Das Silbermuseum in Arjeplog und Einar Wallquist , der Lappendoktor

Hoch oben im Norden, im schwedischen Lappland, umgeben von Wäldern und Bergen liegt die kleine Stadt Arjeplog am Silvervägen, der Verbindungsstraße, die von Bodø in Norwegen nach Arvidsjaur und dann weiter an die Küste nach Skellefteå führt. Arjeplog ist vor allem bekannt für die Testgelände der Automobilindustrie. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist jedoch auch das Silbermuseum.

Es wurde 1965 eröffnet und zeigt Interessantes über die Kultur Lapplands, nicht nur Silbergegenstände, wie man zunächst annehmen könnte. Das Museum ist eng mit einem Namen verbunden: Einar Wallquist. Als junger Arzt kam er 1922 nach Arjeplog, nachdem er zuvor im Krankenhaus von Stockholm gearbeitet hatte und nun eine neue Herausforderung auf dem Land suchte. Man nannte ihn den Lappendoktor. Das Leben war hart und seine Tätigkeit im hohen Norden nicht leicht, aber er liebte die Region und das Leben dort und nahm seine Aufgabe sehr ernst.

Er wurde am 5. Januar 1896 in der Gemeinde Steneby in Dalsland geboren. Von der lappländischen Landschaft und ihrer Bewohner war er fasziniert. Sie inspirierten ihn als Künstler und Schriftsteller. So schrieb er neben seiner Tätigkeit als Arzt zahlreiche Bücher über Lappland und die Menschen, die dort lebten und auch über seine Leben als Arzt. Zu nennen sind zum Beispiel seine Werke Lappmarksår und Lappmarksdoktor. Auch Zeichnen und Malen gehörten zu seinen Interessen. Zudem war er ein großer Sammler und so sammelte er alles, was er zur samischen und lappländischen Kultur in die Hände bekam. Aufgrund seines Berufs war er viel unterwegs, um seine Patienten zu besuchen, auf diese Art erwarb er viel Wissen über das Leben in der Region. Da seine Patienten ihn häufig für die Behandlungen nicht bezahlen konnten, bekam er stattdessen Haushaltsgegenstände geschenkt. Und so kam seine Sammlung zustande. Er erforschte außerdem die Geschichte und die Kultur und es gelang ihm, ein ansehnliches Archiv zusammenzustellen. Drei Jahre nach seiner Pensionierung gründete er schließlich das Silbermuseum in Arjeplog und stellte alle diese, im Laufe seines Lebens in Arjeplog gesammelten Gegenstände, dort aus. Bis zu seinem Tod mit fast 90 Jahren im Jahre 1985 war er selbst der Museumsinhaber.

Das Silbermuseum zeigt somit Gegenstände aus dem Leben der Samen und der Siedler, die sich in der Region Arjeplog niederließen. Es lohnt sich auf einer Reise durch Lappland dem Museum einen Besuch abzustatten. Es befindet sich am Torget, gegenüber der Kirche. Vor einigen Jahren noch ein kleines Gebäude, steht hier nun ein ansehnliches Haus. Man betritt das Gebäude und kommt zuerst zur Rezeption und Boutique. Über eine Wendeltreppe gelangt man in den ersten Stock, wo das Schulzimmer und die Küche gezeigt werden und wo man allerlei Wissenswertes über das Leben der Siedler in Arjeplog erfahren kann. Ursprünglich lebten hier nur die Samen. Im 18. Jahrhundert kamen die Siedler hinzu, die ihre Behausungen bauten, von der Landwirtschaft, der Jagd und vom Fischfang lebten. Im Silbermuseum bekommt man einen Eindruck davon, wie das Leben zu diesen Zeiten ablief, wie das Verhältnis zur Natur war, wie man sich diesen extremen Klimaverhältnissen anpasste.

Das Museum ist unter der Woche von 10-12 Uhr und 13-16 Uhr geöffnet, sowie am Samstag von 10-14 Uhr, sonntags geschlossen. Auch die Boutique bietet ein schönes Angebot an Silbergegenständen, Handarbeiten, Musik, Bücher. Und mit den netten Leuten an der Rezeption kommt man schnell ins Gespräch und bekommt allerlei Auskünfte.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertungen bisher)
Loading...

Hinterlasse eine Antwort

Abenteuer Schweden

ct_AbenteuerSchweden_Bild01Urlaub in Schweden bei Familie Muck: Leben und Er-leben in Mittelschweden!

Partner-Links:

zu diesem Schwedenstube-Partner
zu weiteren Partnerfirmen

 

© 2002 - 2017 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved