Abschied von Umeå als Kulturhauptstadt

Das lächelnde Herz

Die Skulptur „Das lächelnde Herz“ wurde zum Logo der Kulturhauptstadt Umeå. Foto: David Hall /flickr.com (CC BY 2.0)

Zum feierlichen Abschied von Umeå als Europäische Kulturhauptstadt 2014 zog es rund 11.000 Menschen auf den Rathausplatz. Es war ein Abschied von einem Jahr der Höhepunkte und internationaler Aufmerksamkeit für die nordschwedische Stadt, die noch vor nicht ganz zwölf Monaten als „unbekannteste Kulturhauptstadt aller Zeiten“ bezeichnet wurde.

Am 13. Dezember, dem Tag der Heiligen Lucia, gab es den letzten großen Akt der Kulturhauptstadt Umeå. Bei bunter Lichtershow „Northern Light“ mit Künstlern aus Umeå, Sápmi und anderen Regionen Schwedens hieß es Abschied nehmen von einem aufregenden Jahr im Norden Schwedens. Im Laufe des Abends wurde das „Kulturzepter“ an die Kulturhauptstädte 2015, das belgische Mons und das tschechische Plzeň, übergeben.

Impressionen vom Finale:

Doch ganz vorbei ist es mit Umeå 2014 nicht. Mit der Ausrichtung des Kulturjahres nach dem samischen Kalender läuft die achte Spielzeit noch bis 29. Januar, dem Ende des Frühwinters –Tjakttjadálvvie.

„Umeå hat sich zu einer europäischen Stadt gewandelt“

Das Kulturhauptstadtjahr hat Umeå verändert. Es entstanden Hotel und Museen neu beziehungsweise wurden renoviert, die Bahnhöfe saniert, Parks angelegt, neue Veranstaltungsorte kamen hinzu. Während des Staatsbesuchs des schwedischen Königspaares konnte die Stadt im Norden Europas mit der Ausstellung Ljus från norr (Das Licht aus dem Norden) im Gare de Lyon – einem der bedeutendsten Bahnhöfe Europas und Sehenswürdigkeit von Paris – auf sich aufmerksam machen. Die Open-Air-Inszenierung der Richard-Strauss-Oper „Elektra“ durch die NorrlandsOperan konnte die Kritiker in Spanien begeistern.

Dass Umeå seinen Bekanntheitsgrad mit dem Kulturhauptstadtjahr zeigen auch die Zahlen. Bis September konnten 20 Prozent mehr Übernachtungen verbucht werden. Den größten Anteil der bis dahin gezählten Übernachtungsgäste trugen mit 84 Prozent die Schweden selbst.

Allein von Juni bis August übernachteten in den Hotels und Jugendherbergen der nordschwedischen „Hauptstadt“ fast 140.000 Gäste. Davon waren 27 Prozent ausländische Touristen. Laut schwedischem Statistikamt eine Steigerung von 58 Prozent gegenüber 2013 und mehr ausländische Besucher als je zuvor.

Die Bürgermeisterin von Umeå Marie-Louise Rönnmark sieht in dem vergangenen Jahr „einen großen Auftrieb für den Norden“. Fredrik Lundeberg, der künstlerische Direktor, sieht die Stadt „von einer lokalen zu einer europäischen Stadt gewandelt.“ In der pulsierenden Stadt, die mit ihrer aus über 150 verschiedenen Ländern Bevölkerung schon vor dem Kulturhauptstadtjahr eine reiche Kulturszene aufweisen konnte, habe das Jahr alle mitgerissen, so Lundeberg. „Jeder spricht darüber, jeder hat eine Beziehung dazu.“

Auch Kulturministerin Alice Bah Kuhnke zeigte sich nach ihrem Besuch beeindruckt von Offenheit und Engagement in der Stadt.

Umeå – Umwelthauptstadt Europas 2017?

Auch wenn es für den künstlerischen Direktor „frustrierend sein wird“ wenn das Kulturhauptstadtjahr vorbei ist und „es sich etwas leer anfühlt“, heißt es für Umeå den Schub mitzunehmen. Lundeberg sieht die Herausforderung darin, „die Mentalität beizubehalten“. Dabei mahnt er an, dass man nicht nur auf guten Willen und Leidenschaft bauen könne. Sondern „man muss das auch finanzieren können“.

Es die Frage der Nachhaltigkeit. Alice Bah Kuhnke sieht in dem Kulturhauptstadtjahr „erst den Anfang“. Die Stadt habe eine Richtung. Der Schwerpunkt der Arbeit liege auf der Zukunft. Ziel der näheren Zukunft ist: Umeå als Umwelthauptstadt Europas 2017.

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Iron-Maiden-Bier: Verkaufsstart in Schweden

Trooper-Etikett für Schweden

Für den schwedischen Markt wurde das Etikett mit Maskottchen Eddie entschärft (Foto: www.ironmaidenbeer.com).

Von Ende Juni an soll das neue Iron-Maiden-Bier „Trooper“ endlich auch in Schweden erhältlich sein. Dort wird es – wie alle anderen alkoholischen Getränke auch – über die staatlichen Verkaufsstellen „Systembolaget“ verkauft. Außerdem soll es in Restaurants und Kneipen ausgeschenkt werden. Exklusiv für Schweden aber mit entschärftem Etikett.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Design ist dort nur das Gesicht des Band-Maskottchens Eddie zu sehen. Auf die zerrissene Union-Jack-Flagge und den Säbel des toten Soldaten wurde verzichtet. Der Grund: Die skandinavischen Behörden hatten dem Verkauf einen Riegel vorgeschoben, da ihnen die Abbildung zu kriegerisch und waffenlastig war. Die schwedischen Gesetze verbieten nämlich solche Elemente im Zusammenhang mit der Werbung für alkoholische Produkte.

„Trooper“ ist ein traditionelles Ale, benannt nach der gleichnamigen Iron-Maiden-Single von 1983. Für die Herstellung hat sich die Heavy-Metall-Legende mit der britischen Familienbrauerei „Robinsons“ zusammengetan. „Ich bin schon mein Leben lang Fan von traditionellem, englischem Ale. Deshalb dachte ich, ich wäre gestorben und im Himmel gelandet, als sie uns baten, unser eigenes Bier zu kreieren“, freut sich Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson.

Das Bier ist seit Mai 2013 auf dem Markt und online über die offizielle Homepage www.ironmaidenbeer.com erhältlich.

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