Die langen Kerle von Öland

Leuchtturm Långe Jan

Am südlichen Ende von Öland: Der Långe Jan. Foto: Kevin Cho/ https://commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 4.0)

Die langen Kerle von Öland sind Wächter und Orientierungspunkte. Manchmal schwankend, doch immer Achtung gebietend versehen sie ihren Dienst. Längst sind die langen Kerle Wahrzeichen der Sonneninsel in der Ostsee. Allen voran der Långe Erik und der Långe Jan.

Man muss einfach zu ihnen aufblicken. Majestätisch bauen sich die langen Kerle an den Küsten Ölands auf. Der Långe Erik (deutsch: Langer Erik) und der Långe Jan (deutsch: Langer Jan) sind im wahrsten Sinne des Wortes die herausragendsten Exemplare.

Der eine steht an der Nordspitze der Ostseeinsel, wo der starke Ostwind schon manch Schiff in flaches Gewässer trieb und auf Grund laufen ließ. Der andere markiert die Südspitze von Öland, wo gefährliche Riffs lauern. An diesen Unwägbarkeiten vorbei geleiten die langen Kerle – der ein nahezu, der andere bereits über zwei Jahrhunderte – Schiffe mit ihrem weithin sichtbaren Leuchtfeuer.

Wahrzeichen im Norden von Öland

Im äußersten Norden von Öland, auf der Insel Stora grundet, steht der Långe Erik. Mit seinen 32,1 m geleitet der Leuchtturm seit 1845 Schiffe durch die tückische See. 13,8 Seemeilen, rund 26 km weit reicht sein Leuchtfeuer.

Ursprünglich gab der Leuchtturm drei Personen Beschäftigung, die mit ihren Familien am Fuße des aus Kalkstein gemauerten Turmes lebten. 1976 wurde auf unbemannten Betrieb umgestellt.

Mittlerweile ist der lange Erik eines der bekanntesten Wahrzeichen von Öland und im Sommer für Besucher geöffnet. Gegen Eintritt führen 138 Stufen zum

Leuchtturm Långe Erik

Der Långe Erik an der Nordspitze von Öland. Foto: David Castor/ https://commons.wikimedia.org/

Aussichtsbalkon in 28 m Höhe. Belohnung ist der Blick über den Norden Ölands und vielleicht eine Ahnung über die Gefahren für die Schifffahrt. Bei starkem Wind bewegt sich die Spitze des Leuchtturms bis zu 60 cm.

Schwedens höchster Leuchtturm

Auf der Landzunge im Süden von Öland thront der „große Bruder“ von Erik. Der Långe Jan. Er ist einige Jahre älter und überragt mit 41,6 m sein Pendant im Norden um einiges. Der lange Jan ist Schwedens höchster Leuchtturm. Um auf dieses stattliche Maß zu kommen, brauchte Jan einige Jahre. Als 1785 sein Licht erstmals erstrahlte, brachte es das Bauwerk auf „nur“ 36 m.

Bereits ein Jahrhundert zuvor gab es Pläne für einen Leuchtturm an Ölands Südzipfel. Doch erst 1784, andere Angaben nennen das Jahr 1778, wurde mit dem Bau begonnen. Vorlage waren Zeichnungen von Carl Johan Cronstedt.

Das Baumaterial für den im Durchmesser 12 m messenden Turm lieferte die Sankt-Johannes-Kapelle des Fischerdorfes Kyrkhamn. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche zerstört. Heute erinnert ein Steinkreuz an das Gotteshaus.

Seit 1980 arbeitet auch der Långe Jan automatisiert. Sein Licht trägt 26 Seemeilen weit, fast 50 km.

Wie sein „kleiner Bruder“ im Norden ist auch der lange Kerl im Süden Ölands für Besucher zugänglich. Diesmal müssen ein paar Stufen mehr genommen werden. 197 sind es bis zur Aussichtsplattform mit Blick über den Süden der Insel und den Kalmarsund.

Die Gebäude zu Fuße des langen Jan gehören zur Vogelwarte Ottenby.

 

 

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Schweden - ein Paradies für Landschaftsfotografen

Annette Weber

 

Im Norden Europas verändert sich das Spektrum der Sonnenstrahlen, bedingt durch den veränderten Lichteinfall. Das blaue Spektrum nimmt zu. Dieser veränderte Lichteinfall führt dazu, dass die Schatten länger werden und sich die Konturen der Motive dunkler und deutlicher abzeichnen. Eine perfekte Session für einen Landschaftsfotografen, denn die Landschaftsfotografie lebt vom Licht.  Da es in der Natur nicht künstlich erzeugt werden kann, muss man genau dieses Licht effektvoll einsetzen, das die Natur gerade bietet. Die Aufgabe des Fotografen besteht darin, den richtigen Moment zu erkennen,  in dem das Licht die Besonderheit der Landschaft hervorhebt.  Dann muss man nur noch abdrücken und das perfekte Landschaftsfoto ist im Kasten.

In Schweden treffen zwei gute Voraussetzungen für tolle Fotos aufeinander: Der Lichteinfall und das Landschaftsmotiv.

Schweden hat großartige, karge Landschaften, felsige Küsten, lange Sandstände, dunkle Wälder, tiefe Seen und weite weiße Schneelandschaften. Nicht immer scheint die Sonne, aber nach einem Regenschauer sind die Farben satter, und der Wolkenhimmel bietet oft interessante Konturen.

Großartige Motive entstehen auch durch Wasserspiegelungen. Das veränderte Farbspektrum des Lichteinfalls sorgt dafür, dass die kristallklaren Seen die Motive besonders scharf und deutlich reflektieren. Auf die Weise ist es möglich, Fotomotive zu finden,  die sich fast eins zu eins in einem See spiegeln. Fantastische Motive werden einem auf diese Art und Weise geboten.

Auch das Wetter bietet einem Naturfotografen unglaublich viele Möglichkeiten.  Unbelebte Gegenstände  bieten ganz neue Motive, die unter den Auswirkungen des Wetters in einer anderen Dramatik auf den Betrachter wirken. So kann man  eine Küstenlandschaft regenverhangen grau in grau in diffusem Licht wiedergeben,  es kann aber auch ein minimaler Nebelschleier die Szene in eine mystische Landschaft verwandeln.  Auch bizarre Wolkenbilder über einem Landschaftsmotiv sind ein Hingucker. Um die Faszination zu erhöhen, sollte man den Horizont niedrig wählen.

So passt in Schweden alles zusammen, was das Herz eines begeisterten Landschaftsfotografen höher schlagen lässt: ein abwechslungsreiches Farbenspiel durch den Wetterwechsel, ein besonderes Farbspektrum durch die nördliche Lage, eine fantastische und bizarre Landschaft und tolle Reflektionen durch die zahlreichen Gewässer.

 

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