Eines der größten Bauwerke Europas – Die Festung Karlsborg

Die Stadt Karlsborg liegt in der schwedischen Provinz Västra Götaland län und an dieser Stelle mündet auch der Göta Kanal in den Vätternsee.

Miniatur. Die Umrisse der Karlsborg

Der Russisch-Schwedische Krieg von 1808/1809 hatte zur Folge, dass die Schweden Finnland und Åland an Russland verloren. Daraus resultierte, dass ein neues Verteidigungssystem entwickelt werden sollte. Staatsrat Baltazar von Platen, der auch schon Initiator für den Bau des Göta Kanals war, inspizierte die Umgebung Västa Götalands und kam zu dem Schluss, dass die Landzunge Vanäs ideal für eine zentrale Festungsanlage wäre. Ab 1819 begann der Bau. Im Falle eines Krieges sollte die schwedische Regierung, die Königsfamilie, die Kronjuwelen und die Goldreserven des Landes über den Göta Kanal in die Festung Karlsborg gebracht werden, die dann auch als Ersatzhauptstadt fungieren sollte.

Ursprünglich erhielt das Bauwerk den Nanen Vanäs, wurde jedoch 1832 – im Jahre der Kanaleinweihung- zu Ehren des damaligen Königs Karl XIV Johann in Karlsborg umbenannt.

 Dieses einzigartige Bauwerk hat einen Umfang von fünf Kilometern und nimmt eine Fläche von Rund 100 Hektar in Anspruch. Wie viele andere schwedische Festungen wurde auch diese Anlage auf einer Landzunge gebaut. Drei Seiten diese Bauwerkes sind dem Wasser zugewandt und ermöglichten eine optimale Verteidigung durch eine Wallanlage. Die einzige Festungsmauer zur Landseite hin ist 678 Meter lang und zwei bis drei Meter dick. Insgesamt 263 Kanonenschießscharten wurden dort eingerichtet. In der Mitte dieser Anlage fand eine Garnisonskirche ihren Platz. 1869 wurde der Bau eingeweiht, jedoch noch bis 1909 weiter ausgebaut. Allerdings war mit der kompletten Fertigstellung der Festung das Verteidigungssystem von 1819 völlig veraltet. 1929 wurde Karlsborg als Verteidigungsanlage aufgegeben, jedoch dient sie bis heute noch als Kaserne und militärisches Lager.

Kalrsborg Museum. Blick in einen Ausstellungsraum.

Die Festung ist der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich, so dass die kulturhistorischen Bauten auf dem Gelände besichtigt werden können. Inmitten dieser Festung liegt weiterhin das Karlsborgs Museum. Der langwierigen Festungsbau, die Ausbildung der stationierten Verbände und die Geschichte der schwedischen Kavallerie im Allgemeinen werden  durch Unterlagen, Bilder, Miniaturen und  zeithistorischen Kleidungs- und Waffenstücke lebendig dokumentiert. Weiterhin gibt es auch eine Luftwaffenausstellung und eine Heimatausstellung in denen verschiedene Waffen, aber auch das Leben der Menschen dieser Umgebung, vorgestellt wird.

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Schweden - ein Paradies für Landschaftsfotografen

Annette Weber

 

Im Norden Europas verändert sich das Spektrum der Sonnenstrahlen, bedingt durch den veränderten Lichteinfall. Das blaue Spektrum nimmt zu. Dieser veränderte Lichteinfall führt dazu, dass die Schatten länger werden und sich die Konturen der Motive dunkler und deutlicher abzeichnen. Eine perfekte Session für einen Landschaftsfotografen, denn die Landschaftsfotografie lebt vom Licht.  Da es in der Natur nicht künstlich erzeugt werden kann, muss man genau dieses Licht effektvoll einsetzen, das die Natur gerade bietet. Die Aufgabe des Fotografen besteht darin, den richtigen Moment zu erkennen,  in dem das Licht die Besonderheit der Landschaft hervorhebt.  Dann muss man nur noch abdrücken und das perfekte Landschaftsfoto ist im Kasten.

In Schweden treffen zwei gute Voraussetzungen für tolle Fotos aufeinander: Der Lichteinfall und das Landschaftsmotiv.

Schweden hat großartige, karge Landschaften, felsige Küsten, lange Sandstände, dunkle Wälder, tiefe Seen und weite weiße Schneelandschaften. Nicht immer scheint die Sonne, aber nach einem Regenschauer sind die Farben satter, und der Wolkenhimmel bietet oft interessante Konturen.

Großartige Motive entstehen auch durch Wasserspiegelungen. Das veränderte Farbspektrum des Lichteinfalls sorgt dafür, dass die kristallklaren Seen die Motive besonders scharf und deutlich reflektieren. Auf die Weise ist es möglich, Fotomotive zu finden,  die sich fast eins zu eins in einem See spiegeln. Fantastische Motive werden einem auf diese Art und Weise geboten.

Auch das Wetter bietet einem Naturfotografen unglaublich viele Möglichkeiten.  Unbelebte Gegenstände  bieten ganz neue Motive, die unter den Auswirkungen des Wetters in einer anderen Dramatik auf den Betrachter wirken. So kann man  eine Küstenlandschaft regenverhangen grau in grau in diffusem Licht wiedergeben,  es kann aber auch ein minimaler Nebelschleier die Szene in eine mystische Landschaft verwandeln.  Auch bizarre Wolkenbilder über einem Landschaftsmotiv sind ein Hingucker. Um die Faszination zu erhöhen, sollte man den Horizont niedrig wählen.

So passt in Schweden alles zusammen, was das Herz eines begeisterten Landschaftsfotografen höher schlagen lässt: ein abwechslungsreiches Farbenspiel durch den Wetterwechsel, ein besonderes Farbspektrum durch die nördliche Lage, eine fantastische und bizarre Landschaft und tolle Reflektionen durch die zahlreichen Gewässer.

 

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