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Mikael Persbrandt: Heute Gunvald – morgen Hollywood

In Schweden ein Superstar: Mikael Persbrandt. Bild: Knut Koivisto

Kommissar Beck ist eine der erfolgreichsten TV-Serien, die in Schweden jemals produziert wurden. Doch der Star der Serie ist mitnichten der von Peter Haber als sympathisch-pflichtbewusst dargestellte Titelheld. Der heimliche Star ist vielmehr sein Kollege Gunvald Larsson, dem Mikael Persbrandt mit seinem Spiel einen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

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Zeitreise in die Bronzezeit: Die Felsritzungen in Tanumshede

Felsen von Vitlycke: Der wohl spektakulärste Fundort in Tanumshede.

Zwei Kämpfer stehen sich gegenüber und blicken sich in die Augen. Die Speere sind drohend erhoben, ihre Schilde zur Abwehr bereit. Etwas weiter ein Paar, in inniger Umarmung. Ein Mann streckt die Arme aus, die gut viermal so lang sind wie sein ganzer Körper. Unzählige Schiffe mit Kriegern und Trommlern. Dazwischen schwimmt ein Blauwal.

Die Szenen stammen nicht etwa aus einem Traum oder einem surrealistischen Film, sondern aus Tanumshede, einem kleinen Ort an der schwedischen Westküste.

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Lars Gustafsson und das Spiel der Möglichkeiten

Lars Gustafsson bei der Buchmesse in Göteborg 2008. Foto: source: wikipedia. user: Suz

„Wir nehmen an – gerade weil es absurd ist – dass ich nicht existiert habe.“ Der Eröffnungssatz des neuesten Romans von Lars Gustafsson ist nicht nur einer der schönsten, die man in dieser Kategorie lesen kann, er zeigt auch bereits auf, was das Themengebiet ist, in dem sich der schwedische Autor zuhause fühlt. Als gelernter Philosoph beschäftigt ihn die Frage nach dem Sein genauso wie die nach dem Schein; das „Was wäre wenn“, das Spiel mit den Möglichkeiten und die ewige Suche nach dem Sinn dahinter sind die immer wiederkehrenden Motive im Schaffen Gustafssons.

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Einfach entdecken: Insel Orust

Hafen von Hälleviksstrand auf Orust.

Zerklüftete Schären, einsame Buchten, verträumte Fischerdörfer, die sich mit ihren bunten Holzhäusern an die Felsen schmiegen – die Insel Orust ist trotz ihrer Naturschönheiten noch relativ unbekannt in Deutschland. Trotzdem ist die drittgrößte Insel Schwedens – nach Gotland und Öland – ein beliebtes Ferienziel, vor allem bei Schweden, die im eigenen Land urlauben.

Kein Wunder, scheinen doch die Uhren auf dem Eiland grundsätzlich etwas langsamer zu gehen. Wer der Hektik des Alltags entfliehen will, der ist hier genau richtig.

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Anna Ternheim: Melancholie in 3-Minuten-Dosen

In Schweden ein Star: Anna Ternheim. Foto: Monika Manowska

Ein blonde Sängerin, die ihre zerbrechlichen Songs gerne ganz allein mit ihrer Akustik-Gitarre vorträgt. Düstere Albumcover in verschiedenen Blautönen, auf denen der Blick besagter Sängerin der Kamera ausweicht. Typisch schwedische Melancholie, mal wieder in zarte Songs gefasst? Vielleicht. Aber gerade deshalb mögen wir es ja, oder? Und bei Anna Ternheim gibt es sehr viel zu mögen. Denn die Stockholmerin hat ein Händchen für wunderschöne Melodien.

Mit ebenjenen Melodien eroberte die 33jährige Fans in ganz Europa und sogar in den USA. In Schweden besitzt sie mittlerweile Starstatus. Dort erreichten ihre letzten beiden Alben jeweils Platz 1 der nationalen Albumcharts, zwei schwedische Grammys räumte sie so nebenher auch ab. Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte jedoch in einem alten Sägewerk.

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Siezt Du noch oder duzt Du schon? Zur „IKEAisierung“ unserer Gesellschaft

IKEA in Hamburg-Schnelsen. Foto: Sven

Neulich bei IKEA: Ich bin auf der Suche nach einem bestimmten Möbelstück und wende mich an eine der Mitarbeiterinnen. Freundlich gibt sie mir Auskunft und redet mich dabei wie selbstverständlich mit „Du“ an. Innerlich zucke ich zusammen, bin versucht, sie zu fragen, warum Sie sich das Recht herausnimmt, mich zu duzen. Das legere „Du“ ist allerdings längst schon Programm beim schwedischen Möbelriesen. Aus der Werbung kenne ich das bereits. Nur im persönlichen Kontakt fühlt es sich etwas fremd an. Noch. Denn was erstmal nur eine clevere Imagekampagne eines Möbelhauses ist, trägt stark zu einem Phänomen bei, das man die „IKEAisierung“ unserer Gesellschaft nennen könnte.

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Trauer, Heiterkeit, gelebter Wahnsinn: Die verrückte Welt von Friska Viljor

Bild: Christian Rockström

Friska Viljor gehören sicherlich zu den schillerndsten Indie Pop-Bands, die man zur Zeit erleben kann. Wer sie auf der Bühne sieht, mag kaum glauben, dass sie sozusagen aus der Trauer heraus geboren wurden. Denn dort, im Scheinwerferlicht, spielt sich eine unglaubliche Show ab – irgendwo zwischen Bierzeltatmosphäre, Comedy und gelebtem Wahnsinn. Und trotz allem ganz hervorragenden Songs. Doch was hat es dann auf sich mit der Trauer, die genauso zu dieser Band gehört wie die chaotischen Bühnenshows? Die Bandbiographie gibt Aufschluss. Sie erzählt die skurrile Geschichte zweier gebrochener Herzen, die den Ausgangspunkt bilden für eine europaweite Pop-Karriere.

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Ulf Lundells „Öppna Landskap“: Schwedens heimliche Nationalhymne

Ulf Lundell bei einem Konzert 2005

Nationalhymnen sind oft ein heikles Thema – gerade bei uns Deutschen. Pathetische und oftmals geradezu blutrünstige Texte mögen bei manchen Hymnen nicht mehr so recht in unsere Zeit passen. Man schaue sich zum Beispiel mal die Hymnen der USA (Zitat: „And the rocket’s red glare, the bombs bursting in air“) oder unseres Nachbarn Frankreich  (Zitat: „Zu den Waffen, Bürger! Schließt die Reihen, vorwärts marschieren wir! Das unreine Blut tränke unserer Äcker Furchen!“) an.

Da haben es die Schweden mit ihrer Hymne eigentlich gar nicht so schlecht getroffen. In deren Text ist von der immerwährenden Liebe zu diesem besonderen Land die Rede. Trotzdem: Etwas Pathos darf auch hier nicht fehlen (Zitat: „ Mit Gott werd‘ ich kämpfen, für Haus und für Hof, für Schweden, die geliebte Heimaterde“).

1982 jedoch gelang es dem schwedischen Rockmusiker Ulf Lundell einen Text zu schreiben, der, wie wohl kein anderer, die schwedische Seele in Worte fasst.

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Die dunklen Abgründe der Seele: Krimi-Autorin Karin Alvtegen

Karin Alvtegen bei der Buchmesse in Göteborg

Och nö. Schon wieder eine schwedische Krimi-Autorin? Wer genug von depressiven Kommissaren hat, darf es ruhig trotzdem mit Karin Alvtegen probieren. Die Smålanderin geht ihren eigenen Weg, und der führt sie auf neue und überraschende Pfade. Alvtegen begnügt sich nicht damit, einen Ermittler in immer wieder neue Fälle zu verstricken, sondern konstruiert hochkomplexe Handlungsstränge, die trotz allem wohl kalkuliert und durchdacht daherkommen.

Bereits bei ihrem Debüt zeichnete sich ihre Fähigkeit ab, ungewöhnliche Geschichten stringent und hochspannend zu erzählen. „Schuld“ beginnt mit einer geradezu bizarren Szene:

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