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Das Glück der Erde – Reitsport in Schweden

Reiterhof in Schweden Foto:privat

Reiterhof in Schweden Foto:privat

Nach Irland ist Schweden das Land mit der höchsten Pferdedichte in Europa, in den letzten 40 Jahren hat sich die Anzahl der Pferde in Schweden verfünffacht. Während Reiten in Deutschland oft als elitärer Sport für die „bessere Gesellschaft“ gilt, ist der Pferdesport in Schweden ein Breitensport. Zu reiten oder gar ein eigenes Pferd zu haben ist hier nichts Besonderes. Mehr als eine halbe Million Schweden reiten, eine weitere halbe Million hat regelmäßig Kontakt mit Pferden. Tendenz steigend.

Doch Reiten ist mehr als nur ein beliebter Freizeitsport. Die große Nachfrage bringt neue Ausbildungsberufe, Dienstleistungen und Produkte hervor und schafft eine Vielzahl von Arbeitsplätzen auf dem Land. Der Reitsport trägt zur Erhaltung und Entwicklung des ländlichen Raumes bei, wenn leerstehende Höfe als Reiterhöfe zu neuem Leben erweckt werden. Und so mancher Landwirt kommt wegen des angegliederten Ponyhofes endlich gut über die Runden.

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Johansson, Martinsdotter oder Nathaliespappa ?

Wer in Schweden mit seinem Nachnamen unzufrieden ist, kann sich ganz einfach einen neuen erfinden.

Mehr als 240 000 Schweden heißen mit Nachnamen Andersson, fast genauso viele heißen Johansson. Ein knappes Drittel der Bevölkerung trägt einen „-son“-Namen, in jeder Schulklasse gibt es mehrere Kinder mit dem gleichen Nachnamen. Allein in Stockholm stehen über 400 Karl Andersson im Telefonbuch. Um Verwechslungen zu vermeiden, geben viele Schweden noch eine Berufsbezeichnung oder ein anderes Unterscheidungs- merkmal an. So ist in unserem Telefonbuch ein „hundägare“ (Hundebesitzer) verzeichnet. Die traditionellen son-Namen gelten vielen als langweilig und spießig.

Entsprechend groß ist das Bedürfnis vieler Schweden, ihren Namen zu ändern. Während man in Deutschland für eine Namensänderung einen triftigen Grund haben muss, ist dies in Schweden eine recht einfache Angelegenheit.

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Komvux – Wenn Erwachsene die Schulbank drücken

komvux
Eine Bekannte, ausgebildete Grafik-Designerin, kam mit 30 Jahren auf die Idee, Zahnmedizin zu studieren. Um zum Studium zugelassen zu werden, fehlten ihr jedoch die entsprechenden Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern. Da sie als Jugendliche eher künstlerisch interessiert war, hatte sie sich trotz Potenzial da nicht besonders angestrengt. In vielen Ländern hätte mit dem eher mittelmäßigen Abitur kein Weg zum Traumberuf geführt. Nicht so in Schweden. Hier gibt es Komvux.

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Unser Klassenopa ist klasse – Seniorer i skolan

Quelle: Handbok för seniorer i skolan 2013, http://www.ritetautskola.org

Quelle: Handbok för seniorer i skolan 2013,
http://www.ritetautskola.org

Rentner Leif geht drei Tage pro Woche in die Schule. Er ist Klassenopa in einer zweiten Klasse, hilft den Schülern beim Lesenüben und Rechnen, geht mit in die Schulkantine und schwingt auf dem Pausenhof das große Hüpfseil.

Die Idee zum Projekt „Seniorer i skolan“ (SIS) entstand 2002 in Karlskrona, von dort aus hat sich die Initiative in Schweden verbreitet, seit 2009 gibt es SIS auch in Dänemark und Lettland.

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Hjortron – das süße Gold des Nordens

Hjortron (Wikipedia)

Hjortron (Wikipedia)

Die schwedischen Wälder sind reich an Beeren. Weniger bekannt als Heidelbeeren und Preiselbeeren sind Hjortron (lat. rubus chamaemorus), auf Deutsch auch Moltebeeren oder Multebeeren genannt. Die goldgelbe Beere kommt in Mitteleuropa so gut wie gar nicht vor, die wenigen in Norddeutschland zu findenden Exemplare stehen unter Naturschutz.

In Schweden findet man die schmackhafte Beere von Småland an und weiter nördlich, viele Hjortron gibt es in den Bergen in Nordschweden. Die Beeren reifen im Juli oder August, nach dem schwedischen Allemansrätten dürfen sie gepflückt werden.

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Lena Andersson: Widerrechtliche Inbesitznahme

Lena Andersson (Wikipedia)

Lena Andersson
(Wikipedia)

Eine Frau verliebt sich in einen Mann, der an einer Liebesbeziehung nicht interessiert ist. Eigentlich eine abgedroschene Geschichte. Oder?

Lena Andersson hat für ihren Roman „Egenmäktigt förfarande – en roman om kärlek“, der genau dieses Thema behandelt, 2013 den August-Preis, den renommiertesten schwedischen Literaturpreis, in der Kategorie Belletristik erhalten. Nicht wegen der Originalität des Stoffs. Mit messerscharfer Psychologie und glasklaren Sätzen analysiert die Autorin, was bei dieser „Geschichte“ eigentlich passiert.

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Wichtiges Detail im Stuga-Urlaub – die fritidstoalett

Komposttoilette (Wikipedia)

Komposttoilette (Wikipedia)

Schweden verbringen ihren Urlaub gerne in der Natur. Möglichst weit weg von Arbeit, Alltag, Autoverkehr und störenden Nachbarn. Der richtige Erholungseffekt stellt sich also erst ein, wenn man sich in eine Hütte begibt, die so richtig in der Wildnis liegt.

Fernab der Zivilisation bedeutet jedoch oft auch fernab von allen modernen Bequemlichkeiten wie Strom und fließendem Wasser. Was bei so manchem Touristen leichte Panikgefühle aufkommen lässt, verhilft Schweden erst zum richtigen Robinson-Feeling: Statt elektrischem Licht gibt es Kerzen oder eine alte fotogenlampa, gekocht wird auf dem Holzherd, Wasser pumpt man aus dem Brunnen. Um das Problem der fehlenden Abwasserleitungen zu lösen, hat man einen eigenen Industriezweig geschaffen: Die Herstellung von alternativen Toiletten.

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Karlshamn – Hafenstadt im „Garten Schwedens“

Auswandererdenkmal Karlshamn (Wikipedia)

Auswandererdenkmal Karlshamn (Wikipedia)

Blekinge? Wo liegt denn das? – Die kleine, gemütliche Provinz an der südschwedischen Küste ist in Deutschland längst nicht so bekannt, wie das benachbarte Småland. Zu Unrecht.

Das schöne Fleckchen Erde wird auch „Schwedens Garten“ genannt und bietet alles, was das Touristenherz begehrt: Tiefe Wälder, eine idyllische Landschaft mit unzähligen Seen und Flüssen, eine reizvolle Küste und den südlichsten Schärengarten Schwedens.

Mitten in diesem Garten liegt Karlshamn, eine schwedische Bilderbuchstadt mit Kopfsteinpflaster und bunten Holzhäusern.

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Myrorna & Co – Second Hand für einen guten Zweck

Eine schöne Lampe für 10 Kronen, Schlittschuhe für 30 oder eine originelle Handtasche für 60? Kein Problem, das alles findet man in den zahlreichen schwedischen Secondhandläden.

Schon lange vor der allgemeinen Retro- und Recycling-Welle war es in Schweden weit verbreitet, in diesen Läden einzukaufen. Wenn ich vor einigen Jahren deutschen Bekannten erzählte, wir hätten einen Teil unserer Möbel aus dem Secondhandladen, wurde ich manchmal fast schief angesehen: „Echt? Habt ihr das nötig?“ Doch darum geht es den meisten Schweden ja gar nicht.

Secondhand-Schaufenster i Malmö (Wikipedia)

Secondhand-Schaufenster i Malmö (Wikipedia)

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