gibt es beispielsweise einen Henerator, ein PlugIn, das auf schwedischen Websites ein geschlechtsneutrales Surfen erlaubt, in dem Hon und Han gegen Hen ersetzt werden. Dass nun auch die Akademiens Ordlista das Wort übernommen hat, ist ein Schritt in Richtung Geschlechtsneutralität, weg von Diskriminierung, egal welchen Geschlechts.

Wenn ein Land einen solchen sprachlichen Umschwung hinkriegen kann, dann ist das wohl Schweden. Schließlich hat man es dort auch schon vor gar nicht allzu langer Zeit geschafft, vom Sie zum Du überzugehen.

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  1. Torsten sagt:

    Mir wäre wichtig, dass auch das Große Spaghettimonster mit hen bezeichnet wird.

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Iron-Maiden-Bier: Verkaufsstart in Schweden

Trooper-Etikett für Schweden

Für den schwedischen Markt wurde das Etikett mit Maskottchen Eddie entschärft (Foto: www.ironmaidenbeer.com).

Von Ende Juni an soll das neue Iron-Maiden-Bier „Trooper“ endlich auch in Schweden erhältlich sein. Dort wird es – wie alle anderen alkoholischen Getränke auch – über die staatlichen Verkaufsstellen „Systembolaget“ verkauft. Außerdem soll es in Restaurants und Kneipen ausgeschenkt werden. Exklusiv für Schweden aber mit entschärftem Etikett.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Design ist dort nur das Gesicht des Band-Maskottchens Eddie zu sehen. Auf die zerrissene Union-Jack-Flagge und den Säbel des toten Soldaten wurde verzichtet. Der Grund: Die skandinavischen Behörden hatten dem Verkauf einen Riegel vorgeschoben, da ihnen die Abbildung zu kriegerisch und waffenlastig war. Die schwedischen Gesetze verbieten nämlich solche Elemente im Zusammenhang mit der Werbung für alkoholische Produkte.

„Trooper“ ist ein traditionelles Ale, benannt nach der gleichnamigen Iron-Maiden-Single von 1983. Für die Herstellung hat sich die Heavy-Metall-Legende mit der britischen Familienbrauerei „Robinsons“ zusammengetan. „Ich bin schon mein Leben lang Fan von traditionellem, englischem Ale. Deshalb dachte ich, ich wäre gestorben und im Himmel gelandet, als sie uns baten, unser eigenes Bier zu kreieren“, freut sich Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson.

Das Bier ist seit Mai 2013 auf dem Markt und online über die offizielle Homepage www.ironmaidenbeer.com erhältlich.

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