Der schwedische Nationalfeiertag am 6. Juni – der Tag der schwedischen Flagge

Der Tag der schwedischen Flagge. Foto Tage Olsin, Hofres, Wikipedia

Die Schweden sind stolz auf ihr Land und am 6. Juni feiern sie ihren Nationalfeiertag. Worauf begründet sich dieser Tag und wie wird er in Schweden gefeiert?

Den schwedischen Nationalfeiertag gibt es seit 1983. Man feiert die Wahl Gustav Vasas zum König im Jahre 1523 (obwohl er eigentlich erst 1528 gekrönt wurde, aber schon 1523 in Stockholm einzog) und damit die Auflösung der Union mit Dänemark, wodurch Schweden zu einem selbstständigen Staat wurde, sozusagen der Beginn des modernen Schweden. Die neue schwedische Verfassung trat ebenfalls an einem 6. Juni in Kraft, und zwar im Jahr 1809. Der Tag wird auch, bzw. wurde früher, als er noch nicht offizieller Feiertag war, als „Tag der schwedischen Flagge“ bezeichnet. Schon 1916 feierte man diesen Gedenktag, 1983 wurde er dann zum Nationalfeiertag erklärt und seit 2005 ist er auch ein arbeitsfreier Feiertag.

Früher galt der Mittsommertag als eine Art Nationalfeiertag und es gab auch Vorschläge, den Mittsommertag offiziell zum Nationalfeiertag zu erklären, da dies ja der Tag ist, an dem die ganze Nation richtig feiert. Auch war die Rede von Gustav Adolfsdagen am 6. November oder dem Todestag von Karl II am 30 November als Nationalfeiertag.

Der 6. Juni hatte sich schon im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem nationalen Gedenktag entwickelt. Zu dieser Zeit kamen vaterländische Gedanken auf, Heimatvereine wurden gegründet. Artur Hazelius, der Gründer des Freizeitparks Skansen, organisierte hierzu eine Zeitlang verschiedene kulturelle Veranstaltungen in seinem Park, zu denen zahlreiche Besucher kamen. Am meisten Besucher strömten am 6.Juni in den Park, das war der einzige Tag an dem es nicht regnete. Er führte den 6. Juni als den sogenannten Gustavstag ein. Von Hazelius ging die Initiative aus, und so bestimmte man schließlich den 6. Juni zum offiziellen Tag der schwedischen Flagge. Als dieser Tag dann 1983 vom schwedischen Reichstag offiziell zum Nationalfeiertag erklärt wurde, musste ein anderer schwedischer Feiertag geopfert werden. Nach einigem Für und Wider hatte man sich für den Pfingstmontag entschlossen. Trotzdem hat der Nationalfeiertag nicht den gleichen Stellenwert wie andere Feiertage, fällt er auf einen Samstag oder Sonntag, so wird der freie Arbeitstag nicht, wie sonst üblich in Schweden, auf den kommenden Montag gelegt.

Skansen war sozusagen der Vorreiter und heute feiert man dort ganz offiziell den Nationalfeiertag. König Carl Gustav XVI und Königin Silvia begeben sich jedes Jahr am 6. Juni ins Stockholmer Freilichtmuseum Skansen, um dort an der feierlichen Zeremonie teilzunehmen. Die schwedische Flagge wird gehisst und in der schwedischen Volkstracht gekleidete Kinder überreichen dem Königspaar Blumen. Bei dieser Zeremonie werden auch neue Mitbürger in Schweden willkommen geheißen. Die Einwanderer waren ja auch einer der Gründe einen richtigen Nationalfeiertag einzuführen. Diese hatten sich gewundert, dass der Nationaltag in Schweden kein wirklicher Feiertag war. Man wollte also den neuen Mitbürgern die Möglichkeit geben, ihre neue Mitbürgerschaft zu feiern.

Auch sonst wird der Tag nun in ganz Schweden gefeiert mit Zeremonien und Festlichkeiten. Überall im Land wird um 8.00 Uhr die schwedische Fahne gehisst. Oft läuten die Kirchenglocken und überall gibt es Veranstaltungen und Volksfeste. Auch in den einzelnen Gemeinden werden die Personen willkommen geheißen, die die schwedische Staatsbürgerschaft bekommen haben. Um das schwedische Schloss finden Paraden und Empfänge statt und in Stockholm wird ein großes Volksfest im Kungsträdgården veranstaltet mit Musik, Speis und Trank.

Viele schwedische Feiertage sind mit einem traditionellen Essen verbunden, so der Julskinka mit Weihnachten oder der Hering mit Mittsommer. Und was isst man wohl zum Tag der schwedischen Flagge? Hier hat es sich eingebürgert, Smörgåstårta zu essen. Dabei handelt es sich um eine Art Torte aus mehreren Schichten Brot mit verschiedenen Aufstrichen, darunter Krabben, Lachs, Eier, Tomaten, Gurken.

Nun können also die Schweden am 6. Juni wieder ihre Flagge vor ihrer Stuga hissen, schwedische Lieder singen, das traditionelle Essen genießen und blaue und gelbe Luftballons in die Luft steigen lassen.

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  2. Ricarda Pott sagt:

    Einmal war ich bis jetzt am 6.6. in Schweden, und die Leute mit schwedischen Flaggen in der Hand waren hauptsächlich deutsche Touristen :o)

    Bei den in Schweden ansässigen Kollegen ist der Feiertag nicht sehr beliebt. Erstens musste man dafür den Pfingstmontag abgeben (der ja zuverlässig nicht aufs Wochenende fällt), und zweitens kommt ihnen ein Nationalfeiertag „amerikanisch“ vor – vermutlich einfach ungewohnt…

    Hälsningar,
    Ricarda

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