Die „Festung“ Karlskrona

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Teil des inneren Verteidigungsrings von Karlskrona: Das Pulvermagazin auf Ljungskär, westlich von Trossö. Foto: Boatbuilder /commons.wikimedia.org/ (CC BY-SA 3.0)

 

Mit der Gründung der Marinebasis gediehen die Pläne zum Ausbau der „Festung“ Karlskrona. Nicht alle Pläne wurden verwirklicht – teils aus Geld- oder Zeitmangel, teils in Friedenszeiten zurückgestellt. Dennoch entstand im Laufe der Jahre und Jahrhunderte ein Verteidigungsring um Marinebasis und Stadt. Großteils erhalten sind die Festungsanlagen Bestandteil des Weltkulturerbes „Marinestadt Karlskrona“.

Besucher, die mit der Fähre aus dem polnischen Gdynia in Karlskrona „einfallen“, erhalten bei der Anfahrt durch den Schärengarten einen ersten Eindruck, was auf Schiffe in weniger friedlicher Absicht zukam. Anderes zeigt sich beim Stadtbummel durch Karlskrona – wie die Varvsmuren oder die Bastion Aurora auf der Hauptinsel Trossö. Fußläufig auch die Bastion Kungshall auf der kleineren Nachbarinsel Stumholmen. Von der Bastion lässt sich in der Schärenwelt die Insel Koholmen mit dem Pulverhaus aus dem 18. Jahrhundert erspähen. Ein weiteres Detail des Verteidigungsgürtels.

Die landseitigen Festungsanlagen

Gegen landseitige Angriffe wurden zum Schutz von Marinehafen und –werft dicke Mauern errichtet. Zudem war ein Festungsring um ganz Trossö geplant. Einzig fertiggestellt und erhalten blieb von diesen Plänen die Bastion Aurora. Nördlich der Marinebasis und Stadt erhoben sich Erdwälle, in deren Schutz Kanonen aufgereiht waren zur Verteidigung gegen Feinde von Landseite.

Um Trossö herum wurden Pulvermagazine beziehungsweise -türme, Schutz und Verteidigungstürme errichtet. Neben Koholmen auf Mjölnareholmen östlich und Ljunskär westlich Trossös. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Schutztürme auf Godnatt und Kurrholmen, südlich der Hauptinsel, erbaut. Die letzten ihrer Art. Die beiden Bauwerke entsprechen mittelalterlichen Wohn- und Wehrtürmen, wie sie in Schweden und Europa verbreitet waren.

Die Bauten auf den Inseln zählen zu den inneren Festungsanlagen. Die äußeren Festungsanlagen, die erste Verteidigungslinie der „Festung“ Karlskrona gegen Angriffe von See liegen links und rechts der breitesten Zufahrt – zwischen Aspö und Tjurkö.

Exotisches in der Festung Kungsholm

1680 standen die ersten Geschütze hinter einer provisorischen Schanze auf Båkholmen. Einer kleinen Insel im Westen von Tjurkö. Umbenannt in Kungsholmen. Alsbald wurde mit dem Bau der Festung Kungsholm begonnen. Baumaterial wurde unter anderem aus Landskrona, Kristianstad und Helsingborg herangeschafft – die Steine der Verteidigungs- und Festungsbauten der bis 1658 zu Dänemark gehörenden Städte. Nach rund 100 Jahren galt die Festung als fertig. Um dann, in Friedenszeiten, zu verwahrlosen und von 1820 bis in die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts umgebaut zu werden. Damit gewann Kungsholm an Bedeutung gegenüber Drottningskär auf der anderen Seite der Hauptlinie nach Karlskrona.

Markanter Punkt der Festung ist Donjon, der Hauptturm und so etwas wie die Zentrale des Verteidigungswerks. Zur Entstehungszeit galt der dreigeschossige Wehrbau als bombensicher und sollte mit seinen 31 Kanonen nicht nur die Zufahrt nach Karlskrona, sondern auch die Insel Tjurkö beschützen. Berühmtestes Motiv der Festungsanlage ist jedoch der eigenwillige Rundhafen mit der schmalen Pforte.

Und auch einen Hauch Exotik können Besucher erleben. Auf dem früheren Appell- und Exerzierplatz entstand ein Park mit teils südländischen Gewächsen. Mitbringsel von fernen Seereisen.

Ansichten von der Festung Kungsholm:

Drottningskärs kastell – „Europas schönstes Seekastell“

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Bewacht(e) die Zufahrt nach Karlskrona: Die Festung Drottningskär vor Aspö. Foto: Magnus Bäck /commons.wikimedia.org/

Auf der anderen Seite der Meerenge, auf dem kleinen Eiland, früher Dynan, heute Drottningskär, vor Aspö – Drottningskärs kastell. Zeitweise die wichtigste Festung von Karlskrona. Die Anlage war für Erik Dahlbergh – der Kopf hinter den Verteidigungsplänen – ein Vorzeigeprojekt. Zur Erinnerung an die Fertigstellung des mächtigen Donjons mit bis zu 5 m dicken Mauern im Jahr 1696 ließ Dahlbergh eine Tafel über dem landseitigen Eingang anbringen. Zudem ließ sich der Baumeister dazu hinreißen, dass es in ganz Europa kaum ein schöneres Seekastell als Drottningskär gäbe, sei es erst fertig.

Drottningskär gilt als eine der herausragendsten Festungsanlagen in Schweden, ein vollständig erhaltenes Beispiel der Großmachtzeit. Eine Festung mit ihren Eigenheiten. So sind die vier Bastionen nach schwedischen Königinnen benannt – Maria, Hedvig, Ulrica und Christina. Diese sollen, so eine Steinplatte im Burghof, das Reich des Meeresgottes beherrschen.

Dieses Reich wurde in späteren Jahren im Zeichen von Gefahr mit Steinen und Seeminen bestückt. Auch dies Mittel zur Verteidigung der „Festung“ Kalrskrona. Nicht zum Welterbe zählt die Festung Västra Hästholmen zwischen Hasslö und Almö. Doch auch dieser Standort spielte bei Dahlberghs Plänen bereits eine Rolle.

Eine Übersicht der Festungsanlagen des Welterbes „Marinestadt Karlskrona“ bietet www.orlogsstadenkarlskrona.se.

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