Elisabeth Hesselblad: Schwedische Heilige der Neuzeit

Elisabeth Hesselblad, 1870-1957

Elisabeth Hesselblad, 1870-1957

Dem Vorbild der Heiligen Birgitta (1303-1373) sind viele Ordensschwestern katholischen Glaubens seit dem Mittelalter gefolgt. Dass Schweden nach Birgitta nun eine weitere Heilige vom gleichen Orden bekommt, ist selbst für die katholische Glaubensgemeinschaft anno 2015 eine kleine Überraschung: Die schwedische Selige Elisabeth Hesselblad soll von Papst Franziskus im so genannten „Heiligen Jahr 2016“ in den Heiligenstand erhoben werden. Dies gab der Vatikan kurz vor Weihnachten 2015 bekannt.

Gut 624 Jahre liegen somit zwischen den Heiligsprechungen der beiden berühmten „Birgitten“. Und tatsächlich sind ihre Taten zu Lebzeiten keineswegs „mittelalterlich“, sondern noch heute hochaktuell! Elisabeth Hesselblad gilt als Vorbild der Barmherzigkeit und der Ökumene, seit sie im Zweiten Weltkrieg inmitten der deutschen Besatzung Roms Menschen vor Tod und Gefangenschaft bewahrte. Sie versteckte zum Beispiel eine Gruppe Juden im Kloster auf der Piazza Fanese und ließ eine provisorische Synagoge für sie errichten.

Elisabeth wurde 1870 bei Herrljunga geboren, als Kind mit 12 Geschwistern in einer evangelischen Familie. Wie viele Menschen der armen Landbevölkerung Schwedens im 19. Jahrhundert wanderte Elisabeth zunächst in die USA aus und machte eine Ausbildung zur Krankenschwester. Durch den Kontakt zu Katholiken am Roosevelt Hospital in New York entschied sie sich zunächst, zu konvertieren. Eine Nonne wurde sie jedoch erst 1906, als Elisabeth Hesselblad zurück nach Europa ging: Rom war ihr Ziel, und ihr Habit war der des Erlöserordens.

Vorbild Heilige Birgitta.

Vorbild Heilige Birgitta.

1919 gründete Elisabeth in Rom wieder ein Kloster des Birgittenordens und führte den verjüngten Ordenszweig 1923 zurück nach Schweden, namentlich nach Djurholm, wo die Birgittinnen bis heute wirken. Nicht zuletzt Elisabeths Einsatz für ein „Revival“ und die Verjüngung des Brigittenordens hat die katholische Kirche ihr hoch angesehen.

Elisabeth starb 1957, und schon kurz darauf wurde vom Vatikan das Seligsprechungsverfahren eingeleitet. Jedoch dauerte es bis ins Jahr 2000, ehe Papst Johannes Paul II die Schwedin tatsächlich selig sprach. Die Erhebung in den Heiligenstand folgt nun, nachdem der heutige Papst Franziskus eine medizinisch unerklärbare Heilung durch die Fürsprache Elizabeths bestätigte.

Auch wer nicht an Wunder glaubt, kann hierin vor allem ein Signal des Papstes und der katholischen Kirche sehen: Dass es immer noch wichtig ist, engagierte Menschen zu heiligen, die sich gegen Unrecht, Krieg und Verfolgung einsetzen.

Weitere Informationen zum neuen Zweig des => Birgittaordens

Biografischer Abriss => Elisabeth Hesselblad auf schwedisch

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Schweden - ein Paradies für Landschaftsfotografen

Annette Weber

 

Im Norden Europas verändert sich das Spektrum der Sonnenstrahlen, bedingt durch den veränderten Lichteinfall. Das blaue Spektrum nimmt zu. Dieser veränderte Lichteinfall führt dazu, dass die Schatten länger werden und sich die Konturen der Motive dunkler und deutlicher abzeichnen. Eine perfekte Session für einen Landschaftsfotografen, denn die Landschaftsfotografie lebt vom Licht.  Da es in der Natur nicht künstlich erzeugt werden kann, muss man genau dieses Licht effektvoll einsetzen, das die Natur gerade bietet. Die Aufgabe des Fotografen besteht darin, den richtigen Moment zu erkennen,  in dem das Licht die Besonderheit der Landschaft hervorhebt.  Dann muss man nur noch abdrücken und das perfekte Landschaftsfoto ist im Kasten.

In Schweden treffen zwei gute Voraussetzungen für tolle Fotos aufeinander: Der Lichteinfall und das Landschaftsmotiv.

Schweden hat großartige, karge Landschaften, felsige Küsten, lange Sandstände, dunkle Wälder, tiefe Seen und weite weiße Schneelandschaften. Nicht immer scheint die Sonne, aber nach einem Regenschauer sind die Farben satter, und der Wolkenhimmel bietet oft interessante Konturen.

Großartige Motive entstehen auch durch Wasserspiegelungen. Das veränderte Farbspektrum des Lichteinfalls sorgt dafür, dass die kristallklaren Seen die Motive besonders scharf und deutlich reflektieren. Auf die Weise ist es möglich, Fotomotive zu finden,  die sich fast eins zu eins in einem See spiegeln. Fantastische Motive werden einem auf diese Art und Weise geboten.

Auch das Wetter bietet einem Naturfotografen unglaublich viele Möglichkeiten.  Unbelebte Gegenstände  bieten ganz neue Motive, die unter den Auswirkungen des Wetters in einer anderen Dramatik auf den Betrachter wirken. So kann man  eine Küstenlandschaft regenverhangen grau in grau in diffusem Licht wiedergeben,  es kann aber auch ein minimaler Nebelschleier die Szene in eine mystische Landschaft verwandeln.  Auch bizarre Wolkenbilder über einem Landschaftsmotiv sind ein Hingucker. Um die Faszination zu erhöhen, sollte man den Horizont niedrig wählen.

So passt in Schweden alles zusammen, was das Herz eines begeisterten Landschaftsfotografen höher schlagen lässt: ein abwechslungsreiches Farbenspiel durch den Wetterwechsel, ein besonderes Farbspektrum durch die nördliche Lage, eine fantastische und bizarre Landschaft und tolle Reflektionen durch die zahlreichen Gewässer.

 

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