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Pest (iges) in Schweden

Besonders Ältere in Schweden meinen, es gäbe bzw. wäre hierzulande eine Pest. Gemeint sind die „sladdare“ – also Jugendliche, die es mögen, insbesondere in den Sommermonaten, auf etwas abseitigen Landwegen, jedoch in der Nähe ruhiger Sommerhäuser, Auto-Rennen zu veranstalten und mit quietschenden Reifen, rauchende Gummispuren auf den Asphalt oder Schotterweg zu zeichnen.

Krankheiten mit flächengreifender Ausbreitung sind seit jahrtausenden bekannt und beschrieben, allerdings tauchte mehr die Bezeichnung Seuche – so im Gilgamesch-Epos – als Pest auf.  Das Schwedische bezeichnet die „Pestilenz“ eher als „digerdöden“ – der grosse Tod. Die Quellen freilich, die berichten könnten, wie und wann Schweden von dieser Infektionskrankheit betroffen war, sind eher spärlich und berichten oft widerspruechlich.

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Weltwunder in Karlskrona

Weltwunder haben immer einen besonderen Anfang: Man schreibt das Jahr 1679, da wird der alte dänische Bauer Vittus Andersson gezwungen von der schwedischen Krone, sein Eigentum an eben diese zu verkaufen. Die Schweden hatten den letzten Krieg gewonnen gegen den Erzfeind Dänemark und begannen, das Land neu zu ordnen. Da war es etwas Pech für den dänischen Bauern, dass ausgerechnet seine Insel Trossö eine strategisch günstige Lage hatte – historisch gesehen, ist das kleine Eiland die Stammzelle des heutigen Karlskrona, welches 1998 in die  Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde und welches durchaus eine Verbindung zu den sieben Weltwundern der Antike besitzt.

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Christina von Schweden – Minerva des Nordens?

Die mythologischen Überlieferungen wollen es so. Die römische Göttin Minerva gilt als die Patronin der Künste und des Handwerklichen, worunter dereinst auch Ärzte und Lehrer zählten. Warum nun jemand auf die Idee kam, Christina von Schweden (1626-1689) als die Minerva des Nordens zu bezeichnen und zu verehren, ist unklar. Jedoch: es gibt einen überlieferten Kupferstich von Jeremias Falck aus dem Jahre 1649, der eben jene allegorische Widmung als Porträt abbildet.

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Kristianopel: Türkisches an der schwedischen Ostseeküste?

Zugegeben: nur der flüchtige Leser nimmt diese Frage ernst, doch bleibt eine Frage tatsächlich bis heute unbeantwortet. Der Dänenkönig Christian IV.  gilt zwar als Gründer und Initiator jenes kleinen Ortes Kristianopel, welcher heute so um die 80 Einwohner zählt. Ihm haben die Städte Kristiansand und Kristianstad ihre heutige Existenz zu verdanken, warum der Herrscher jedoch ausgerechnet jene türkisch anmutetende Silbe „opel“ dieser Stadtgründung seinem Namen nachstellen musste, bleibt bis dato ein Rätsel.

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Ein Sieger verliert: Ereignisse vor und nach der Schlacht von Fehrbellin

Ziemlich exakt vier Jahre nach der denkwürdigen siegreichen Schlacht von Fehrbellin muss sich Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, äußerst schlecht gefühlt haben. Es ist nachvollziehbar, dass in jenen Tagen des Juni 1679 die Order erging, man präge eine Münze für den alsbaldigen Umlauf.  Den Rand ziere ein  Schriftzug:  „Möge aus meinen Gebeinen ein Rächer erstehen“.

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Schwedisch-brandenburgische Heiratsprojekte

Jeder kennt die Siegessäule inmitten Berlins; ein kleinerer Doppelgänger befindet sich unweit des Örtchens Hakenberg bei Neuruppin, im Jahre 1800 vom preussischen Architekten Rochow erbaut und 34,37m hoch. Gewidmet ist sie einem denkwuerdigem Ereignis: der Schlacht von Fehrbellin 1675, dem ersten militärischem Sieg des brandenburgischen Kurfuerstem Friedrich Wilhelm ueber ein schwedisches Heer.

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