Das Nordische Museum in Stockholm

Das Nordische Museum. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Johan Fredriksson

Das Nordische Museum. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Johan Fredriksson

In Stockholm, auf der Insel Djurgården befindet sich eines der bekanntesten und sehenswertesten Museen Schwedens, das Nordische Museum, auf Schwedisch Nordiska Museet.

 

Das Nordische Museum wurde am Ende des 19. Jahrhunderts von Artur Hazelius gegründet, der auch als Gründer des ganz in der Nähe liegenden Freiluftmuseums Skansen gilt.

Und wie auch Skansen, zeigt das Nordische Museum die Geschichte und Kultur Schwedens, es präsentiert das Land über die verschiedenen Jahrhunderte hinweg. Sitten und Gebräuche, Volkskunst, Trachten, Mode, gedeckte Tische, Möbel und Alltagsgegenstände zeigen das Alltagsleben im früheren und heutigen Schweden. Über 1,5 Millionen Gegenstände, darunter auch Objekte, die bis Anfang des 16. Jahrhunderts zurückreichen, können hier betrachtet werden, darunter auch ca. 250.000 Bücher sowie Fotografien und Gemälde, z.B. von August Strindberg. Es ist somit das größte kulturhistorische Museum Schwedens. Darüber hinaus gehören auch einige Schlösser und Herrensitze in Schweden zum Nordischen Museum, wie z.B. die Julita Farm in Södermalmland, Svindersvik in Nacka oder Schloss Tyersö

 

Artur Hazelius wollte die Kultur Schwedens bewahren. Er fürchtete, dass vieles in Vergessenheit geraten könnte. Daher bereiste er sein Heimatland und sammelte Gegenstände aller Art, Möbel, Kleider, Spielzeug, die dazu dienen sollten, das Volksgut, die Kultur in Erinnerung zu erhalten. Er wollte ursprünglich auch die anderen skandinavischen Ländern miteinbeziehen, musste sich dann aber später aus Schweden beschränken.

 

Zunächst, nach seiner Gründung war das Museum in der Drottningsgatan untergebracht und zuerst war es noch gar kein richtiges Museum, sondern eben eine Sammlung skandinavisch-ethnographischer Gegenstände. Erst 1880 erhielt es den Namen „Nordisches Museum“. Bis dahin hatte Hazelius alle Sammlerstücke dem schwedischen Staat geschenkt. 1880 wurde dann eine Stiftung gegründet.

 

Artur Hazelius‘ Grundgedanke war „Känn dig själv“, auf Deutsch „Kenne dich selbst“. Sein Bestreben war es, dass die Schweden ihre Heimat, ihre Kultur und damit sich selbst kennen sollten. Diesem Zwecke sollte das Nordische Museum und auch Skansen dienen. Nicht nur er selbst sammelte die Ausstellungsstücke im ganzen Land, er hatte auch viele Anhänger, stand mit vielen Leuten in Kontakt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützten. Angefangen hatte er seine Sammlung aus dem ländlichen/bäuerlichen Bereich, aber nach und nach nahm er auch Gegenstände entgegen, die das Leben in den Städten und in anderen kulturellen Schichten repräsentierten.

 

Bis 1963 gehörten Skansen und das Nordische Museum zusammen, erst 1963 wurden daraus zwei separate Institutionen. Aber trotzdem sind im Freilichtmuseum Skansen auch heute noch etwas 30.000 Gegenstände zu finden, die eigentlich dem Nordischen Museum gehören.

 

Bereits 1883 hatte man einen Architektenwettbewerb für ein neues Museum auf Djurgården ausgeschrieben, an dem sich 16 Architekten beteiligten. Mit den Bauarbeiten wurden 1888 begonnen, aber erst 1891 entschied man sich endgültig für den Entwurf von Gustav Clason.

1897 war der nördliche Teil des Gebäudes fertiggestellt, so dass ein Teil des neuen Nordischen Museums 1897 zusammen mit der Stockholmer Kunst- und Industrieausstellung eröffnet werden konnte. Aber die Arbeiten waren noch lange nicht fertig. Weitere 8 Jahre wurde daran gebaut. 1907 wurde das ganze Gebäude dann vom schwedischen Kronprinzen eingeweiht.

Es handelt sich dabei um ein großes, herrschaftliches Haus, inspiriert vom dänischen Renaissance-Stil. Im Grunde erinnert es eher an ein Schloss als an ein Museum. Wände und Boden bestehen aus Backstein und Granit, während man für das Dach Beton verwendet hat.

Imposant ist die Haupthalle, durch die man das Gebäude betritt. Sie ist 125 m lang und 24 m hoch und ist somit nach Globen der größte, nicht-kirchliche Raum Schwedens. In der Mitte thront eine 6 m hohe Holzstatue, angefertigt vom schwedischen Bildhauer Carl Milles, welche Gustav Wasa darstellen soll.

So groß das Gebäude ist, es war ursprünglich noch viel größer geplant, genau genommen sollte es etwa dreimal so groß werden, musste dann aber aus Kosten- und auch aus Zeitgründen auf die heutige Gestaltung beschränkt werden.

 

Das Museum beherbergt heute etwa 1,5 Millionen Ausstellungsgegenstände. Jedes Jahr finden etwa 10- 20 spezielle Ausstellungen statt. Die Besucherzahl erreicht jedes Jahr ca. 200.000.

Im Archiv des Museums werden unzählige Dokumente der schwedischen Geschichte, auch Unterlagen von Privatpersonen, Vereinen und Firmen aufbewahrt, darunter ca. 7 Millionen Bilder seit 1844. Die Bibliothek umfasst neben Büchern auch Zeitschriften, Kataloge und Broschüren.

 

Das Nordische Museum ist von Montag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr und am Samstag und Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt für das Museum beträgt SEK 100,00, für Jugendliche bis 1 Jahren ist der Eintritt frei.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Bewertungen bisher)
Loading...

Hinterlasse eine Antwort

Schweden - ein Paradies für Landschaftsfotografen

Annette Weber

 

Im Norden Europas verändert sich das Spektrum der Sonnenstrahlen, bedingt durch den veränderten Lichteinfall. Das blaue Spektrum nimmt zu. Dieser veränderte Lichteinfall führt dazu, dass die Schatten länger werden und sich die Konturen der Motive dunkler und deutlicher abzeichnen. Eine perfekte Session für einen Landschaftsfotografen, denn die Landschaftsfotografie lebt vom Licht.  Da es in der Natur nicht künstlich erzeugt werden kann, muss man genau dieses Licht effektvoll einsetzen, das die Natur gerade bietet. Die Aufgabe des Fotografen besteht darin, den richtigen Moment zu erkennen,  in dem das Licht die Besonderheit der Landschaft hervorhebt.  Dann muss man nur noch abdrücken und das perfekte Landschaftsfoto ist im Kasten.

In Schweden treffen zwei gute Voraussetzungen für tolle Fotos aufeinander: Der Lichteinfall und das Landschaftsmotiv.

Schweden hat großartige, karge Landschaften, felsige Küsten, lange Sandstände, dunkle Wälder, tiefe Seen und weite weiße Schneelandschaften. Nicht immer scheint die Sonne, aber nach einem Regenschauer sind die Farben satter, und der Wolkenhimmel bietet oft interessante Konturen.

Großartige Motive entstehen auch durch Wasserspiegelungen. Das veränderte Farbspektrum des Lichteinfalls sorgt dafür, dass die kristallklaren Seen die Motive besonders scharf und deutlich reflektieren. Auf die Weise ist es möglich, Fotomotive zu finden,  die sich fast eins zu eins in einem See spiegeln. Fantastische Motive werden einem auf diese Art und Weise geboten.

Auch das Wetter bietet einem Naturfotografen unglaublich viele Möglichkeiten.  Unbelebte Gegenstände  bieten ganz neue Motive, die unter den Auswirkungen des Wetters in einer anderen Dramatik auf den Betrachter wirken. So kann man  eine Küstenlandschaft regenverhangen grau in grau in diffusem Licht wiedergeben,  es kann aber auch ein minimaler Nebelschleier die Szene in eine mystische Landschaft verwandeln.  Auch bizarre Wolkenbilder über einem Landschaftsmotiv sind ein Hingucker. Um die Faszination zu erhöhen, sollte man den Horizont niedrig wählen.

So passt in Schweden alles zusammen, was das Herz eines begeisterten Landschaftsfotografen höher schlagen lässt: ein abwechslungsreiches Farbenspiel durch den Wetterwechsel, ein besonderes Farbspektrum durch die nördliche Lage, eine fantastische und bizarre Landschaft und tolle Reflektionen durch die zahlreichen Gewässer.

 

© 2002 - 2017 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved