Die Rentierflechte – Nahrung der Rentiere

Die Rentierflechte. Foto aus Wikipedia

Die Rentierflechte. Foto aus Wikipedia

Im hohen Norden, der Heimat der Rentiere, findet sich nicht viel, von dem sich die dortige Tierwelt ernähren kann. Was jedoch reichlich wächst, ist die Rentierflechte. Nicht umsonst trägt sie diesen Namen: Die Rentierflechte gilt als das Hauptnahrungsmittel der Rentiere.

Der botanische Name der Pflanze lautet Cladonia rangiferina. Oft wird sie auch als „Isländisches Moos“ bezeichnet, was jedoch eigentlich eine falsche Bezeichnung ist, denn es handelt sich hier nicht um eine Moosart, sondern um eine Flechte. Die Rentierflechte wächst strauchförmig direkt über dem Boden. Die kleinen Stängel haben eine hellgraue oder hellgrüne Farbe und tragen keine Blätter. Die Stängel verzweigen sich reichlich in bräunliche Ästchen. Die Oberfläche wirkt etwas filzartig. Die Pflanze wächst nur sehr langsam, ca. 3-5 mm pro Jahr. Wenn zu viel abgegrast oder zerstört wird, dann kann es lange dauert, bis die Pflanze sich an dieser Stelle wieder erholt.

Neben der Cladonia rangiferina gibt es noch eine weitere Variante der Rentierflechte mit dem botanischen Namen Cladonia portentosa, die auf Deutsch Ebenästige Rentierflechte genannt wird. Sie unterscheidet sich von der Echten Rentierflechte durch eine relativ regelmäßige Verzweigung nach allen Seiten, während sich die kleinen Zweige bei der Echten Rentierflechte in eine Richtung neigen.

Die Rentierflechte wächst sowohl in wärmeren als auch in kälteren Regionen. Da sie auch große Kälte gut verträgt, ist sie in den nördlichen Laub- und Nadelwaldzonen und der Tundra weit verbreitet. Sie gedeiht auf sauren Böden und oft auf felsigem Untergrund. Für die Rentiere, die in diesen Regionen zu Hause sind, scheint sie ein Leckerbissen zu sein. Vor allem im Herbst und Winter, wenn nicht viel anderes an essbaren Pflanzen zur Verfügung steht, dienen sie den Rentieren als Hauptnahrung. Ihren Namen trägt sie daher also nicht aufgrund ihres Aussehens, sondern weil sie der Hauptbestandteil der Rentiernahrung ist. Rentiere fressen täglich bis zu 2 kg dieser Pflanze und können darüber hinaus nur überleben, wenn ihrer Nahrung Rentierflechte zugesetzt wird. Auch Elche und Moschusochsen ernähren sich in der Arktis fast ausschließlich von der Rentierflechte.

Auch für Menschen ist die Flechte durchaus genießbar, wenn auch nicht so beliebt wie bei den Rentieren. Doch findet sie gelegentlich Verwendung zum Aromatisieren von Aquavit.

Im Himalaya wurde sie von einem kleinen Volksstamm als Heilmittel gegen Nierensteine eingesetzt. Die Ureinwohner im Süden von Alaska fanden eine Zubereitungsart, um sie als Nahrungsmittel zu verwenden. Sie trockneten sie, zerkleinerten sie und kochten sie dann in heißem Wasser, bis sie weich wurde und aßen sie dann zusammen mit Beeren, Fischeiern oder Speck. Der beim Kochen gewonnene Saft diente als Heilmittel gegen Durchfall.

Verwendet wird sie auch gerne als kleine Bäumchen zu Dekorationszwecken oder auch als Modelle im Architekturbereich und für Modelleisenbahnanlagen. Gerne wird sie auch für Friedhofsgestecke und in Weihnachtsdekorationen verwendet.

Darüber hinaus dient sie als natürliches Färbemittel für Textilien. Sie verleiht den Stoffen eine beige Farbe.

Und es finden sich noch weitere Anwendungsmöglichkeiten für die vielseitige Rentierflechte. Sie hat die Eigenschaft Wasser zu binden. Daher kam man auf die Idee, sie in alten Gebäuden, wo im Winter noch Doppelfenster zur Kälteisolierung verwendet wurden, zwischen das Außen- und Innenfenster zu legen. So konnte verhindert werden, dass sich Kondenswasser bildet. Die Flechte bindet das Wasser und die Fenster bleiben durchsichtig. Gleichzeitig erfüllt die Pflanze hier auch dekorative Zwecke.

So verbreitet die Rentierflechte in den nördlichen Regionen auch ist, so ist sie in Mitteleuropa stark zurückgegangen und teilweise auch vom Aussterben bedroht. In der englischen Region Cornwall steht sie unter Naturschutz.

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