Artur Hazelius – Der Gründer von Skansen

Artur Hazelius. Bild aus Wikipedia. Fotograf: Emil Hildebrand.

Artur Hazelius.
Bild aus Wikipedia. Fotograf: Emil Hildebrand.

Artur Immanuel Hazelius, ein schwedischer Philologe wurde bekannt als Gründer des bekannten schwedischen Freiluftmuseums Skansen.

Artur Immanuel Hazelius wurde am 30. November 1833 in Stockholm geboren. Seine Mutter entstammte einem Adelsgeschlecht und sein Vater, Johann August Hazelius war Offizier, Politiker und Schriftsteller. Schon im 15. Jahrhundert war die Familie Hazelius in der Gemeinde Hassela in Hälsingland ansässig, damals noch unter einem anderen Namen. Der Stammvater Jonae nahm im 17. Jahrhundert den Namen Hazelius, passend zur Herkunft der Familie an.

Nach seinem Schulabschluss studierte Artur Hazelius an der Universität von Uppsala und promovierte 1860 als Philologe. Er arbeitete zunächst als Lehrer und Lektor, fühlte sich dabei aber nicht wirklich zufrieden und ausgelastet. So widmete er sich mehr und mehr der Schriftstellerei und der Rechtschreiberei und brachte auch mehrere Lehrbücher und Bücher über Rechtschreibung heraus.

1864 heiratete Hazelius Sofia Elisabet Grafström aus Umeå, die ebenfalls aus einer bekannten und gut situierten Familie stammte. Ihr Vater, Anders Abraham Grafström war Dichter und Mitglied der Schwedischen Akademie.

Schön früh interessierte er sich auch für die Etnographie, die soziale und politische Organisation und die kulturellen Ausprägungen einer Gesellschaft. Sein Vater legte viel Wert auf Bildung und war daran interessiert, dass sein Sohn schon früh sein Heimatland Schweden kennenlernte. Schon als Kind wurde er daher auf Reisen zu Verwandten im ganzen Land geschickt. Dabei lernte er die verschiedenen Volkstrachten kennen und legte sich eine Sammlung von Gegenständen der verschiedenen Volksgruppen an, Möbel, Kleidung, Haushaltsgegenstände, Spielzeuge. Er sammelte alles, was er im zunehmend moderner werdenden Schweden vor der Vergessenheit bewahren wollte. Teils kaufte er diese Gegenstände, teils wurden sie ihm geschenkt.

Aus dieser Sammlung entwickelte sich der Gedanke, ein Museum zu gründen. Vorbild war das von Gunnar Olof Hyltén-Cavallius 1867 gegründete Museum in Växjö. 1873 eröffnete er seine skandinavisch-ethnographische Sammlung in der Drottningsgatan in Stockholm.1880 erhielt das Museum den Namen „Nordisches Museum“, auf Schwedische Nordiska Museet, heute eines der bekanntesten und größten Museen Stockholms.

Schließlich waren es nicht nur Gegenstände, die Hazelius sammelte, er begann sich nun auch für Häuser zu interessieren, genau genommen für alte Bauernhäuser. Inspiriert vom Freilichtmuseum in Oslo, wollte er auch in Stockholm etwas Gleichwertiges aufbauen. So kaufte er alte Bauernhäuser im ganzen Land auf, die er auf die Stockholmer Insel Djurgården versetzen ließ. 1891 wurde hier das zweite Freilichtmuseum der Welt unter dem Namen Skansen eingeweiht.

Skansen wurde schnell in der Hauptstadt, aber auch im ganzen Land beliebt. Hier können Kinder, aber auch Erwachsene viel über ihr Land, über ihre Vergangenheit und die schwedische Kultur lernen. Skansen ist ein Schweden in Miniatur. Man begegnet der schwedischen Kultur, der Natur, Gebäuden, Trachten, Landschaften, Tieren, Pflanzen, auch Literatur und Kunsthandwerk. Traditionelle Häuser, Bauernhöfe wurden aus anderen Regionen nach Skansen gebracht, aber auch Lappenzelte und Koten. Traditionelle Veranstaltungen werden bewahrt, wie z.B. die Mittsommerfeier oder das Fest der heiligen Lucia am 13. Dezember.

Hazelius Motto war „Känn dig själv“, auf Deutsch „Kenne dich selbst“, was so viel bedeutete wie „Lerne dich selbst durch deine Vergangenheit kennen“.

Skansen zieht Sommer wie Winter viele Besucher nicht nur aus Skandinavien an. Es zählt heute zu den touristischen Hauptattraktionen Stockholms. Darüber hinaus diente Skansen als Vorbild für andere Freiluftmuseen, die nach dem Erfolg von Skansen in der ganzen Welt eröffnet wurden. Somit ist Hazelius genau genommen nicht nur der Gründer von Skansen, sondern ebenso der Gründer von Freiluftmuseen überhaupt.

Zum 50jährigen Jubiläum von Skansen im Jahr 1941 wurde sogar von der Post eine Sonderbriefmarke mit dem Bild von Artur Hazelius herausgegeben.

Daneben war Hazelius auch der Begründer der „Svenska Folkdansens Vänner“, eine Vereinigung, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Kultur des schwedischen Volkstanzes, der Volksmusik und der Volkstrachten aufrecht zu erhalten.

Hazelius war eng mit seinem Freiluftmuseum Skansen verbunden. Es war ständig in das täglich Leben und die Verwaltung von Skansen einbezogen und genoss ein starke Bewunderung und Anerkennung.

Nachdem seine Frau gestorben war, widmete er sich noch intensiver seiner Museumsaufgabe, zog sich aber auch immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück und lebte die letzten Jahre zurückgezogen in einem Haus auf dem Gelände von Skansen. Am 27. Mai 1801 starb er mit 67 Jahren in seinem Haus. Die Stadt Stockholm organisierte ihm zu Ehren einen Trauerzug durch die Stadt. Auf Skansen bekam er seine letzte Ruhestätte.

Skansen war sein Lebenswerk, hier lebte und hier starb er.

Artur und Elisabeth Hazelius Sohn Gunnar setze Artur’s Werk fort und wurde von 1901 bis 1905 der Leiter von Skansen.

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Iron-Maiden-Bier: Verkaufsstart in Schweden

Trooper-Etikett für Schweden

Für den schwedischen Markt wurde das Etikett mit Maskottchen Eddie entschärft (Foto: www.ironmaidenbeer.com).

Von Ende Juni an soll das neue Iron-Maiden-Bier „Trooper“ endlich auch in Schweden erhältlich sein. Dort wird es – wie alle anderen alkoholischen Getränke auch – über die staatlichen Verkaufsstellen „Systembolaget“ verkauft. Außerdem soll es in Restaurants und Kneipen ausgeschenkt werden. Exklusiv für Schweden aber mit entschärftem Etikett.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Design ist dort nur das Gesicht des Band-Maskottchens Eddie zu sehen. Auf die zerrissene Union-Jack-Flagge und den Säbel des toten Soldaten wurde verzichtet. Der Grund: Die skandinavischen Behörden hatten dem Verkauf einen Riegel vorgeschoben, da ihnen die Abbildung zu kriegerisch und waffenlastig war. Die schwedischen Gesetze verbieten nämlich solche Elemente im Zusammenhang mit der Werbung für alkoholische Produkte.

„Trooper“ ist ein traditionelles Ale, benannt nach der gleichnamigen Iron-Maiden-Single von 1983. Für die Herstellung hat sich die Heavy-Metall-Legende mit der britischen Familienbrauerei „Robinsons“ zusammengetan. „Ich bin schon mein Leben lang Fan von traditionellem, englischem Ale. Deshalb dachte ich, ich wäre gestorben und im Himmel gelandet, als sie uns baten, unser eigenes Bier zu kreieren“, freut sich Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson.

Das Bier ist seit Mai 2013 auf dem Markt und online über die offizielle Homepage www.ironmaidenbeer.com erhältlich.

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