Gute Vorsätze? Weniger Snus…

Snus in Portionen. Bild: Tigerente, CC BY-SA 3.0

Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze. Viele wollen ihre Laster und schlechten Gewohnheiten loswerden, und in Schweden gehört dazu: der Snus. Der Konsum von Snus ist eine ur-schwedische Eigenart – manche würden auch „Unart“ sagen. Dabei wird feuchter Tabak entweder lose oder in Portionen unter die Lippe auf das Zahnfleisch gelegt, wo er Nikotin an die Schleimhäute abgibt – mit allen bekannten Auswirkungen auf Blutdruck, Nervensystem und das allgemeine Befinden. Das „Snusen“ entstammt dem Schnupf- und Kautabaksgebrauch in früheren Jahrhunderten – und ist eine speziell schwedische Weiterentwicklung, die es im übrigen Europa so nicht gibt.

Dabei ist Snus eine Form des rauchfreien Tabak-Genusses, der zumindest die Mitmenschen nicht stört. Sollte man weitere „Vorzüge“ von Snus beschreiben, kann man es auch als geeignetes Substitut bei Nikotinsucht ansehen. Tatsächlich stieg der Snus-Konsum stark an, nachdem Schweden im Jahr 2005 das allgemeine Rauchverbot in Gaststätten einführte. Und so zieht sich das „Snusen“ durch alle Schichten und Berufsgruppen und ist allgemein akzeptiert.

Snus unter der Lippe - nicht immer ästhetisch. Bild: Flickr, Noway, CC BY-NC-SA 2.0

Am Arbeitsplatz oder in der Freizeit ist für den Snus-Anwender das Tabak-Döschen stets griffbereit. Vorverpackte Snusportionen werden wie ein Mini-Teebeutel diskret im Mund versteckt und stören gewöhnlich weder beim Sprechen noch beim Kaffee-Trinken. Das alte Klischee vom rustikalen, männlich-derben Snus-Konsumenten hat sich lediglich unter Eishockeyspielern gehalten, die den Snus lose auf das Zahnfleisch streichen. Wenn sie dann beim Spiel die Zähne blecken, ist ihr Gebiss vom Speichel ganz schwarz. Ein Anblick, der nicht nur Ästheten unter den Mitmenschen abschrecken soll…

Somit haben sich viele Schweden zum neuen Jahr vorgenommen, weniger zu „snusen“. Denn die Nachteile überwiegen – wie wohl bei jedem Genussmittel. Äußerlich macht der Snus vor allem der Zahn- und Mundgesundheit zu schaffen. Forscher sehen außerdem einen Zusammenhang zwischen Snus-Gebrauch und Bauchspeicheldrüsen-Krebs sowie ein höheres Risiko für Hirnthrombosen.

Heute werden in Schweden jährlich über 6.200 Tonnen Snus konsumiert, davon 45 Prozent als Portionssnus. Circa eine Million Schweden nehmen regelmäßig Snus, darunter 100.000 Frauen. Größter Snus-Produzent ist die Firma Swedish Match, aber auch internationale Tabak-Riesen wie British American Tobacco, JT International oder Philip Morris sind auf dem schwedischen Snus-Markt vertreten.

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  1. Gernot sagt:

    Es sollte einem jeden klar sein, das jedes Genussmittel kontraproduktiv der eigenen Gesundheit ist. Trotzdem habe ich viel und lange geraucht. Mithilfe von Snus bin ich davon weggekommen. Ich brauchte zu dieser Zeit einfach etwas, womit ich meinen Mund beschäftigen konnte.

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