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Schloss Kalmar – Schlüssel zu Schweden

Einst Trutzburg, heute der besterhaltene Renaissance-Palast Nordeuropas und beliebtes Touristenziel thront das Schloss auf einer kleinen Halbinsel im Süden der Stadt Kalmar. „Schlüssel zum Königreich“, Gefängnis, Getreidespeicher, Schnapsbrennerei. Tragende Rolle in der skandinavischen Politik und Verfall. Am Ufer der Ostsee trotzen die Mauern Schloss Kalmars seit über 800 Jahren einer wechselvollen Geschichte.

Schloss Kalmar. Foto: Percita / flickr.com, (CC BY-SA 2.0)

Schloss Kalmar. Foto: Percita / flickr.com, (CC BY-SA 2.0)

Die lange Historie hat ihre Spuren an einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Schwedens hinterlassen. Seit dem 19.Jahrhundert dauern die Restaurierungsarbeiten an den Gemäuern, deren Ursprung im 12.Jahrhundert liegt, an.

Zu jener Zeit waren die östlichen Küsten Schwedens ständigen Angriffen und Raubzügen unter anderen durch Piraten und Dänen ausgesetzt. Unter Knut Eriksson wurden Schutzmaßnahmen gegen Feinde, die von der See die Häfen und Städte bedrohten, ergriffen. So entstand auch am Kalmarsund um 1180 ein Verteidigungsturm. Mit der Stadt Kalmar wuchs die Verteidigungsanlage. Ende des 13. Jahrhunderts entstand um den Verteidigungsturm eine Burganlage mit Ringmauer samt vier Rundtürmen. Diese Türme waren lange Zeit einzigartig in Skandinavien.

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Vandalorum – Kunst und Design in „Scheunen“

Inmitten der Wiesen und Wälder des småländischen Värnamo fand ein mit Spannung erwartetes Kunstereignis statt. Vandalorum, das neue internationale Zentrum für Kunst und Design wurde eröffnet. Als Zentrum, Treffpunkt und Aushängeschild für Smålands Kreative und Präsentationsort für internationale Kunst- und Designausstellungen soll Vandalorum Strahlkraft entfalten.

Småland, Glasreich, Zentrum der schwedischen Möbelindustrie und seit über 100 Jahren Sammelbecken für Künstler und Designer, wie Bruno Mattson. Mattson lebte und wirkte in den 30 Jahren des letzten Jahrhunderts als Architekt und Möbeldesigner in Värnamo. Oder Sven Ljungberg. Dem im vergangenen Jahr verstorbenen Maler und Grafiker ist in Ljungby ein eigenes Museum gewidmet. Ljungberg, mehrjähriger Rektor der Königlichen Kunstakademie, ist auch einer der Initiatoren eines zentralen Kunstzentrums in Småland, als Kopf der 1958 gegründeten småländischen Künstlervereinigung.

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Kneippbyn – Familienurlaub in Pippis Nachbarschaft

Vor den Toren der altehrwürdigen Hanse- und Weltkulturerbestadt Visby liegt die Urlaubs- und Freizeitanlage Kneippbyn. Nach eigenen Angaben die „feinste und am schönsten gelegene Freizeitanlage“ und das „modernste Freizeitressort“ Gotlands. Das mag sein, verblasst aber neben der Tatsache, dass in Kneippbyn die Villa Villekulla, Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt steht. Das  Original, wohlgemerkt!

Zu verdanken ist das Olle Hellbom, der in der reizvollen gotländischen Landschaft Ende der 60er Jahre mehrere Pippi-Langstrumpf-Filme drehte. Da das wahrscheinlich berühmteste Haus Schwedens aber dem Militär im Weg war, wurde es kurzerhand auf einen kleinen Campingplatz südlich von Visby verfrachtet. Da steht die Villa noch heute, als Anziehungsmagnet des Vergnügungsparks Kneippbyn.

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Schwedens Geschichte: Ende der Eiszeit und erste Besiedlung

„Vom Eise befreit …“ heißt es nicht nur in Goethes Osterspaziergang.

Vor etwa 40.000 Jahren lag Nordeuropa bis weit in die norddeutsche Tiefebene unter einem dicken Eispanzer. Der Höhepunkt der letzten großen Eiszeit. Mit einsetzendem milderen Klima zog sich das Eis langsam zurück. Etwa um 12.000 v.Chr. war der südliche Teil des heutigen Schwedens eisfrei. Leben konnte sich entfalten.

Hinterlassenschaft der Eiszeit: Findling "Alter Schwede" bei Hamburg, Foto: Bernd Sterzl / pixelio.de

Hinterlassenschaft der Eiszeit: Findling "Alter Schwede" bei Hamburg, Foto: Bernd Sterzl / pixelio.de

Nach und nach nahm Vegetation Besitz über die Geröllfelder, die das Eis hinterließ. Grundlage für das Leben von Tier – und Mensch. Es waren Jäger und Sammler, die vor rund 13.000 Jahren nach Südschweden vorstießen und die ersten Spuren menschlichen Lebens hinterließen. In diese Zeit fallen die ältesten Siedlungsfunde aus Schonen.

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Schwedisches Erbe: Der Schwedenspeicher in Stade

Schwedenspeicher und Alter Hafen

Blick auf den Schwedenspeicher und den Alten Hafen. Foto: Axel Hartmann, Quelle: Museen Stade.

Stade, einst blühende Hansestadt, fiel zum Ende des Dreißigjährigen Krieges unter schwedische Herrschaft. Steinerne Zeugnisse dieser 67-jährigen Ära prägen auch heute noch das Stadtbild. So ein barocker Backsteinbau am Alten Hafen – der Schwedenspeicher.

Mit dem 41 m langen, 16 m breiten und fast 20 m hohen Gebäude haben die schwedischen Besatzer ein monumentales Baudenkmal hinterlassen. Der Schwedenspeicher zählt zu den bedeutendsten profanen Barockbauten in Nordeuropa.

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Auf Wachstumskurs: Übernachtungszahlen in Schweden weiter gestiegen

Die Zahl der Übernachtungen in Schweden stieg 2010 weiter an. Damit verbuchen Hotels, Campingplätze, Ferienhaussiedlungen, Jugendherbergen sowie Hostels das sechste Jahr in Folge ein Wachstum. Die Gesamtzahl der Gastübernachtungen belief sich, nach Nutek¹, dem schwedischen Zentralamt für wirtschaftliches und regionales Wachstum, auf 52,5 Millionen, eine Steigerung um 3,0 Prozent gegenüber 2009.

Panoramablick auf Stockholm © Horst Schröder / pixelio.de

Panoramablick auf Stockholm © Horst Schröder / pixelio.de

Die stärksten Zuwächse konnten demnach die Insel Gotland und die Bezirke Uppsala, Norbotten sowie Värmland verzeichnen. Die meisten Gastnächte zählte mit mehr als zehn Millionen – ein Plus von 6,8 Prozent – die Hauptstadt Stockholm und Umland, gefolgt von Västra Götalands län mit Göteborg. Womit sich der Trend des Großstadttourismus bestätigt. Dieser zeigte in den letzten Jahren das stärkste Wachstum.

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Nostalgicum – Reise in die 50er und 60er

Seit fast zwei Jahren bereichert ein Museum der besonderen Art Göteborgs Kulturlandschaft. In der Altstadt der Westküstenmetropole lädt das kulturhistorische Museum Nostalgicum zur Zeitreise in die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein. Doch nicht nur thematisch nimmt das kleine Museum eine besondere Rolle ein.

Getragen von einem gemeinnützigen Verein erzählt das Nostalgicum in einer Dauerausstellung ein Stück schwedischer Alltagsgeschichte der 50er und 60er Jahre. Was aber keineswegs heißt, dass Nichtschweden der Generation 50 plus nicht auch einen Teil ihres Lebens wiederfinden. Petticoat, Lockenwickler, Elvis Presley und Joan Baez, das Design der Zeit sind in ganz Europa und darüber hinaus im Gedächtnis verankert. Für die Jüngeren bietet sich ein Einblick in die Kindheit, Jugend ihrer Eltern oder Großeltern. Zudem werden die großen Themen jener Epoche, Ost-West, Vietnam nicht ausgespart. Mit einem Spagat zwischen privat und der großen Welt, versucht die Ausstellung den Zeitgeist zu vermitteln. Immer unter Berücksichtigung schwedischer Eigenheiten.

Dabei baut das Nostalgicum auch auf kleinere, zusätzliche Ausstellungen. So gab es im vergangenen Jahr eine Ausstellung zur „schwedischen Sünde“, welche die Zeit von den zugeknöpften 50ern bis zur sexuellen „Befreiung“ der 60er Jahre dokumentierte.

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Grebbestad im Austernfieber

Am 14. Mai ist es wieder soweit: gewetzte Messer, Schalensplitter im Sekundentakt. Der ein oder andere Finger bleibt auch nicht verschont. Im westschwedischen Grebbestad trifft sich die Elite der nordischen Austernöffner um ihren Meister zu küren.

Ostrea edulis (Europäische Auster) © =mc2/ flickr.com

Während am Abend des 14. Mai die mehr oder weniger feingeistigen Darbietungen zum Eurovision Song Contest über die europäischen Bildschirme flimmern, steht in Grebbestad, rund zwei Stunden nördlich von Göteborg, ein Wettbewerb der rustikaleren Art im Mittelpunkt. Seit 2006 finden in dem kleinen Fischerdorf die Nordischen Meisterschaften im Austernöffnen statt.

So heißt es auch im sechsten Jahr dieses Kräfte- oder vielmehr Geschicklichkeitsmessens für Köche aus dem skandinavischen Raum 30 Austern in kürzester Zeit zu öffnen. Und das ohne das zarte Fleisch der exquisiten Meeresfrucht zu verletzen. Das soll schließlich Jury und Gästen serviert werden.

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Goldenes Kreuz auf blauem Grund

Mal flattert das strahlend goldgelbe Kreuz auf mittelblauem Grund im Wind, mal hängt es schlaff am Fahnenmast – Schwedens Nationalflagge ist allgegenwärtig, nicht nur zu den offiziellen Hisstagen.

Foto: Tage Olsin, Hofres/ Wikipedia

Foto:Tage Olsin, Hofres/ Wikipedia

In seiner heutigen Form wurde das Staatssymbol 1906 offiziell (wieder) eingeführt. Aussehen und Farben sind seit 1982 im schwedischen Flaggengesetz festgeschrieben. Als Zeichen der Verwandtschaft und Zugehörigkeit der nordischen Staaten- und Völkerfamilie trägt die schwedische Flagge das skandinavische Kreuz, auch als Kreuz des Nordens bezeichnet. Als dessen Ursprung gilt das St. Olafskreuz des dänischen Danebrog, dem Urtyp der nordischen Flaggenwelt.

So ist es naheliegend, auch aufgrund der gemeinsamen Geschichte und zeitweiligen Verbundenheit Schwedens mit Dänemark, dass der um 1200 als Flagge aufkommende Danebrog als Vorbild für die schwedische Flagge diente. Doch wie kam es zu Gelb und blau?

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