Carl Larsson und sein Haus in der Sonne

Carl Larssons Tochter Brita, eines seiner bekanntesten Gemälde. Bild aus Wikipedia

Carl Larssons Tochter Brita, eines seiner bekanntesten Gemälde. Bild aus Wikipedia

Carl Larsson war einer der beliebtesten schwedischer Künstler. Bekannt sind seine Aquarelle, die ein idyllisches, schwedisches Familienleben darstellen. Im Zentrum seiner Kunst stand sein Haus in Sundborn, das Haus in der Sonne!

 

In dem 1909 erschienenen Buch „Das Haus in der Sonne“ schildert er mit Texten, Zeichnungen und Aquarellen das Leben mit seiner Familie, seiner Frau Karin und seiner sieben Kinder in diesem Haus und seiner Umgebung. Die Familie zog in einen „kleinen, hässlichen, unansehnlichen Bau“ und richtete sich dort auf ihre besondere Art ein, in einem Stil, der auch heute noch als der typisch schwedische Einrichtungsstil gilt, gekennzeichnet durch viel Licht, viele Farben und eine fröhliche Lebensweise.

Carl Larssons Heim ist heute ein Museum, der Carl Larsson Gården, und sowohl für Larsson-Anhänger als auch Schweden-Interessierte einen Besuch wert. Er liegt ein paar Kilometer nördlich von Falun in Dalarna.

 

Carl Larsson wurde 1853 in der Prästgatan in Gamla Stan in Stockholm geboren. Seine Kindheit war von Armut geprägt und alles andere als glücklich, aber er war künstlerisch begabt. Auf Anraten seines Lehrers begann er mit 13 Jahren eine Ausbildung an der Königlichen Kunstakademie in Stockholm. Um das Studium zu finanzieren, war er gezwungen nebenbei zu arbeiten, z.B. bei einem Fotografen. Erst als er 1876 eine königliche Medaille verliehen bekam, ging es ihm finanziell etwas besser.

 

Zunächst musste er sich jedoch als Karikaturist und Graphiker über Wasser halten. Er illustrierte verschiedene Erzählungen und arbeitete für die Zeitung Kasper.

Mehrere Reisen führten ihn nach Frankreich. In Grez-sur-Loin, in der Nähe von Paris fand er einen Ort, wo er sich wohlfühlte. Hier lebte er zusammen mit anderen skandinavischem Künstlern und hier fand er die Motive für seine Malerei: Bäume, Blumen, Gärten, Häuser mit Veranda, Wasserfälle, idyllische Landschaften. Grez war ein Wendepunkt in seinem Leben. Er änderte seinen Malstil, entfernte sich von der Ölmalerei und wandte sich der Aquarellmalerei zu. Bevorzugt malte er nun ländliche Motive in leuchtenden Farben. Hier entstanden viele seiner ersten Aquarelle und hier lernte er auch seine spätere Frau kennen, Karin Bergöö, ebenfalls eine Künstlerin und auch aus Schweden. Karin stammte aus Örebro. Sie hatte an der Kunstakademie in Stockholm studiert und war, wie Carl Larsson, in die Künstlerkolonie Grez-sur-Loing, in der Nähe von Paris gereist.

 

Zur Hochzeit reisten die beiden zurück nach Schweden, kehrten dann aber nochmal nach Frankreich zurück. Ihre erste Tochter, Suzanne, wurde 1884 in Grez in Frankreich geboren. Anschließen zog die kleine Familie wieder zurück in die Heimat, nach Stockholm. Von nun an malte Larsson hauptsächlich Bilder von Stockholm. Er schloss sich der Künstlergruppe Opponenterna an, welche eine Reform der Kunstausbildung durchsetzen wollten, was aber nicht gelang. Der Kunstsammler Pontus Fürstenberg aus Göteborg wünschte sich eine größere Anzahl von Gemälden von Carl Larsson. Aus diesem Grund ließen die Larssons ihre inzwischen zwei Kinder bei Karins Eltern und zogen noch einmal für ein Jahr nach Frankreich.

 

Als sie 1888 nach Schweden zurückkehrten bekamen sie von Karins Eltern ein kleines Häuschen geschenkt. Es lag in der Provinze Dalarna, in Sundborn bei Falun. Dieses Haus war zunächst nicht besonders schön, eher eine Hütte, aber Carl und Karin richteten es nach und nach handwerklich und künstlerisch nach ihrem Geschmack ein. Es wurde ausgebaut und verschönert und auf den Namen „Hyttnäs“ getauft, was so viel heißt wie „kleine Hütte“. Einen großen Teil der Textilien und Möbel hat Karin Larsson selbst entworfen. Die Larssons bekamen acht Kinder, wobei eines davon bei der Geburt starb. Die Kinder wurden hier in diesem Haus großgezogen. Es war der familiäre und künstlerische Mittelpunkt. Hier entstanden viele Ölgemälde und Aquarelle, auf denen die Kinder, das Haus, die Umgebung und die Dorfgemeinschaft verewigt wurden. Seine Familie war Carl Larssons liebstes Motiv.

Das Haus in Sundborn wurde eines der bekanntesten und beliebtesten Künstlerheime auf der ganzen Welt.

 

Das Interesse an Carl Larsson nahm national und international weiter zu. So wurde er damit beauftragt, die Innenwände des Nationalmuseums in Stockholm künstlerisch zu gestalten. Weitere seiner Werke wurden in der Königlichen Oper und im Königlich Dramatischen Theater ausgestellt. Auf der Internationalen Kunstausstellung 1896 in Berlin wurde ihm eine Goldmedaille verliehen. Richtig bekannt wurde er in Deutschland nach der Veröffentlichung des Werkes „Das Haus in der Sonne“ im Jahre 1909. Carl Larsson starb 1919 in Falun, seine Frau Karin starb 1928 in Södermalmland, aber auch sie wurde in Sundborn bei Falun begraben.

 

Nach ihrem Tod beschlossen die Kinder, das Haus in Sundborm so zu belassen, wie es zu Lebzeiten der Eltern war. Es wurde in ein Museum umgewandelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Trotzdem treffen sich die Nachkommen hier immer noch zu Familienzusammenkünften.

 

Der Carl-Larsson-Gården ist von 1.Mai bis 30. September geöffnet und in den Wintermonaten vom 7. Januar bis 30. April. Das Haus in der Sonne strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Man sagt, die Anwesenheit der Larssons und der vielen Kinder, die Fröhlichkeit und Heiterkeit, soll immer noch spürbar sein.

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