Die schwedischen „Landskap“ – historische Provinzen

Die 25 historischen Provinzen Schwedens. Bild aus Wikipedia

Die 25 historischen Provinzen Schwedens. Bild aus Wikipedia

In Schweden spricht man oft von „Landskap“. Man meint damit aber nicht die Landschaft im deutschen Sinne, sondern die historischen Provinzen. Früher war das Land in “Landskap“ eingeteilt, später wurden der Begriff durch Län ersetzt.

Es ist etwas kompliziert, da für uns Deutsche eine Landschaft nichts mit der politischen Unterteilung der Gebiete zu tun hat. Im Mittelalter war Schweden in Provinzen, in „Landskap“ eingeteilt, welche eine eigene Rechtsverwaltung hatten. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts hat man dann ein Lehnswesen eingeführt sowie ein einheitliches Landrecht für ganz Schweden. 1634 entstand eine neue Verwaltungsorganisation und die „Landskap“ wurden durch „Län“ ersetzt.

 

Ein „Län“ ist ein staatliches Verwaltungsgebiet. Heute ist Schweden in 21 Län eingeteilt. Eine „Landskap“ kann flächenmäßig mit einem „Län“ identisch sein, ebenso kann sich aber eine „Landskap“ über mehrere „Län“ erstrecken. So ist Blekinge Län gleichzusetzen mit der „Landskap“ Blekinge. Die Dalarna Landskap umfasst dagegen Dalarnas Län, Gävleborgs Län, Jämtlands Län und Värmlands Län. Jämtlands und Dalarnas Län erstrecken sich aber auch in die Landskap von Härjedalen.

 

Als Überbegriff spricht man von den „Landsdel“, den Landesteilen. Man teilt Schweden in drei Landesteile ein: Götaland, Svealand und Norrland. Bis 1809 waren es sogar vier, denn damals gehörte Finnland noch zu Schweden. Das heutige Finnland war mehr oder weniger das schwedische Österland.

 

Zum Götaland gehören die Landschaften von Skåne, Blekinge, Halland, Bohuslän, Dalsland, Småland, Öland, Gotland, Östergotland und Västergotland.

Svealand umfasst Uppland, Södermalmland, Närke, Dalarna, Värmland und Västmanland.

Und Norrland besteht aus Hälsingland, Gästrikland, Härjedalen, Medelpad, Jämtland, Ångermanland, Västerbotten, Norrbotten und Lappland.

 

Und nur um es zu erwähnen, obwohl es ja Österland als Landesteil von Schweden so nicht mehr gibt, setzte sich Österland bis 1809 aus den Landschaften Finland, Ingermanland, Karelien, Nyland, Satakunda, Savolax und Tavastland zusammen. Zu Svealand zählt man bis dahin auch Åland und zu Norrland zählte man auch den finnischen Teil von Lappland und Österbotten.

 

Man sieht, es ist etwas kompliziert.

Aber immer noch reden die Schweden von „Landskap“, und davon hat Schweden 25. Die Schweden identifizieren sich mit ihrer Landschaft. Jede Landschaft hat ihre eigenen Gebräuche, Kulturen, auch Trachten und Dialekte und ein eigenes Wappen. Auch tragen die schwedischen Herzoge und Herzoginnen häufig ihre Titel in Bezug auf schwedische Landschaften. Fragt man einen Schweden nach seiner Herkunft, so wird er eher die Landskap als den Län nennen. Auch die Sportclubs sind nach den Landschaften eingeteilt und nicht nach den Läns.

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