Das Gebiet des Dalälven

Bild: Zusammenfluss von Västerdalälven und Österdalälven bei Djurås. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Calle Eklund

Bild: Zusammenfluss von Västerdalälven und Österdalälven bei Djurås. Bild aus Wikipedia. Fotograph: Calle Eklund

Fährt man durch die mittelschwedischen Provinzen, vor allem auf dem Riksväg 70, so überquert man immer mal wieder den Dalälven, mal heißt er Västerdalälven, dann wieder Österdalälven oder einfach nur Dalälven. Man hat das Gefühl, dieser Fluss ist überall.

Die drei Flüsse gehören zusammen. In Dalarna entspringen sozusagen zwei Dalälven der Västerdalälen und der Österdalälven. Etwas östlich von Borlänge, bei Djurås fließen sie dann zusammen zum Dalälven, der weiter durch Västmanland, Gästrikland und Uppland fließt und dann bei Älvkarleby in die Ostsee mündet.

Der Västerdalälven entsteht aus dem Zusammenfluss von Görälven und Fuluälven, die beide in der Gemeinde Älvdalen, im Fulufjället Nationalpark entspringen. Er fließt dann südwärts, an Sälen und Malung vorbei. Bei Vansbro kommt als Nebenfluss der Vanån hinzu und ab hier wird der Fluss dann richtig kurvenreich und verschlungen.

Der Österdalälven hat seinen Ursprung ebenfalls aus zwei Flüssen, dem Storån und dem Sörälven, die beide in Norwegen entspringen und sich bei Idre treffen. Nach dem Zusammenfluss durchquert der Österdalälven eine Reihe von langgezogenen Seen (Idresjön, Alvrosfjorden, Kringelfjorden, Hedfjorden, Särnasjön und Trängletsjön und fließt dann bei Mora in den Siljansee, den er im Süden bei Leksand wieder verlässt.

Die Stelle wo der Österdalälven und der Västerdalälven zusammenfließen hat einen besonderen Namen. Man nennt sie auf Schwedisch „Älvmötet“, also auf Deutsch den Treffpunkt der Flüsse. Die drei Flüsse bilden hier ein Y und aus diesem Grund hat man diesen Buchstaben in das Wappen der Gemeinde aufgenommen. Und genau in der Mitte des Y wurde ein Platz angelegt, mit schöner Aussicht, wo alljährlich im Sommer Zusammenkünfte und Musikveranstaltungen stattfinden.

Der Fluss verläuft anschließend ziemlich kurvenreich, auch deshalb hat man den Eindruck, dass er überall ist, zunächst an Borlänge und Avesta vorbei, immer in der Umgebung des Riksvägen 70. Nach Avesta ändert sich die Landschaft, und zwar wird das Land hier ziemlich flach, eine Gegend, die immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht wird. Der Dalälven fließt hier durch vielerlei Wasserbecken, die sogenannten Fjärdar. Man spricht in dieser Region nicht von Sjöar, also von Seen, sondern eben von diesen Fjärdar. Darunter versteht man ein tief ins Land eingreifender Meeresarm. Der Verlauf des Dalälven folgt hier abwechselnd einer Stromschnelle und einem Fjärd. Gleich nach Avesta zeigen sich die ersten dieser Stromschnellen, der Storfors und der Lillfors, gefolgt vom Bäsingen See. Darauf folgen die Stromschnellen bei Näs bruk und der nächste See, der Bysjön. Besonders verzweigt und wasserreich wird er dann nach den nächsten Stromschnellen bei Tyttbo, hier beginnt das größte dieser Wasserbecken, der Färnebofjärden, der von viel unberührter Natur umgeben ist, wodurch das Gebiet 1998 zum Nationalpark erklärt worden ist. Mehr als 200 kleine Inseln liegen in diesem See, der praktisch die Grenze zwischen den Provinzen Uppland und Gävleborg bildet. Weiter geht es über die Stromschnellen bei Gysinge in den Hedesundafjärden-Bramsjöfjärden und dann über Söderfors in den Untrafjärden, schließlich über die Stromschnellen bei Untra weiter in den Marmafjärden. Danach folgen noch die Stromschnellen von Lanforsen und Älvkarleby, bevor der Dalälven bei Skutskär in die Ostsee mündet.

Mit insgesamt 542 km ist der Dalälven nach dem Götaälv der zweitlängste Fluss Schwedens. Man betrachtet ihn auch als Grenze zu Norrland. Leider ist er ziemlich verunreinigt, da an seinem Flusslauf entlang viele Fabriken und Bergwerke angesiedelt sind, deren Abwässer mit den Schadstoffen in den Fluss und später in die Ostsee gelangen. Als größtes wäre hier das Kraftwerk in Trängslet zu nennen, mit der größten Staumauer und dem größten Stausee des Landes. Früher war der Dalälven einer der wichtigsten Wasserwege Schwedens für den Transport von Holz. Millionen Holzstämme wurden jedes Jahr den Fluss entlang zur Ostsee transportiert. Diese Nutzung des Flusses wurde dann allerdings gegen Ende der 70iger Jahre eingestellt.

In ihrer „Wunderbaren Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ widmet Selma Lagerlöf ein Kapitel dem Dalälven. Und zwar beschreibt sie, wie der Dalälven aus einem Rennen der Quellflüsse Storån und Fuluälven entsteht. Auf der einen Seite bekommen die Flüsse Unterstützung durch die verschiedenen Zuflüsse, aber auf der anderen Seite haben sie mit vielen Hindernissen zu kämpfen, sie müssen Berge überwinden und sich durch Seen einen Weg bahnen. Schließlich versöhnen und vereinigen sie sich und fließen zusammen ihrem Ziel entgegen.

 

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